Bemerkungen über die Ansegelung von Zanzibar und die Ostküste von Afrika.
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Bemerkungen über die Ansegelung von Zanzibar und die
‘Ostküste von Afrika.
(Aus dem Reisebericht S. M. Kr. „Schwalbe“, Kommandant Korv. Kpt. Rüdiger.)
Das in der Segelanweisung zum Einsteuern in den Knglish Pass bei
Zanzibar angegebene Walleso-Haus (in Linie mit dem Mioni-Palast)') ist in der
Deckpeilung nicht mehr zu sehen. Es können jedoch die unmittelbar vor diesem
Hause stehendenhohen Kasuarinen-Bäume an Stelle des Hauses zur Peilung benutzt
werden. Ebenso ist das zum KEinsteuern auf die Zanzibar-Rhede erwähnte
Kedichi-Haus (in Linie mit dem white stone pillar on the beach)”) wegen des
Anwachsens der vorliegenden Büsche nicht mehr zu benutzen. Leider besteht
für diese Deckpeilung zur Zeit keine andere.
Die Kinsegelungsmarke für den West Pass nach Zanzibar (Walleso-Haus
in Linie mit dem Jail in 0'/48S)?) ist gleichfalls nicht mehr ausfindig zu machen,
da das Gefängnifs (jail) nicht mehr cexistirt. Dagegen führt die Deckpeilung
„die deutlich sichtbaren Kasuarinen-Bäume beim Walleso-Haus über dem kleinen
Hause zwischen dem englischen Konsulat und dem Telegraphengebäude“ durch
den West Pass. . .
Der Leuchtthurm Kizimkazi auf der Südspitze von Zanzıbar ist fertig
gestellt; ob das Feuer des Nachts brennt, ist jedoch nicht bestimmt zu. sagen.“)
Von Süden kommend, ist der Leuchtthurm bei Tage schwer zu erkennen; man
findet denselben östlich eines niedrigen Waldes’ (long-low-wooded hill auf den
Karten), welcher. schon bei gröfßserem ‚Abstande von der Küste ziemlich gut zu
erkennen ist.
Die Ostküste der Insel Pemba ist sehr arm an Peilobjekten; die südlichste
Huck ist einigermafßsen durch eine Baumgruppe zu erkennen. Bei einer An-
steuerung dieser Spitze von Süden wird man diese Baumgruppe leicht für eine
Landhuck halten.
Im Mafia-Kanal fand S. M. Kr, „Schwalbe“ beim NO-Monsun einen guten Anker-
platz westlich der nördlichen Insel Fanjove.*) Derselbe gewährt bei ca 10m
Wassertiefe vortrefflichen Schutz gegen die NO-Dünung. An der Ostküste der
Insel Mafia wurde beim NO-Monsun (Ende Januar 1891) ein bedeutend stärkerer
Strom beobachtet, als in den Karten angegeben ist. Es wurde überhaupt gefunden,
dafs wenig auf die in den Karten angegebene Stärke der Strömungen zu geben
ist und dafs infolge dessen die Fahrten an der Küste während der Nacht in Bezug
auf die Ortsbestimmungen sehr unsicher werden. ‚,
Bei der Ansteuerung von Tanga von Süden aus®) ist die Insel Jambe,
wenn man nicht sehr dicht unter Land ist, im Allgemeinen schwer zu erkennen.
Man findet sie jedoch bald heraus an dem an der Südspitze einzeln im Wasser
stehenden Mangrove-Baum. Derselbe markirt sich sehr gut; ebenso Rocky
Island nördlich davon, welches fast immer von sehr vielen Seevögeln bedeckt ist.
Das alte portugiesische Fort Lindi ist abgebrochen bis auf eine einzelne
weiße Wand, welche als Landmarke dienen soll und von See aus auch be-
nutzt wird.’)
Bei Kilwa Kivinje ist der in der Karte bezeichnete Gingwera-Baum®)
nicht mehr aufzufinden. Die Mündung des Gingwera-Flusses kann aber, besonders
bei günstiger Beleuchtung, als Landmarke benutzt werden.
‘) Africa Pilot, Part. I[I, 1889, Seite 377.
) a. a. O., Seite 377.
)a. a. O., Seite 374 und Br. Adm.-Karte No. 665 (IX 73).
) Lchtf.-Verz. 1891, IX 109.
5 Africa Pilot, Part. III, 1889, Seite 324.
) a. a, O. Seite 403,
7) a. a. O. Seite 290.
3) a. a. O. Seite 304.