Wasserstands« und Stromverhältnisse auf der Rhede von Hankau.
79
Januar . 259m 85
Februar 235 IT
März . 3,84 „ (12,6
April. 6,74 „ 22,1
Mai . 957 , 31,4
Juni 11,61 ;, 38,
Juli. . 13,47 „ 642
\ugust . 14,05 „ (46,1
September 13,72 „ (45,0
Oktober. . 11,34 „ (37,2
November . . 5,91 „ (194
„ Dezember . . 341, (112
Der höchste Wasserstand im genannten Jahre war + 14,22 m (46 Fufs
8 Zoll) und der niedrigste + 1,47 m (4 Fuß 10 Zoll).
Als Null ist, wie oben angegeben, der niedrigste Wasserstand im Jahre 1868
angenommen.
Die Stromgeschwindigkeit hängt von dem Wasserstande des Flusses ab
und ist daher sehr veränderlich. Sie schwankt zwischen 1!/, Sm im Winter und
5% Sm im Sommer. Die größte bisher gemessene Geschwindigkeit-betrug 8 Sm.
Dieselbe wurde bei der Mündung des Han, welcher sich bei Hankau, oberhalb
dieses Ortes, in den Jang-tse-Kiang ergiefst, beobachtet. Die von S. M. Knbt,
„Wolf“ angestellten Messungen ergaben ein Maximum der Stromgeschwindigkeit
von 4,9 Sm. Das Kanonenboot lag zu dieser Zeit dicht unter Land und war an
einem Ponton festgemacht. Zu ungefähr derselben Zeit war nach den Messungen
des englischen Kreuzers „Archer“ und des russischen Kreuzers „Mandjur‘, welche
weiter ab vom Lande lagen, die Geschwindigkeit 5 bezw. 6 Sm.
Im Sommer ist die Rhede von Hankau keineswegs sicher. Während dieser
Jahreszeit führt der Strom grofse Mengen Sinkstoffe mit sich, lagert dieselben
an gewissen Stellen in beträchtlicher Masse ab, setzt sie zu anderen Zeiten ver-
möge seiner grofsen Stromkraft wieder in Bewegung und verändert so fast fort-
während die Grund- und Wiefenverhältnisse des Flusses. Infolge dessen können
öfters innerhalb weniger Tage an ein und derselben Stelle Aenderungen der
Tiefe von 3,66 bis 5,49 m (2 bis 3 Fad.) angetroffen werden. Die beträchtlichen
Ablagerungen von Schlick führen öfters den Verlust von Ankern herbei, denn
zuweilen ist der Anker so in Schlick eingebettet, dafs es unmöglich ist, ihn zu
lichten. So gelang es z. B. dem englischen Kreuzer „Archer“ nicht, seinen
Anker zu lichten, er beschädigte dabei sein Spill, und bei weiteren Versuchen
zerriß die Ankerkette. Der russische Kreuzer „Mandjur‘““ wollte, nachdem er
ca 8 bis 14 Tage vor Anker gelegen hatte, seinen Anker lichten, beschädigte
aber sein Spill und stand daher vorläufig von weiteren Versuchen ab. Zwei
Tage später gerieth der „Mandjur“ ins Treiben und konnte nun mit Leichtigkeit
seinen Anker lichten. Nach weiteren 10 Tagen war derselbe wieder so von
Schlick überlagert, dafs es nicht möglich war, ihn zu lichten. Wie beträchtlich
sich die Tiefe an demselben Ort in kurzer Zeit ändern kann, beweisen die
Lothungen des russischen Kreuzers „Mandjur‘“ auf der Stelle, wo sein Anker
lag. Dieselben ergaben an dem "Tage, an welchem er seinen Anker zu lichten
versuchte, eine um 5,49 m (3 Fad.) geringere. Tiefe, als er beim Vorankergehen
gelothet hatte. Tiefenänderungen, wenn auch nicht in so grofsem Mafse, finden
durch Anschwemmungen und Ablagerungen täglich und fast überall im
Flusse statt.
r.
nüX
AM
Ann. d. Hydr. etc., 1891, Heft X.