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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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Hydographisches aus dem Neu-Guinea-Schutzgebiet, 
verdrängt wird. Nordwestlich der Rhede springt das Küstenriff hakenförmig vor, 
sein Ende wird durch eine rothe Spierentonne mit rother Flagge gezeichnet, 
welche auf 7 m Wassertiefe verankert ist. Die Ansegelung ist zur Zeit eine sehr 
einfache, da man den Häuserkomplex der Richterwohnung (ca 6 weißgraue, mit 
Wellblech gedeckte Häuser), auf der Höhe eines Hügelrückens gelegen, schon 
auf 20 Sm Entfernung ausmachen kann. Nordwestlich von diesen Häusern be- 
findet sich auf einem etwa halb so hohen Hügelvorsprung der Platz, auf welchem 
las Haus für den Stationsvorsteher errichtet werden soll. Von demselben sind zur 
Zeit nur die Fundamente gelegt, und es ist unabsehbar, wann das Haus selbst 
errichtet werden wird. Etwa 600 bis 700 m vom Strande befindet sich eine etwas 
Jachere Stelle mit weniger als 15 m Wasser, welche von den Kompagnie-Schiffen 
mit Vorliebe zum Ankern benutzt wird. Man findet diese Stelle, wenn man den 
Hügel, auf welchem das Haus für den Stationsvorsteher gebaut werden soll, in 
SSW hält und zu gleicher Zeit die Spierentonne mit Schulze-Huk in Linie bringt. 
Der Ankergrund ist gut, das Wasser so klar, dafs man auf 20 und einige Meter 
Tiefe selbst einen kleinen Gegenstand, wie z. B. einen Seestern, deutlich auf 
dem Grunde liegen sehen kann. Unter gewöhnlichen Verhältnissen ist der 
Aufenthalt auf der Rhede von Herbertshöh bei Weitem demjenigen in Matupi 
vorzuziehen, weil die Temperatur dort nach angestellten gleichzeitigen Messungen 
stets um einige Grade niedriger ist, als in Matupi, auch leichter Wind an die 
hier ankernden Schiffe herankann und des Nachts stets eine sehr angenehme 
Landbriese das Innere der Schiffe kühlt. Herbertshöh ist Eingangshafen für die 
Blanche-Bai. Die Bevölkerung scheint im Allgemeinen friedlich. 
7. Treibholz. Während der Fahrt S. M. Kr. „Sperber“ ist häufig Treib- 
holz gesehen worden, jedoch waren dies meist kleinere Stücke, in keinem Falle 
von solcher Beschaffenheit, dafs sie einer Schiffsschraube, geschweige denn einem 
Schiffe hätten gefährlich werden können, wie S. M. S. „Sophie“ seiner Zeit solche 
yesehen und darüber berichtet hat. 
Wasserstands- und Stromverhältnisse auf der Rhede von Hankau 
im Jang-tse -Kiang. 
Nach dem Bericht S. M. Knbt. ‚„, Wolf“, Kommandant Korv.-Kapt., Hellhoff. 
Als Rhede von Hankaw bezeichnet man den Theil des Flusses, welcher 
sich von dwars ab der europäischen Niederlassung bis etwas unterhalb derselben 
erstreckt. Dieser Theil des Jang-tse-Kiang hat im Durchschnitt 12,8 bis 18,3 m 
(7 bis 10 Fad.) Tiefe und einen schlickigen und sandigen Muddgrund. Der 
Wasserstand auf der Rhede ist im Sommer beträchtlich höher als im Winter, 
wie aus den weiterhin folgenden mittleren Wasserständen im Jahre 1890 ersicht- 
lich ist. Während des Sommers steigt das Wasser 11,9 bis 15m (39 bis 50 Fufs) 
über den niedrigsten Wasserstand des Flusses im Jahre 1868, welcher als Null 
angenommen ist. Das Steigen des Flusses ist unregelmäfsig, zuweilen tritt es 
sehr schnell ein, so wurde z. B. ein Steigen von 0,6m (2 Fufs) innerhalb 
12 Stunden beobachtet. Nach heftigen Regengüssen und plötzlich eintretendem 
wärmeren Wetter in den Gebirgen schwillt der Flufs sehr schnell an. An Bord 
5. M, Knbt. „Wolf“ angestellte Beobachtungen ergaben beim Eintreffen desselben 
auf der Rhede einen Wasserstand von 8,23 m (27 Fufs) über Null und bis zum 
Tage der Abfahrt erreichte derselbe einen Betrag von + 12,95 m (421% Fuß). 
Nach einem Diagramm des Hafenmeisters von Hankau waren die mittleren 
monatlichen Wasserstände im Jahre 1890 folgende:
	        
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