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Hydographisches aus dem Neu-Guinea-Schutzgebiet,
verdrängt wird. Nordwestlich der Rhede springt das Küstenriff hakenförmig vor,
sein Ende wird durch eine rothe Spierentonne mit rother Flagge gezeichnet,
welche auf 7 m Wassertiefe verankert ist. Die Ansegelung ist zur Zeit eine sehr
einfache, da man den Häuserkomplex der Richterwohnung (ca 6 weißgraue, mit
Wellblech gedeckte Häuser), auf der Höhe eines Hügelrückens gelegen, schon
auf 20 Sm Entfernung ausmachen kann. Nordwestlich von diesen Häusern be-
findet sich auf einem etwa halb so hohen Hügelvorsprung der Platz, auf welchem
las Haus für den Stationsvorsteher errichtet werden soll. Von demselben sind zur
Zeit nur die Fundamente gelegt, und es ist unabsehbar, wann das Haus selbst
errichtet werden wird. Etwa 600 bis 700 m vom Strande befindet sich eine etwas
Jachere Stelle mit weniger als 15 m Wasser, welche von den Kompagnie-Schiffen
mit Vorliebe zum Ankern benutzt wird. Man findet diese Stelle, wenn man den
Hügel, auf welchem das Haus für den Stationsvorsteher gebaut werden soll, in
SSW hält und zu gleicher Zeit die Spierentonne mit Schulze-Huk in Linie bringt.
Der Ankergrund ist gut, das Wasser so klar, dafs man auf 20 und einige Meter
Tiefe selbst einen kleinen Gegenstand, wie z. B. einen Seestern, deutlich auf
dem Grunde liegen sehen kann. Unter gewöhnlichen Verhältnissen ist der
Aufenthalt auf der Rhede von Herbertshöh bei Weitem demjenigen in Matupi
vorzuziehen, weil die Temperatur dort nach angestellten gleichzeitigen Messungen
stets um einige Grade niedriger ist, als in Matupi, auch leichter Wind an die
hier ankernden Schiffe herankann und des Nachts stets eine sehr angenehme
Landbriese das Innere der Schiffe kühlt. Herbertshöh ist Eingangshafen für die
Blanche-Bai. Die Bevölkerung scheint im Allgemeinen friedlich.
7. Treibholz. Während der Fahrt S. M. Kr. „Sperber“ ist häufig Treib-
holz gesehen worden, jedoch waren dies meist kleinere Stücke, in keinem Falle
von solcher Beschaffenheit, dafs sie einer Schiffsschraube, geschweige denn einem
Schiffe hätten gefährlich werden können, wie S. M. S. „Sophie“ seiner Zeit solche
yesehen und darüber berichtet hat.
Wasserstands- und Stromverhältnisse auf der Rhede von Hankau
im Jang-tse -Kiang.
Nach dem Bericht S. M. Knbt. ‚„, Wolf“, Kommandant Korv.-Kapt., Hellhoff.
Als Rhede von Hankaw bezeichnet man den Theil des Flusses, welcher
sich von dwars ab der europäischen Niederlassung bis etwas unterhalb derselben
erstreckt. Dieser Theil des Jang-tse-Kiang hat im Durchschnitt 12,8 bis 18,3 m
(7 bis 10 Fad.) Tiefe und einen schlickigen und sandigen Muddgrund. Der
Wasserstand auf der Rhede ist im Sommer beträchtlich höher als im Winter,
wie aus den weiterhin folgenden mittleren Wasserständen im Jahre 1890 ersicht-
lich ist. Während des Sommers steigt das Wasser 11,9 bis 15m (39 bis 50 Fufs)
über den niedrigsten Wasserstand des Flusses im Jahre 1868, welcher als Null
angenommen ist. Das Steigen des Flusses ist unregelmäfsig, zuweilen tritt es
sehr schnell ein, so wurde z. B. ein Steigen von 0,6m (2 Fufs) innerhalb
12 Stunden beobachtet. Nach heftigen Regengüssen und plötzlich eintretendem
wärmeren Wetter in den Gebirgen schwillt der Flufs sehr schnell an. An Bord
5. M, Knbt. „Wolf“ angestellte Beobachtungen ergaben beim Eintreffen desselben
auf der Rhede einen Wasserstand von 8,23 m (27 Fufs) über Null und bis zum
Tage der Abfahrt erreichte derselbe einen Betrag von + 12,95 m (421% Fuß).
Nach einem Diagramm des Hafenmeisters von Hankau waren die mittleren
monatlichen Wasserstände im Jahre 1890 folgende: