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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Hydographisches aus dem Neu-Guinea-Schutzgebiet, 
1. Die Ansteuerung von Finschhafen‘') hat keinerlei Schwierigkeiten 
gemacht. Wenn man die auf 25 Sm Entfernung in Sicht kommenden Cretin-Inseln 
angesteuert und den Abstand von ihnen durch die 4 Strich-Peilung eines der 
über die übrigen hervorragenden Bäume festgestellt hat — das genau mit dem 
so gefundenen Schiffsorte übereinstimmende observirte Mittagsbesteck lälst auf 
die richtige Lage der Inseln schliefsen —, so setze man Kurs auf die Finsch- 
hafen-Bake, welche auf 10 Sm Entfernung deutlich ausgemacht werden konnte. 
Ein Vorbeilaufen an dem Hafen ist alsdann ausgeschlossen. Auch die von dem 
Freiherrn von Schleinitz erwähnten hellgrünen Wiesenflecke ergeben ein gutes 
Mark. Der in der Br. Adm,-Karte No. 2766 (Tit. XII, No. 119a) angegebene 
nordnordöstlich und ca 3 Sm von den Cretin-Inseln entfernte Felsen konnte nicht 
gefunden werden, obgleich die günstige Beleuchtung entfärbtes Wasser auch auf 
größere Entfernung zu erkennen erlaubt hätte, als diejenige war, auf welche die 
betreffende Stelle passirt wurde. 
2. Südküste von Neu-Pommern von Kap Quoy bis Kap Orford. 
Ueber der Küste lagerten dichte Wolkenmassen, welche es zum grofsen Theile 
unmöglich machten, über die Bergkonturen Eindrücke zu sammeln. In einer 
Entfernung von 3 bis 6 Sm von der Küste entlang dampfend, konnten nirgends 
außen liegende Gefahren entdeckt werden. 
Kap Cunninghan?) läuft in eine ganz niedrige, mit Buschwerk bestandene 
Spitze aus. Die Lage der beiden niedrigen bewaldeten Inseln westlich von Kap 
Quoy schienen ursprünglich auf der Br. Adm.-Karte No. 2766 (Tit. XII, No. 119a) 
etwas zu weit aufserhalb der Bucht angegeben zu sein, doch erwies sich dieselbe 
als richtig, nachdem der Kreuzer näher an gedachtes Kap herangedampft war 
und dasselbe deutlich ausgemacht werden konnte. Der in derselben Karte dort 
angegebene High Conical Peak hat, von Westen gesehen, keine schroffen Formen; 
dieselben erscheinen erst, wenn der Berg in Nord peilt. Vertonungen von Kap 
Quoy mit Peak in NzW'/4W, ca 4 Sm ab, sowie von Kap Orford in NO’N, 
29 Cm ab, folgen nachstehend. 
nam nn YA arena 
Kap Quoy in NzW3S/4W. ca 4 Sm ab. 
Kap Orford in NOSAN, ca 29 Sm ab. 
Zwischen Kap‘ Quoy und Kap Orford, so genau als dies bei dem kleinen 
Mafsstab der obigen Karte durch Einschneiden möglich war, befindet sich auf 
ca 5° 32,2‘ S-Br und 151° 52' O-Lg ein auffallender weifser Fleck. Derselbe 
kann jedoch nicht westlich der Linie NzO gesehen werden, weil die Felswand 
in einer Einbuchtung der Küste liegt. Ocestlich dieser Linie ist sie jedoch auf 
eine Entfernung von über 13 Sm zu sehen, in welcher sie infolge der eintreten- 
1) „Pacific Islands“ Vol, I, Seite 263. 
Z) Ehbenda Vol, I. 1890. Seite 456.
	        
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