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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Hydrographisches aus dem Neu-Guinea-Schutzgebiet, 
trieb. Noch vor Hellwerden am 16. wurde die Fahrt nach dem Wirbelwind- 
Riff angetreten und erwiesen sich die Peilungen nach den allmählich in Sicht 
kommenden Inseln etc. in der Nähe der Dampier- und Vitiaz-Strafse als zuver- 
lässig. In Betreff der Vertonung, welche in der Karte Tit. XII, No. 117, 2. Blatt, 
von Lottin-Insel gegeben ist, stellte sich heraus, daß der über die terrassenartige 
Stufe des unteren Berges herausragende Kegel ungefähr dreimal zu hoch ge- 
zeichnet ist. Im Uebrigen wurde die Orientirung durch Wolkenmassen, welche 
über den südlichen Inseln lagerten, erschwert, aber schliefslich nicht verhindert. 
Um 10520” Vormittags kam die Brandung des Wirbelwind-Riffes in Sicht. Die 
Karte Tit. XII, No. 117, Blatt 1, giebt die Lage des Südendes dieses Riffes 
nahezu übereinstimmend mit den diesseitigen Messungen an. Die Mittagsbreite 
und Landpeilungen ergaben eine kleine Differenz, nämlich nach Landpeilungen 
liegt das Südende in 4° 43,7 S-Br und 148° 11,6‘ O-Lg und nach dem observirten 
Besteck in 4° 45,4‘ S-Br und 148° 12,2‘ O-Lg.‘ Ich bemerke hierbei, daß die 
Insel Merite ungefähr 3 Sm östlich von dem Riff aus Sicht kam. Nur dem Um- 
stande, dafs an der höchsten Spitze eine kleine Wolke hing, ist es zuzuschreiben, 
dafs es möglich war, Merite als Peilungsobjekt zu benutzen. Dals dieselbe zu- 
verlässig war, geht daraus hervor, dafs beim Zurückdampfen der Gipfel von 
Merite genau unter diesem Wölkehen wieder in Sicht kam. Man bekommt im 
Vebrigen durch die Darstellung auf der Karte eine falsche Vorstellung von der 
Beschaffenheit des Wirbelwind - Riffes. Dasselbe besteht aus mehreren Atoll- 
Ringen mit ungleichmäfsig gehobenen Rändern; östlich von dem eigentlichen 
Riff sieht man es an den Stellen stark branden, wo in der erwähnten Karte 
Kreuze eingezeichnet sind. Auf den Atollrändern brandet es nur zum Theil, je 
nachdem dieselben tiefer unter oder näher der Wasserlinie liegen, beziehungs- 
weise in Form siner kleinen Sandbank über dieselbe hinaustreten. Innerhalb der 
südlichsten dieser Atollringe war tiefblaues Wasser zu sehen. An einer Stelle, 
wo die Entfärbung nicht so stark war, lothete ein Boot, an dem entfärbten 
Wasser beginnend, 28m, dann steil ansteigend 5m auf dem Atollringe und 
ebenso steil abfallend wiederum 28m in der Lagune. 
Es wurde hierauf die Rückreise angetreten und bei dieser Gelegenheit 
aus dem Topp Brandung nach Nord hin gemeldet. Dieselbe mit dem Kompafs 
eingeschnitten, würde ergeben, dafs sich auf 4° 34% S-Br und auf 148° 45'/%' 
O-Lg eine Untiefe befindet (vermuthlich das Ottilien-Riff, vgl. „Ann. d, Hydr. ete.“, 
1891, Seite 45), zu deren Untersuchung die Zeit leider nicht vorhanden war, 
da ich die North-Insel noch gern vor vollständig eingetretener Dunkelheit 
passiren wollte. 
‘Aus den Peilungen der südlichen Inseln zu der Zeit, als North-Insel gleich- 
zeitig in Sicht war, geht hervor, dafs diese letztere in ıhrer Lage an diejenige 
der südlichen Insel angeschlossen ca 2 Sm weiter nach SOzS liegen mufs, als 
sie in der Br. Adm.-Karte No. 2766 (Tit XII, No. 119a) angegeben ist. 
Ich halte es nicht für wahrscheinlich, dafs auf dem Kurse, den S. M. Kr. 
„Sperber“ zurücklegte, Gefahren aufgefunden werden. Ich glaube empfehlen 
zu können, dafs ein Schiff, welches die Fahrt von Kaiser Wilhelms-Land nach 
der Blanche-Bai nördlich von Neu-Pommern macht, ohne Gefahren zu begegnen 
von der Astrolabe-Bai kommend Crown-Insel ansteuert und alsdann Kurs dicht 
südlich von North-Insel vorbei und nördlich frei vom Vater- und Sohn-Riff nimmt. 
Diese Fahrt ist wegen der geringeren Entfernung geboten, namentlich während 
des SE-Monsuns, während dessen Neu-Pommern alsdann gegen den südlich dieser 
Insel stehenden Seegang als Wellenbrecher dient. Schiffe dagegen, welche von 
Finschhafen nach Blanche-Bai gehen wollen, werden nur bei sehr starkem SE- 
Monsun diese Route wählen, welche weiter ist als diejenige an der Südküste 
von Neu-Pommern. Abgesehen von der Inselgruppe bei Kap Merkus und Süd- 
Kap soll diese Küste ganz frei von Gefahren sein und wenn man bei Kap 
Orford angekommen, Kurs auf Kap Palliser setzt, so entgeht man zum grofsen 
Theil dem starken Strom, welcher während des NW-Monsuns im St. Georges- 
Kanal nach SO setzt. Dadurch, dafs Finschhafen gänzlich aufgegeben werden 
dürfte, wird die Fahrt durch den Bismarck Archipel, welche bisher ‚nur sehr 
selten von den Schiffen benutzt wurde, bedeutend an Wichtigkeit gewinnen. 
Einige weitere hydrographische Notizen über im Schutzgebiete von Newu- 
Guinea besuchte Gegenden sind in Nachstehendem niedergelegt: 
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