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Hydrographisches aus dem Neu-Guninea-Schutzgebiet.
daher keinem Zweifel unterliegen, dals diese mit der North-Insel identisch ist,
wie dies auch von Kapt. Schneider, Führer des Dampfers „Isabel“ („Ann. d.
Hydr.“, 1891, Seite 45), zum Ausdruck gebracht wird.
Eine Vertonung der North-Insel ist beigefügt. (Siehe Seite 473.)
Die Höhe der höchsten Spitze der Insel wurde zu 287 m festgestellt. Im
Uebrigen trifft die im Findlay für die Gipps-Insel gegebene Beschreibung völlig
auf die North-Insel zu. Die im Findlay erwähnte, als 5 Sm nordwestlich von
North-Insel belegene Wassersäule wurde nicht bemerkt, dagegen schwach entfärbtes
Wasser an derselben Stelle. In der Richtung auf das OÖftilien-Riff zu konnte
Brandung gesehen werden, so dafs ich an der Existenz dieses von Kapitän
Schneider gefundenen und festgelegten Riffes nicht mehr zweifle.
Ich dampfte alsdann an dem North-Insel-Riff entlang in den Kanal zwischen
French-Inseln und North-Insel, um denselben zu recognoseiren und im Stande zu
sein, am nächsten Morgen noch vor Tagesanbruch ihn passiren zu können. Der-
selbe erwies sich als völlig rein. HEine bei dieser Gelegenheit aufgenommene
Vertonung von Deslacs- und French-Inseln folgt nachstehend.
1782)
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Deslaecs.
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French Insel in SOzO, ca 11 Sm ab.
N
SE N
Se EL A
Die French-Inseln !) bestehen aus einer langen und vier kürzeren Inseln
und sind reich mit Vegetation überdeckt. Auf der grofsen Insel laufen quer
durch den ca 100m hohen Höhenzug, welcher das Rückgrat der Insel bildet,
eine Anzahl von tief eingeschnittenen Thälern, so dals man zuerst beim Insicht-
kommen mehrere Inseln zu sehen glaubt und erst beim Näherherangehen das
Zusammenhängen erkennt, wobei die Insel sich alsdann wie ein mit Traversen
versehener Festungswall präsentirt. Auf der grofsen Insel befindet sich eine
Handelsstation der Firma Forsaith. Ich habe den Eindruck gehabt, als ob die
Vambis-Insel nicht so ganz im Alignement mit der grofsen und Vingoru-Insel
läge, sondern etwas südlicher. Auf der westlich von der Gruppe angegebenen
Sandbank steht schwere Brandung. Während auf den French-Inseln reiche Be-
stände von Kokusnufßspalmen zu bemerken waren, zeigte Deslacs-Insel ein recht
ankultivirtes Aeufßsere. Nach den Tangenten-Peilungen, welche beim Passiren
yenommen wurden, scheint das Nordende der Deslacs-Insel in 4° 35’ S-Br und
149° 34‘ O-Lg, das Südende in 4° 42'%’ S-Br und in 149° 29’ O-Lg zu liegen,
30 dafs die Front der westlichen Küste nicht nach 0SO, wie in der Karte an-
gegeben, sondern nach WzN gerichtet zu sein scheint. Es ist jedoch dabei nicht
aufser Acht zu lassen, wie infolge des Umstandes, dafs die French-Inseln sich
vor die Deslacs-Insel schoben, diese Peilungen Anspruch auf Genauigkeit nicht
machen können. .
Angestellte Messungen ergaben, dafs die höchste Spitze der Merite-Insel ?)
in’der Br. Adm.-Karte No. 2766 (Tit. XII, No. 119a) in der That um ca 5 Sm
zu weit östlich liegt. Die höchste (mittelste) Bergkuppe kommt in der Karte an
diejenige Stelle zu liegen, wo sich das J (Island) des Namens befindet. Während
der Nacht trieb der Kreuzer an dem Nordende des Kanals, ohne dafs sich eine
nennenswerthe Strömung — es herrschte Windstille — bemerkbar gemacht hätte.
Am späten Nachmittage konnte festgestellt werden, dafs der Kreuzer bei Südost-
wind von Stärke 2 in der Stunde I Sm, bei Windstärke 1 !A Sm nach WNW
') „South Pacific Ocean Directory“, 1884, Seite 880
‚Pacific Islands“, Vol. I, 1890, Seite 464.
„South Pacific Ocean Directory“, 1884, Seite 880,
Pacitic Islands“, Vol. I, 1890, Seite 463.