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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Ann. d. Hydr. ete., XIX. Jahrg. (1891), Heft XII. 
Pa 
16; 
Ueber die Uebereinstimmung des nördlichen, insbesondere des 
nordwestlichen Deutschlands im Witterungscharakter. 
Von N. Bödige, Duderstadt. . 
(Schlufs.} 
IL. 
Zur Entscheidung der Frage, wie viel Bezirke dieser Art im nördlichen 
Deutschland aufgestellt und wie dieselben abgegrenzt werden müssen, um durch 
yetrennte Prognosen der Voraussage des Niederschlags möglichst grofse Sicherheit 
zu geben, reichte die Zahl der dieser Untersuchung zu Grunde gelegten Stationen 
nicht aus. Die Stationen wurden daher in drei Gruppen geordnet, welche nach 
den bisherigen Erfahrungen und nach eingehender Prüfung der Monatstabellen 
für die Theilung des Gebietes eine zweckmäfsiyxe Grundlage zu bieten schienen. 
Die erste dieser Gruppen, deren selbstständiger Charakter in den Monats- 
tabellen vielfach und auffallend zum Ausdruck kommt, umfafst ‘zunächst die 
Stationen an der Nordsee: Borkum, Emden, Elsfleth, Otterndorf, Hamburg, Lüne- 
burg, Keitum. Diesen Stationen, die unter sich große Uebereinstimmung zeigen 
(siehe Theil IV dieser Arbeit) und von den Stationen im Osten durch Häufigkeit 
der Niederschläge abweichen, reihen sich an in erster Linie die Station Kiel an 
der westlichen Ostsee, in zweiter Linie die südlicher gelegenen Stationen der 
Provinzen Hannover und Westfalen: Lingen, Osnabrück, Hannover, Göttingen, 
Münster, Arnsberg. 
Die am südlichsten gelegenen Stationen im Westen: Aachen und Kassel 
wurden mit der zweiten Gruppe vereinigt, da sie nach Ausweis der Monats- 
tabellen mit dieser größere Uebereinstimmung zu zeigen schienen. 
Die ‚zweite Gruppe umfaßt das südöstliche Binnenland mit folgenden 
Stationen: 
(Im Norden) Bromberg, Posen, Landsberg a. W., Berlin, Gardelegen. 
(Im Süden) Breslau, Crünbero, Bunzlau, Torgau, Leipzig, Kassel, Aachen. 
Zur dritten Gruppe endlich sind die Stationen an der Ostsee gerechnet: 
Memel, Tüsit, Königsberg, Neufahrwasser, Lauenburg, Köslin, Swinemünde, 
Wustrow und die beiden nicht unmittelbar an der Küste liegenden Stationen 
Konitz und Stettin. 
Dafßs unter diesen drei Gruppen die beiden letzten gröfsere Ueberein- 
stimmung unter einander als mit der ersten Gruppe besitzen, läfst sich auch bei 
oberflächlicher Prüfung der Monatstabellen nicht verkennen. Es wurde daher 
noch eine andere Theilung des Gebietes versucht, nämlich in eine westliche und 
östliche Hälfte, und zwar wurden die Stationen Gardelegen, Kassel und Aachen 
mit der ersten Gruppe vereinigt. Die Berechnung ergab jedoch keine wesentlich 
yrößere Uebereinstimmung, als die ursprünglichen drei Gruppen nach der 
Tabelle VII aufweisen. Auch die zweite und dritte Gruppe zeigen trotz großer 
Uebereinstimmung vielfache Abweichungen, so dals ihre Trennung gerechtfertigt 
erscheint. Die drei Gruppen mögen der Kürze wegen bezeichnet werden als 
Nordwest-Deutschland, 
Pinnenland, 
Ostseeküste. 
Die für den ganzen zehnjährigen Zeitraum durchgeführte Berechnung der 
Uebereinstimmungs-Quotienten «x, 8 und y ergab folgende Mittelwerthe für jede 
der drei Gruppen:
	        
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