Kleine Notizen,
461
2. (D. S) Die Wind-, Wetter- und Strömungsverhältnisse
Ende Februar und Anfang März 1889 in der Nähe der Küste von Ecuador be-
schreibt Kapitän Hansi von der Deutschen Bark „Levuka‘ folgendermaßen:
Am 21. Februar 1889 traten wir um 3" a. m. mit einer Ladung Tagua
(Steinnüssen) die Reise von Machalilla nach Hamburg an. Die Hälfte der
Schiffsmannschaft, unter ihnen die beiden Steuerleute, lag krank an der Ruhr
danieder. Leichte nördliche Briese, die den ganzen Tag bei regnerischem Wetter
anhielt, brachte uns mit Dunkelwerden bis zu der Insel Salango. Um 8% p. m.
kam eine frische südliche Briese durch, die während der Nacht auch noch etwas
aufraumte. In den nächstfolgenden Tagen waren veränderliche Winde, bei
Regenwetter und in Nord aufkommenden Wolken, vorherrschend. Als wir am 24.
eine astronomische Ortsbestimmung erhielten, ergab sich die Breite zu 1°10‘ S
und die Länge zu 82° 12‘ W; das Schiff hatte danach in 2 Tagen eine Ver-
setzung nach N 10° W von 67 Sm gehabt. Am Mittage des 25. Februar waren
wir bei dem während des Etmals herrschenden sehr leichten, westlichen bis
nordwestlichen Zuge bis nach 0° 55’ S-Br zurückgetrieben, und hatten eine Ver-
setzung von 28 Sm nach Nord in 24 Stunden.
Da ich einsah, dafs ich auf diese Weise niemals den Passat erreichen
würde, lielßs ich wieder nach dem Lande hinüberliegen, bis am 28. Februar die
Insel Salango, nach einer trotz harter Arbeit nutzlos verstrichenen Woche, zum
zweiten Male angelaufen wurde. Ich versuchte nun, unter der Küste aufzukreuzen,
was aber anfangs auch nicht gelingen wollte. Die Seebriese aus WSW von der
Stärke 3 setzte erst Nachmittags zwischen 12 und 2 Uhr ein und dauerte bis
6 oder 7 Uhr Abends; dann folgte Windstille oder leichter südwestlicher bis
südsüdwestlicher Zug, welche bis Mitternacht anhielten, worauf es ausnahmslos
während des Restes des Etmals, also von Mitternacht bis zum folgenden Mittage,
windstill war. Der nördliche Strom war hier zwar nicht stark (!/ bis 34 Sm
die Stunde), aber doch genügend, um das stark bewachsene Schiff am Fort-
kommen zu verhindern. Erst am Abend des 5. März klarten wir die Spitze
St. Elena, worauf um 8 Uhr mit dem Winde SSW westwärts gewendet wurde.
In der Nacht holte der Wind durch S, womit dann endlich der SE-Passat
erreicht war. Bis zum 13. März in 10,0° S-Br und 91,8° W-Lg beobachteten
wir einen Strom von durchschnittlich ungefähr 20 Sm im Etmal nach West. Der
Passat war zwar frisch und beständig, aber es war keine nennenswerthe Fahrt
zu erzielen, denn durch den dreimonatlichen Aufenthalt an der Küste war, wie
schon bemerkt, der Boden des Schiffes zu unrein geworden.
3. (D. S) Callao. Die folgende kurze Bemerkung ist dem meteoro-
logischen Journal der Deutschen Bark „Heinrich“, Kapitän J. H. Bannau, ent-
nommen: Am 6. November 1888 befanden wir uns um 12 Uhr Mittags auf einer
Reise von Hongkong nach Callao in 12,4° S-Br und 77,2° W-Lg. Die Küste
von Peru, welche bislang durch Nebel verhüllt war, begann schwach durchzu-
schimmern. In der Nähe des Schiffes befanden sich Schaaren von Pelikanen und
kleinen Landvögeln. Um 2* p. m. peilte der Feuerthurm der Insel St. Lorenzo
N!20 8 Sm entfernt, um 3'/" p. m. wurde das Nordende dieser Insel in einem
Abstande von !/2 Sm umsegelt und dann bei mäfsigem südlichen Winde voll und bei
nach der Rhede von Callao gesteuert, woselbst um 5“ auf einer Wassertiefe von
9m (5 Fad.) mit dem B-B.-Anker und 55m (30 Fad.) Kette geankert wurde.
Um 7* a. m. den 8. November wurde der Anker wieder gelichtet und das Schiff
durch einen Schlepper in den Hafen gebracht, woselbst wir es an der Werft
vertäuten. Um 11® wurde mit dem Löschen der Ladung vermittelst Dampf-
krähne begonnen, wobei seitens der Schiffsmannschaft nur die Arbeit im Raum
zu verrichten war. Nachdem am Abend des 23. November die Ladung entlöscht
war, erhielten wir am 24. einen Theil und am 26. den Rest des Ballastes, zu-
sammen 200 englische oder 221 spanische Tonnen, letztere im Preise von je
1,50 Doll. Seit dem Abgange von Hongkong befanden sich aufser der Ladung
200 Tonnen Ballast im Schiffe, dazu die in Callao genommenen 200, macht
zusammen 400 Tonnen, mit denen das Schiff einen Tiefgang von 12 Fuls 8 Zoll
hinten und 12 Fufs 2 Zoll vorn hatte.
Am Morgen des 27. wurde das Schiff nach der Rhede geschleppt und am
29, die Weiterreise nach Zguique angetreten.
4. (D. S.) Die gesundheitlichen Verhältnisse in Rio de.Ja-