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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Frühling 1887, 459 
ersten Reiseabschnitt nicht so begünstigt wurde als der früher erwähnte „Port 
Royal“, hatte den ersten Theil seiner Fahrt gegen östliche Winde zurücklegen 
müssen und fand erst nördlich von 36° N erwünschten Westwind. ‚Rose‘, welche 
von Marakaibo aus die Ostspitze Kubas anholte und umsegelte, wurde bis nach 
23° N in 67° W vom Passat begleitet. ‚Astronom‘ hatte die Reise zwar bei 
westlichem Winde begonnen, doch trat an dessen Stelle bald Ostwind, der zwar 
zunächst nicht von langer Dauer war, welcher aber nach dem 20. April bei ihm, 
wie bei allen drei Mitseglern, längere Zeit ungestört wehte. Verursacht wurde 
derselbe theils durch das kleine, sich südwärts von Grönland erstreckende Hoch- 
druckgebiet der Karte XVI, theils durch das sich im zweiten Drittel des Aprils 
in verhältnifsmäfsig südlicher Breite nach Osten bewegende Tiefdruckgebiet der- 
selben Karte. Infolge dieser Verhältnisse nahmen nach jener Zeit alle drei 
Reisen einen langsamen Verlauf. Es erreichten den Kanal: „Rose‘“‘ am 19. und 
„Astronom“ am 11. Mai. „Julius“ gelangte am 17. Mai in Sicht von Tuskar, 
Die drei von den im Verzeichnifßs angeführten Schiffen, welche im letzten 
Drittel des Aprils die Heimreise von New- York aus antraten, waren das norwe- 
gische Schiff „Ariadne‘“ und die deutschen Schiffe „Hugo“ und „Otto“, Von den- 
selben steuerte das erstere für Fair Island, die anderen beiden für den Kanal. 
Die von diesen zwei Schiffen in 26 und 25 Tagen ausgeführten Reisen gehören 
zu den kürzesten von den in dieser Tabelle mitgetheilten, obgleich während der- 
selben doch noch an manchem Tage östlicher Wind beobachtet worden war. 
Doch war bei diesem letzteren Winde auch noch ein einigermafßen befriedigender 
Fortschritt zu erzielen gewesen, weil er vorherrschend aus hoch südlicher Rich- 
tung kam. Verursacht wurde derselbe hauptsächlich durch die Lage des in 
Karte XVII dargestellten Hochdruckgebietes. Nennenswerthe Stürme beunruhig- 
ten die Reisen sonst kaum, und ohne daß etwas Erwähnungswerthes vorkam, 
legten die drei Mitsegler den Weg über den Ocean zurück. „Hugo“ erreichte 
gan Kanal am 30., „Otto“ am 21. und „Ariadne‘“ sichtete Fair Island am 
4. Mai... 
Während der ersten Woche im Mai gingen fünf von den in der Liste an- 
gegebenen Schiffen von New- York oder Philadelphia aus in See. Es waren 
dies: „George Washington“, „Magdalene‘, „Niagara“, „Doris“ und ,, Wilhelm“. 
Mit Ausnahme von „Niagara“ waren sie sämmtlich zum Kanal bestimmt. Ihre 
Reisen wurden in noch weit bedeutenderem Mafse durch Ostwinde verlängert, 
als es bei den kurz vorher erwähnten Schiffen der Fall gewesen war. Schon 
bald nach der Abreise stellten sich Ostwinde ein. Dieselben waren eine Folge 
jenes Tiefdruckgebietes der Karte XVII, dessen Mittelpunkt am 9. Mai bei 40° 
Nord in 45° West niedergelegt worden ist und von dessen, zuerst nach Südost 
gerichteter Bahn die Schiffe längere Zeit nördlich standen. Als diese Erschei- 
nung sich später mehr nach Norden bewegte und die Schiffe sich dadurch in die 
südliche Hälfte des Tiefdruckgebietes versetzt sahen, lief der Wind um nach 
Westen und gewährte für mehrere Tage eine sehr günstige Gelegenheit zur För- 
derung der Reisen. Auch die Lage jener Hochdruckgebiete, welche Karte XIX 
zeigt, brachte den dem nördlichen Rande derselben nahestehenden Schiffen gün- 
stige Winde. Dagegen waren die Folgen jener Wetterlage, die in Karte XX ge- 
zeichnet ist, für alle diese Mitsegler sehr unerwünscht. Das weit von Norden 
her bis zum Busen von Biskaya reichende Hochdruckgebiet und jene "Tiefdruck- 
gebiete derselben Karte, die im letzten Drittel des Mai südlich von diesen 
Schiffen und westlich vom Kap Finisterre erschienen, verursachten längere Zeit 
anhaltende Nordostwinde, bei denen sich nur ein geringer Fortschritt erzielen 
ließ. Erst mit dem Ende des Mai trat wieder eine Veränderung ein, Es kamen 
Westwinde durch, mit deren Hülfe der letzte Reiseabschnitt rasch vollendet wer- 
den konnte. Den Meridian von Lizard überschritten: „George Washington‘ am, 
6., „Magdalene“ am 2., „Doris“ am 3. und „Wilhelm“ am 5. Juni. „Niagara“, 
bei der die Nordostwinde am 27. und 28. Mai sehr stürmisch geweht hatten und 
die auch im Juni noch nicht gleich Westwind antraf, erblickte Fair Island erst 
am 7. Juni, 
Die letzten sieben, ihre Reisen in der zweiten Hälfte des Mai beginnenden 
Schiffe der Liste können in eine Gruppe zusammengefalst werden. Es waren 
dies: „Columbus“, „Heinrich & Tonio‘‘, „Lizzie & Eugenie‘“, „Shakspere“, „Alma“, 
„Dakota und „Maryland“. . Von ihnen gebrauchten „Heinrich & Tonio‘““ und 
Ann. d. Hydr. ete., 1891, Hoft V.
	        
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