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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Segelanweisung für die Deli-Mündung. 
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Segelanweisung für die Deli-Mündung. Ostküste von Sumatra.) 
Nach einem Berichte des Kommandanten des niederländischen Vermessungs- 
fahrzeugs „Mevill van Carnbee“, Lieut. z. See 1. Klasse G. F. Tijdeman, befinden 
sich ca 1') Sm südlich des Kaps Batoe Tjamal zwei ziemlich breite Flulßsmün- 
dungen in ca !/4 Sm Abstand von einander. Die südlichste dieser Mündungen 
ist die des Deli-Flusses,?) welche infolge der starken Versandung und wegen der 
über diesen Fluß erbauten Eisenbahnbrücke für die Schiffahrt nicht mehr in 
Betracht kommt, wogegen die nördliche Flußsmündung die des Belawan-Flusses 
ist und an welchem auch die Stadt Belawan liegt. Von dieser Stadt führt eine 
isen bahn in das Innere des Landes, und sie selbst bildet jetzt den Hafenplatz 
von Deli. 
Das Fahrwasser nach dem Belawan-Flufß führt durch die ca 1 Sm breite 
Küstenbank, und die geringste Wassertiefe in demselben beträgt bei Niedrig- 
wasser ca 2,1 m. Dieses Fahrwasser ist durch eine rothe Bakentonne als An- 
segelungstonne, sechs rothe Tonnen einkommend an St-B. und sechs weifßse Tonnen 
an B-B. gekennzeichnet. Die vorher erwähnte geringste Wassertiefe befindet sich 
zwischen der zweiten und dritten weilsen Tonne von See aus gerechnet. Von 
See aus ist die Richtung dieses Fahrwassers zunächst rw. SzO, dann bis bei der 
zweiten Tonne vorbei rw. Süd. Von hier führt es etwas über '!/a Sm weit nach 
rw. SSW und biegt dann nach rw. W!4S nach der Flufsmündung um. An 
beiden Seiten des Fahrwassers befinden sich steil abfallende Untiefen, von denen 
diejenigen an der Ostseite zum Theil aus hartem Sand und diejenigen an der 
Westseite aus einer langen trocken fallenden Schlammbank bestehen. Die Stellen, 
an denen die Untiefen am steilsten abfallen, liegen bei der ersten rothen Tonne, 
zwischen den rothen Tonnen 5 und 6 und zwischen den weifsen Tonnen 4 bis 6. 
Am Eingange von See aus hat das Fahrwasser eine Breite von über 1000 m, 
diese nimmt jedoch sehr rasch ab, denn an der weißen Tonne 4 beträgt die 
Breite nur noch etwas über 300 m. Weiter nach innen zu wird das Fahrwasser 
noch schmaler. Der Grund im Fahrwasser besteht im Allgemeinen aus weichem 
Schlamm. Auf den Untiefen an beiden Seiten des Fahrwassers stehen viele 
Fischerstangen. 
Ungefähr !/a Sm in NO ‘von der Aufsentonne liegt auf 9 m Wassertiefe 
ein Feuerschiff mit einem weißen festen Gasfeuer von 2 Sm Sichtweite aus; 
dasselbe führt den Namen „Deli“ und liegt ca 300 m aufserhalb der 5,5 m-Linie. 
Infolge der starken Bewegung des Feuerschiffes kann das Feuer leicht mit dem 
Ankerlicht eines daselbst zufällig zu Anker liegenden Schiffes verwechselt werden, 
Das Feuerschiff ist roth und hat ein rothes eisernes Gerüst, auf welchem 6,8 m 
über der Wasserfläche sich das Feuer befindet. An demselben Gerüst befindet 
sich auch eine Nebelglocke. 
Auf der Ostspitze der Deli-Mündung brennt ferner 14 m über Wasser ein 
weifses festes Feuer, welches 2 bis 3 Sm weit sichtbar ist. Dasselbe befindet 
sich auf einem weißen eisernen Gerüst, und nebenbei steht die Wärterwohnung. 
Die Gezeiten sind regelmäfsig; es ist alle 24 Stunden zweimal Hoch- und 
Niedrigwasser. Die Hafenzeit im Fahrwasser ist 2'/ Uhr, und die Fluthhöhe 
beträgt bei Springzeit 2,1 m und bei Nippzeit 0,6 bis 1,2 m; die mittlere Fluth- 
höhe ist 1,5 m. Ungefähr 2 bis 3 Tage nach Neu- und Vollmond treten die 
höchsten Wasserstände und 1 bis 3 Tage nach dem ersten und letzten Viertel 
die niedrigsten Wasserstände ein. Ungefähr 1 bis 2 Tage vor und 5 bis 6 Tage 
nach Neu- und Vollmond erreicht der Wasserstand bis auf einige Decimeter den 
höchsten Stand; es sind mithin im Monat ca 15 Tage, an welchen man mit 
0,3 m weniger Tiefgang, als der geringste Wasserstand ist, einlaufen kann. Schiffe 
mit 3 m Tiefgang können bei jedem Hochwasser einlaufen. Anhaltender Regen 
hat übrigens einen Einflufs auf den Wasserstand. 
Sowohl im Fluß wie im Fahrwasser steigt und fällt das Wasser bemerkbar, 
ehe die Fluth oder Ebbe eingesetzt hat. Die Stromgeschwindigkeit im Fahrwasser 
beträgt bei Springzeit ca 2%4 Sm bei der Ebbe und 1%4 Sm bei der Fluth. In 
1) „Hydrographische Mededeelingen“ No. 1/4. Batavia 1891. 
2) „China Sea Directory“, Vol. I, 1886 Seite 26.
	        
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