accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

436 Reisen der deutschen Schiffe „Columbus“ und „Eleanor Margaret“ nach Yokohama. 
bis 2,6° N-Br und 24,9° W-Lg. Am 20. Februar, nach 23tägiger Reise, über- 
schritten wir bei fauer SSE-Briese in 25,7° W-Lg den Aequator. 
Von der Linie bis 24,3° S-Br und 33,9° W-Lg, wohin wir am 3. März 
gelangten, herrschte leichte bis lebhafte Passatbriese aus SE bis SEzE; darauf 
(olgte Mallung aus SE bis zum 7. März in 30,1° S-Br und 341° W-Lg, dann 
kam noch wieder östlicher Wind durch, der bald durch NE nach N holte, aber 
schon am 12. März in 35,6° S-Br und 181° W-Lg wiederum in Stille endete. 
Erst nach einem zweiten Rundlauf blieb der Wind, hart wehend, in W bis WSW 
stehen. Wir passirten damit am 15. März Nachmittags 10 Sm südlich von 
Nightingale-Insel und erreichten am 18. März, dem 49. Tage unserer Reise, in 
38,5° S-Br den Meridian von Greenwich, 
Der weitere Verlauf unserer Reise war wie folgt: 
Vom 18. bis zum 27. März, in 45,9° S-Br und 323° O.Lg, anfänglich 
Mallung, dann lebhafte Briese aus WNW, die durch N nach NE drehte und 
abflaute. 
Vom 27. März bis zum 2. April, in 425° S-Br und 641° O-Lg, leichte 
Briese aus SSW, umlaufend nach W und stürmisch werdend; am 31. März 
schwerer W-Sturm, vom 1. zum 2. April orkanartig wehend. Verloren fast 
Alles von Deck, darunter drei Boote, die 12 Fuls hoch über Deck befestigt waren. 
Vom 2. bis 16. April, in 466° S-Br und 131,1° O-Lg, Wind Anfangs 
mäfsig bis leicht aus NW, dann nördlicher laufend und stürmisch werdend. Es 
war meine Absicht, durch die Bass-Straßse zu gehen, was jedoch durch die 
nördliche Richtung des Windes verhindert wurde, und nahm ich deshalb die 
Route südlich von Tasmaniten, 
Vom 16. bis 22. April, in 42,7° S-Br und 151,9° O-Lg, Wind NE, um- 
laufend durch N bis W, flau und veränderlich. 
Vom 22. bis 30. April, in 33,9° S-Br und 161,3° O-Lg, leichte Briese aus 
N bis NNE. 
Vom 30. April bis 5. Mai, in 19,5° S-Br und 162,5° O-Lg mäfsige Briese 
aus SE bis S, Passat. 
Vom 5. bis 20. Mai, in 2,9° S-Br und 163,1° O-Lg, flaue Briese aus SE, 
E und NE bis N, viel Windstille. 
Vom 20. bis 24, Mai, in 5,6° N-Br und 162,9° O-Lg, leichte Briese aus 
NE und E bis SE. 
Vom 24. Mai bis 7. Juni, in 26,0° N-Br und 144,6° O-Lg, lebhafte Briese 
aus NE, später abflauend. 
Vom 7. bis 12. Juni, in 32,7° N-Br und 137,6° O-Lg, Anfangs lau und 
Mallung, dann Briese aus WSW bis WNW durchkommend. 
Vom 12. bis 16. Juni, in 34,2° N-Br und 138,0° O-Lg, flaue Briese aus 
ENE bis ESE, dick von Regen, kreuzten; darauf Wind SW bis SSW, dichter 
Regen. Drehten um 6'/3 Uhr Abends bei. Um 8 Uhr, als es etwas aufklarte, 
sichteten wir das Feuer von Rock-Insel in NW, hielten ab und passirten das 
Feuer um 10 Uhr Abends in 1 Sm Abstand. Um 1 Uhr Nachts drehten wieder 
bei mit dem Kopf nach SO. TFanden uns bei Tagwerden stark nach Osten ver- 
setzt; mufsten, da das Schiff die Wendung versagte, querab von Sagawi-Spitze 
ankern. Erst am nächsten Morgen bekamen wir einen Lootsen. 
Die ganze Dauer unserer Reise beträgt 138 Tage. Dies ist für diese 
Jahreszeit wohl nicht schlecht zu nennen; hätten wir aber die Gelegenheit, 
nachdem wir Tasmanien am 82. Tage unserer Reise passirt hatten, etwas 
günstiger angetroffen, so hätte die Reise wohl in 120 Tagen gemacht werden 
können. 
Bei unserer Ankunft traf ich das deutsche Schiff „Columbus“ hier au und 
verglich mit dessen Kapitän, der die Route durch die Sunda-Strafse genommen 
hatte, den Verlauf unserer Reisen. Wir kamen dabei zu der Ueberzeugung, dafs 
die Routen, wie sie gewählt wurden, für „Columbus“ die durch die Sunda-Strafßse, 
für „Eleanor Margaret“ aber die östlich von Australien, unter den angetroffenen 
Umständen wohl die vortheilhaftesten gewesen waren.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.