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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

434 Reisen der deutschen Schiffe „Columbus“ und „Eleanor Margaret“ nach Yokohama. 
ungefähr 400 englische Fufs über Deck — besonders bei leichten Winden sehr 
schwierig manövrirt und deshalb in den engen Durchfahrten, die auf jener Route 
zu passiren sind, bei der noch geringen Stärke und grofsen Veränderlichkeit des 
Windes in der fraglichen Jahreszeit wahrscheinlich sehr viel Zeit verloren haben 
würde, war dagegen die Route östlich von Australien anempfohlen worden, wo 
zwar eine gröfsere Distanz zurückzulegen war, das Schiff aber ein offenes Fahr- 
wasser vor sich hatte und seine überlegene Segelfähigkeit bei starkem Winde 
bestens ausnutzen konnte. 
Ueber den Verlauf ihrer Reisen schickten die beiden Kapitäne folgende 
Berichte ein. 
1. Bericht des Kapt. B. Sauermilch vom Schiffe „Columbus‘‘ über seine Reise 
von 80° 0-Lg durch die Sunda-Strafse nach Yokohama, 
Am Mittage des 28, März 1890 stand „Columbus‘, auf der Reise nach 
Yokohama begriffen, in 40,1° S-Br und 79,1° O-Lg bei mäfsigen bis frischen 
SW-Winden einen nördlich von Ost liegenden Kurs verfolgend. Die Dauer 
unserer Reise von New- York, welches wir am 12. Januar verlassen hatten, bis 
hier war 75 Tage. Im Verlaufe der nächsten Tage holte der Wind allmählich 
nördlicher und durch N nach NE, so dafs wir schliefslich nur wenig Breite gut- 
machen konnten und am Mittage des 3. April in 35,3° S-Br und 100,7° O-Lg. 
standen. Hier kam auf einige Wachen Windstille Briese aus ENE durch, welche 
rasch auffrischte, aber auch wieder nördlich drehte und in 33,2° S-Br und 99° O-Lg 
stürmisch, für vier Wachen aus N bis NW selbst als voller Sturm — mit Stärke 9 — 
wehte. Das Barometer, das von 80° O-Lg her im langsamen Fallen begriffen 
war, erreichte einen niedrigsten Stand von 756,2 mm (unred.). Indem der Wind 
bei zunehmendem Luftdruck westlicher holte, wurde auch seine Stärke geringer; 
am Mittage des 6. April in 31° S-Br und 101° O-Lg war der Wind SW 5, der 
Barometerstand 763,0 mm, und ohne an Stärke abzunehmen, setzte der Wind im 
Laufe des Nachmittags die Drehung bis SE fort. Allem Anscheine nach hatten 
wir damit den Passat erreicht. Ununterbrochen aus südöstlicher Richtung frisch 
wehende Winde brachten uns rasch voran; erst nördlich von 18° S-Br wurde die 
Stärke etwas geringer, blieb aber immer noch so, dals sie uns einen befriedigenden 
Fortgang gewährte. Am Nachmittage des 14. April sichteten wir die Küste von 
Java. Der Wind war zur Zeit E, recht frisch. Das Barometer, welches in 28° 
S-Br den höchsten Stand von 767,4 mm gezeigt hatte, war allmählich wieder bis 
762,0 mm hinunter gegangen. Wir hatten 20° S-Br in 105° O-Lg am 10. April 
und 10° S-Br in 104,9° O-Lg am 13. April geschnitten. 
Da die Windrichtung E und zeitweise nördlich davon war, auch die 
Nacht hereinbrach, so nahmen wir die Einfahrt zur Sunda-Strafse nördlich der 
Prinzen-Insel. Wir kamen auch gut in die Strafse hinein. Bei Tagesanbruch 
am 15. April herrschte Windstille, Nachmittags auffrischender W- und später 
SE-Wind. Wir steuerten so, dal wir unter die Küste von Java kamen, und 
standen am nächsten Morgen, dem 16. April, nahe unter der Drüten Punt. Den Tag 
über hatten wir sehr flauen Zug. Schiffe, welche näher der Mitte der Straße 
standen, mufsten, um von dem Gegenstrom nicht zurückgetrieben zu werden, zu 
Anker gehen; wir fühlten nahe unter Land den Strom dagegen nur sehr wenig 
und konnten immer noch etwas vorwärts kommen. Um 8* Abends passirten wir 
bei mäfsiger südlicher Briese Anjer. Gegen Mitternacht, als die Briese abflaute 
und der Gegenstrom stärker wurde, gingen wir eben südlich von Merak-Insel 
auf 16 Fad. Wasser zu Anker. Der Strom setzte mit 2 Kn Geschwindigkeit 
nach SW. Gleich nach Mittag, am 17. April, kam mäfsige Briese aus WSW 
durch; wir lichteten Anker, machten trotz des Gegenstroms guten Fortgang nach 
Nordost und kamen bald aus der Strafse heraus. Am 18. April um 4* Morgens 
hatten wir das Feuer von Nord Wächter querab; bei Tagwerden herrschte Gewitter 
mit strömendem Regen, Wind umlaufend, der Strom setzte schwach nach Norden. 
Nachmittags, als Gegenstrom eintrat, mufsten wir ankern. Weiterhin, bis zum 
Macelesfield-Kanal, der am 21. April um 10 Uhr passirt wurde, hatten wir flaue 
südliche Winde; am 22. April Mittags standen wir nahe unter Gaspar-Insel, 
Die Reisedauer von New-York bis hier war 100 Tage, nicht so schlecht. 
In der China See blieben bis zur Linie, welche wir am 27. April in 
108,3° O-Lgx überschritten, sehr flaue südliche Winde vorherrschend. Die Fahrt-
	        
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