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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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Ueber die Uebereinstimmung des nördlichen Deutschlands im Witterungscharakter. 
Aus einer solchen Tabelle ergiebt sich unmittelbar, wie viel Stationen an 
einem bestimmten Tage in Bezug auf Niederschlag oder trockenes Wetter die 
Mehrheit bilden. Wenn z. B. an irgend einem Tage, wie am 6. Oktober 1883, 
von 36 Stationen 27 Niederschlag aufweisen, so ist dieser Tag als Regentag zu 
bezeichnen, und zugleich ist die Uebereinstimmung sämmtlicher Stationen im 
Witterungscharakter für diesen Tag offenbar ausgedrückt durch den Quotienten 
27:36 — 0,75. Hiernach kann man Tage unbestimmten Charakters unter- 
scheiden, wenn jener Bruch dem Werthe 0,5 gleich oder nahe kommt, und diese 
Tage von den übrigen Tagen des Monats trennen, die für sich dann in Tage 
mit Niederschlag bezw. mit trockenem Wetter zerfallen. 
Unter den Tagen mit Niederschlag und ebenso unter denen mit trockenem 
Wetter kann man wiederum je nach dem Werthe des betreffenden Quotienten 
solche mit geringer, guter und mit sehr grofser oder völliger Uebereinstimmung 
unterscheiden. Von diesem Gesichtspunkte aus wurden sämmtliche Monatstabellen 
bearbeitet. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle I für jedes Jahr, 
in Tabelle II für die ganze Dekade in Mittelwerthen zusammengestellt. Die der 
Kürze halber durch Buchstaben bezeichneten Reihen enthalten die Häufigkeits- 
zahlen der Tage mit unbestimmtem Charakter (a) (Uebereinstimmung 50 bis 
54 % 0), der Tage mit einer Uebereinstimmung von 55 bis 75° (b), 75 bis 90 %% 
(c), mehr als 90° (dA). In der Reihe e endlich ist die Summe aller Tage mit 
guter Uebereinstimmung (75 bis 100 °%) angegeben. Die Tabelle I ist voll- 
ständig wiedergegeben worden, um die Schwankungen der Häufigkeitszahlen in 
den einzelnen Jahrgängen erkennen zu lassen. 
Die in Tabelle II vereinigten Mittelwerthe ermöglichen dagegen eine 
Uebersicht über die Uebereinstimmung im Witterungscharakter während des 
ganzen zehnjährigen Zeitraumes, und da die Tage mit geringer und größerer 
Üebereinstimmung nebeneinander gestellt sind, so wird dadurch die Ueberein- 
stimmung selbst gewissermafsen in ihre Bestandtheile zerlegt. 
Einen Gesammtausdruck bezw. einen bestimmten Zahlenwerth gewinnt man 
für die Uebereinstimmung im Witterungscharakter nach einer Methode, die von 
Herrn Professor Winkelmann in der oben genannten Abhandlung angegeben 
ist. Dieselbe ist im Folgenden mehrfach zur Anwendung gelangt und möge 
daher bereits an dieser Stelle kurz erläutert werden. Die Uebereinstimmung im 
Witterungscharakter an irgend einem Tage eines Monats ist dargestellt durch 
einen Quotienten, dessen Zähler die Anzahl der die Mehrheit bildenden Stationen 
gleichen Charakters (die „Mehrheitszahl“), dessen Nenner die Anzahl der Stationen 
überhaupt ist. Bildet man nun z. B. aus den Quotienten aller Regentage des 
Monats das arithmetische Mittel, so ist dieser Werth, der mit @ bezeichnet werden 
möge, ein Ausdruck für die Uebereinstimmung, die der Monat in Bezug auf 
Niederschlag zeigt. Einfacher gelangt man zu dem Werthe &, indem man die 
Summe aller Mehrheitszahlen der Tage mit Niederschlag durch das Produkt aus 
der Anzahl der Tage mit Niederschlag und der Anzahl der Tage des Monats 
dividirt. Einen ähnlichen Ausdruck (8) erhält man für die Uebereinstimmung 
des Monats in Bezug auf trockenes Wetter. Beiden Quotienten « und f ist nur 
dann Gewicht beizulegen, wenn die Anzahl der Tage gleichen Charakters hin- 
reichend grofs ist. (Die Tage, an denen die eine Hälfte der Stationen Nieder- 
schlag, die andere Hälfte trockenes Wetter aufwies, mufsten in möglichst gleich- 
mäfsiger Vertheilung bald den Tagen der ersteren, bald denen der zweiten 
Kategorie zugewiesen werden.) 
Die Gesammt-Uebereinstimmung des Monats ergiebt sich nun dadurch, dafs 
man die Summen aller Mehrheitszahlen sowohl der Tage mit Niederschlag als 
der Tage mit trockenem Wetter durch das Produkt aus der Zahl aller Monats- 
tage und der Zahl aller Stationen dividirt. Diese Quotienten (y) der einzelnen 
Monate bestimmen wiederum die Uebereinstimmung des ganzen Jahres. Allgemein 
Jäfst sich der Quotient y nach Professor Winkelmann folgendermafsen ent- 
wickeln: 
„Nimmt man an, dafs es unter m Stationen an einem bestimmten Tage 
an n Stationen regnet, wo n > 2 so wird — ein Mafs für die Ueberein- 
stimmung der Witterung dieses Tages sein.
	        
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