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Full text: 26, 1898

Imbetiba. 
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Schiffahrtsunkosten. Die Kosten sind sehr hoch. An der Zollhaus- 
Brücke mufs man für den Gebrauch der Brücke für den Tag und für 1m 
Schiffslänge 600 reis bezahlen, wenn man löscht, und die Hälfte an Sonn- und 
Festtagen und den Arbeitstagen, an denen nicht gelöscht oder Ballast genommen 
wird. Dies muß aher zum Kurse von 27 d bezahlt werden, also nach englischem 
Gelde 1s 4,2d. 
Für Sandballast zahlte ich an der Zollbrücke 6,5 Milreis für die Tonne. 
An der Lage-Brücke sind die Kosten bedeutend höher. Für das Anholen 
und Liegen an der Brücke allerdings nur 500 reis Papier für Tag und Meter 
Schiffslänge. Aber fürs Löschen der Ladung 6 Milreis und für Ballast 12 Milreis 
für die Tonne. 
Aufserdem 100 Milreis Gold Feuergeld. ; 
Kohlenschiffe -löschen an der Brücke Lage. Sie liegen dort mit beiden 
Ankern aus, hinten sind schwere Ketten an Land befestigt, welche ‚an Bord 
geholt werden. 
Bei Charterabschlüssen nach hier sollte in der Charter die Klausel 
eingefügt werden: „Ladung frei von Längseite, Leichter- und Brückengeld für 
Rechnung des Empfängers“, 
Wasser holt man mit dem Boot aus dem Macahe-Flufs, wenn Niedrig- 
wasser ist, 
Die Strömung setzt bei Mulla nach SSW, bei Ebbe stärker als bei 
Fluth. In der Bai von Imbetiba setzt der Strom südwärts, jedoch sehr schwach. 
Es ist Hochwasser an Neu- und Vollmondtagen um 2* 30” bis 30°, 
Segelanweisung. Beim KEinsegeln wählt man am besten den Weg 
südlich -um die St. Anna-Inseln herum, deren Südspitze man in unmittelbarer 
Nähe passiren kann, setzt dann seinen Kurs auf die Papagaio-Insel, welche sich 
gut abhebt, und hält diesen Kurs so lange bei, bis die Thürme von Macahe- und 
St. Anna-Kirche in Linie kommen, dann setzt man den Kurs. auf die Mitte 
zwischen Papagaio und das Ende des Wellenbrechers, achte dabei aber darauf; 
dafs der Strom gewöhnlich südwärts setzt. Ist man in die Nähe von Papagaio 
gekommen, so kürze man Segel und, indem man die Insel in SW in einer Ent- 
fernung von etwa 200 bis 250 m umsegelt, versuche man, in die Linie Papa- 
gaio —Neues Fort zu gelangen, und ankere dort etwa 250 m von Papagalo- 
Insel entfernt. 
Wählt man den Weg Nord um die St. Anna-Inseln, so muß man: dem 
äufsersten sichtbaren Felsen einen Abstand von reichlich 1 Sm geben, da sich 
von demselben ein Riff erstrecken soll. Hat man das Riff passirt, so setze man 
den Kurs auf das neue Fort, bis man Moleque passirt hat, und steuere dann für 
den oben angegebenen Ankerplatz. 
Es existirt ein Plan der Regierung, wonach die Toupeiras-Inseln unter 
sich und dann diese mit Papagaio durch einen Wellenbrecher verbunden werden 
sollen. Aber bei den unsicheren brasilianischen Verhältnissen wird dieser Plan 
in absehbarer Zeit wohl noch nicht zur Ausführung gelangen. Wird der Plan 
ausgeführt, so ist das für Imbetiba jedenfalls ein grofser Vortheil, da der Hafen 
dann von SO und Süd vollständig geschützt ist, und die östlichen Winde hier 
nicht so stark sind, um nennenswerthe See zu erzeugen, Allerdings wird man 
dann, vom Südende von St, Anna-Inseln kommend, die Passage zwischen Moleque 
und Papagaio nehmen oder nördlich von Mulla und Moleque passiren müssen, 
Reisen der Schiffe „Nereus‘“, Kapt. J. Schulte, und „Pestalozzi“, 
Kant. B. Petersen, von Lizard nach Valparaiso. 
Im Juni des Jahres 1897 traten drei für die Seewarte beobachtende Schiffe 
von Nerdeuropa aus ihre Reisen zur südlichen Halbkugel an. Es waren dies 
das von Newcastle nach Valparaiso bestimmte, 1759 Tonnen grofse, mit Kohlen 
und Koks nicht sehr tief beladene Bremer Vollschiff „Nereus“, Kapt. J. Schulte; 
die von Hamburg ausgegangene, ebenfalls nach Valparaiso bestimmte 995 Tonnen 
grofee Hamburger Bark „Pestalozzi“, Kapt. B. Petersen, und die 1653 Tonnen
	        
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