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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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Kleine Notizen. 
Sandgrund und zerbrochenen Muscheln ist durch den Graciosa-Berg gegen nord- 
östliche Winde und durch die Malaquettas-Bergkette gegen südöstliche, südliche 
und südwestliche Winde geschützt. Die nordöstlichen Winde sind die daselbst 
vorherrschenden und wehen ca 9 Monate lang im Jahre. Die südöstlichen, süd- 
lichen und südwestlichen Winde sind bekanntlich in dem an der Südküste der- 
selben Insel liegenden Hafen von Porto Praya sehr gefährlich. Nach NW zu ist 
die Bucht offen, aber es gehört zu den Seltenheiten, dafs aus dieser Richtung 
der Wind weht. 
An der Südseite der Bucht befindet sich eine von der Natur errichtete, 
ca 400m lange Basaltmauer, welche sich an der höchsten Stelle 8,5 m und im 
Durchschnitt 8 m über Springzeit-Niedrigwasser erhebt. 
4. Segelanweisung für die Bulari-Passage nach Noumea. Neu- 
Kaledonien. („Avis aux Navigateurs“ No. 46/268, Paris 1891.) Wenn man 
durch die Bulari-Passage nach Nowmea*!) steuert, so muß man sich in der 
Deckpeilung der beiden Feuer auf der Insel Amedee in rw. N 50° O halten. Bei 
diesem Kurse bekommt man in rw. N 23° O den weifsen Sektor des Feuers auf 
dem Riffe Tabu in Sicht und behält den Kurs bei, bis das Feuer von Tabu sich 
in roth ändert; alsdann ist sofort der Kurs auf rw. N 14° W zu ändern, um 
zwischen dem Riffe Tabu und der Insel Amedee hindurch zu passiren; man 
gelangt dann in den nördlichen weilsen Sektor des Tabu-Feuers, welches man 
achteraus in rw. S3° O in Peilung behalten mufs, bis man in die Linie gelangt, 
welche das Hauptfeuer der Insel Amedee mit dem Feuer auf dem Berge Ducrot 
der Insel Now verbindet. Von hier aus steuere man auf das letztere Feuer in 
rw. N12°W zu und alsdann nach dem Hafen von Noumea, 
5. (D. S.) Rasche Segelfahrten in den höheren Breiten des 
Indischen Oceans. Die Hamburger Bark „Julio Teodoro“ legte auf ihrer 
letzten Reise von Hamburg nach Port Adelaide, Süd-Australien, die 5300 Sm 
lange Strecke von 37° 53’ S-Br und 6° 13‘ W-Lg, wo sie sich am 26. August 1890 
befand, bis 40° 37 S-Br und 113° 17‘ O-Lg, ihrer Mittagsposition am 19. Sep- 
tember, in nur 24 Tagen zurück. Es ergiebt sich daraus ein mittleres Etmal 
von 220,5 Sm und eine durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit von 9,2 Kn, für 
ein tiefgeladenes Schiff eine gute Leistung. Während der letzten fünf Tage 
betrug die durchschnittlich zurückgelegte Distanz 253 Sm im Etmal oder 10,5 Sm 
in der Stunde. Das Schiff hielt sich beim Ablaufen der Länge meistens zwischen 
45° und 46° S-Br. Der Wind kam fast immer aus einer Richtung zwischen N 
und W, nur wenige Wachen durch war er südlich von W. Er wehte gewöhnlich 
frisch bis steif und nur für kurze Zeit mit einer Stärke über 8. Eine ähnlich 
gute Segelfahrt machte auf demselben Wege auf seiner Reise von Hamburg nach 
Sydney das Hamburger Schiff „Caesarea“. Dasselbe stand am Mittage des 
17 Oktober in 32° S-Br und 31° W-Lg und erreichte, ‚als höchste Breite 46° S-Br 
ansegelnd, den Eingang zur Bass-Strafse am 25. November 1890 um 4 Uhr 
Nachmittags. Die in 39 Tagen zurückgelegte Distanz beträgt 7920 Sm, was 
unter Anrechnung des Zeitunterschiedes für diesen langen Zeitraum ein mittleres 
Etmal von 205 Sm und eine Durchschnittsfahrt von über 8,5 Kn ergiebt. 
) „South Pacific Directory“ von Findlay, 1884 Seite 568. 
Gedruckt und 
Königliche 
in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn 
Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin, Kochstrafse 68—70.
	        
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