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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Kleine Notizen, 
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4! 
Kleine Notizen. 7 
ı. Anwendung des Oels zur Beruhigung der See bei einer 
Rettungsboje.”) Nach der Zeitschrift „Le Yacht“ haben der Kapt. Debrosse 
und der Lootse Guerrier eine Rettungsboje konstruirt, welche eine Vorrichtung 
erhält, durch welche beim Gebrauch zur Beruhigung der See Oel auf dieselbe 
geträufelt wird. Die aus einem gewöhnlichen Korkkranze bestehende Boje .ist 
mit Metallröhren verbunden, welche, durch vier Stützen an dem Korkkranze 
befestigt, eine Art Geländer um denselben bilden. Diese Röhren werden mittelst 
zweier diagonal liegenden trichterförmigen Oeffnungen mit Oel gefüllt; die 
Oeffnungen werden durch kupferne Schraubenpfropfen verschlossen; dieselben 
sind von unten nach oben so durchbohrt, dafs, wenn drei bis vier Gänge ge- 
lockert sind, die äußere Luft zu. dem im Rohre befindlichen Oel Zutritt erhält 
und den Austritt desselben erleichtert. An der Unterkante des Rohres befinden 
sich an jeder Seite acht kleine Ausflufslöcher, die durch einen gemeinschaftlichen 
Schieber geschlossen und geöffnet werden. Der Apparat nimmt 2 kg Oel auf, 
Zum Gebrauch müssen die Schraubenpfropfen gelockert und die kleinen Ausfluls- 
öffnungen: mittelst des Schiebers geöffnet werden. Da diese Manipulationen vor 
dem Fallenlassen der Boje nothwendig sind, so bedingen sie eine im Ernstfalle 
sehr etörende Verzögerung. Es dürfte erforderlich sein, alle für den Gebrauch 
der Boje nothwendigen Vorrichtungen mit der Fallvorrichtung zu verbinden, so 
dafs mit diesem einen Handgriff der Apparat in volle Thätigkeit tritt. 
2. Bemerkungen über den Hafen von Santa Cruz; Teneriffa. 
Kanarische Inseln, . („Aviso £ los Navegantes“ No. 73/426, Madrid 1891.) 
Der Marinekommandant der Kanarischen Inseln hat Nachstehendes über den 
Hafen von Santa Cruz?) auf der Insel Teneriffa berichtet, 
Von Osten kommend mul man den Thurm der Kirche San Francisco in 
rw. 555° W briugen, da man mit diesem Kurse den im Bau befindlichen Kopf 
der neuen Südmole vermeidet. Hierbei ist jedoch Rücksicht auf den südlichen 
Strom zu nehmen. 
Von Norden oder NO kommend mufßs man den Thurm der Pfarrkirche in 
rw. S 44° W etwas frei vom Molenfeuer bringen und dann sofort ankern, sobald 
man den in der Schlucht von Takhodio beim Fort San Miquel befindlichen Kalk- 
ofen querab hat. 
Die Batterien von Candelaria und Salud sind nicht mehr vorhanden, und 
ist. deren Mauerwerk abgebrochen. Der Thurm der Dominikaner-Kirche existirt 
seit dem Jahre 1852 nicht mehr. 
Von den neuen Befestigungen ist das auf einer Anhöhe befindliche rothe 
Fort Almeida, südlich der Schlucht gleichen Namens, eine gute Landmarke. 
Sobald man dieses Fort in rw. N 60° W peilt. ist man auf dem Ankerplatz mit 
14 bis 16 m Wasser. 
Der vorhin erwähnte Kalkofen wird wahrscheinlich nach Beendigung der 
Hafenbauten wieder abgebrochen werden. 
Die Südmole ist vom Feuer ca 220 m nach rw. N 85° O0 verlängert worden 
und soll in derselben Richtung noch bis auf 16 bis 20m Wassertiefe weiter 
ausgebaut werden. Wenn diese Arbeiten ausgeführt sein werden, wird das Ende 
der Mole mit dem Ende der gleichfalls erbauten Nordmole eine ca 100m breite 
Einfahrt bilden. Die Nordmole wird südlich des Forts San Miguel beginnen und 
sich ca 150m in südöstlicher Richtung erstrecken. 
Bemerkungen über die Tarrafal-Bucht. Insel St. Jago. Kap 
Verdesche Inseln. („Avis aux Navigateurs“ No. 94/559, Paris 1891.) Nach 
einem Berichte des französischen Marinekapitäns Renneteau ist die an der NW- 
Seite der Insel St. Jago belegene Tarrafal-Bucht*) im Jahre 1888 für den Handel 
eröffnet worden. Es hefindet sich daselbst ein Zollamt und auf der Spitze Preta 
auch ein weifses festes Feuer. Der Ankerplatz mit 20 bis 40 m Wasser, feinem 
5 
1) Die mit (D. S.) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet. 
?) Nach Mittheilungen aus d. Geb. d. Seewesens, 1891 No. VIIL. 
3) „Africa Pilot“, Part I, 1890 Seite 123. 
W „Africa Pilot“, Part I, 1890 Seite 185.
	        
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