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Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Frühling 1887.
stand bei N5, dann stieg es mit NW5 die Nacht über. Schiff 103 hatte in
dieser Nacht um 4a den tiefsten Stand mit 747,9 bei SSW 11, darauf rasches
Abflauen, 2 bis 4* p. m. Windstille mit 748 mm Bar., dann neues Fallen mit
mäfsigem NNE; um Mitternacht 745,0 mit N 3. Darauf am 24. um 8a S2 und
750,4, um 12a Stille und 752,0, um 12 p NNW5 und 749,0. Weit klarer und
regelmäfsiger spielte sich am Südrande des grofsen Gebietes niederen Luftdruckes
die Fortpflanzung des Theilminimums ab, welches am 24. südlich von Neufundland
erschien: S. 44 beobachtete in ca 40° N und 48° W, nachdem es Abends vorher
schwachen Nordwind gehabt hatte, im Laufe des 24.: um 2a NNE2, 4a SW 4,
6a S6, 8a SE6, 10a SE8, 12a ESES, 2p E7, 4p ENET, 6p NE6, 8p
NE6, 10p NNE5S, 12 p NNE4; am 25. drehte der Wind langsam von N nach
W und flaute er allmählich ab. Das Barometer fiel von Sp am 23. bis 12 a am
24, (755,1), dann stieg es wieder stetig. In seinem weiteren Verlaufe trat dieser
Theilwirbel viel intensiver auf, wie folgende Notizen zeigen mögen:
Am 25. Mai. S. 121. In 37° N und 34° W. Wind zwischen 10a ünd 122 umlaufend
von SSW 6 nach NNW 9. — SS. 46. In 39° N und 31° W. Nachmittags heftiger Sturm, starker
Regen: 10 6h p. m. niedrigster Luftdr, = 755,5 mm. Wind sprang dann um von SSE10 nach
Zum Schlufs wollen wir wie gewöhnlich in einem Rückblick die Monats-
mittel des Luftdrucks und der Temperatur ins Auge fassen. Für die ersteren
bieten die drei Karten der Monatsisobaren, welche den synoptischen Karten
beigegeben sind, der Betrachtung genügende Unterlage.
Die mittlere Druckvertheilung des März 1887 hat östlich von 20° W mit
unserer Karte XI, westlich von 20° W mit Karte XII am meisten Aehnlichkeit.
Das Monatsmittel des Luftdrucks war in der Umgebung des Kanals um 3 bis
4 mm, in Grönland 7 bis 8 mm zu hoch, bei Neufundland und in Ostrussland
etwa 7 mm zu tief gegen seinen normalen Werth, desgleichen am Nordkap um
etwa 4mm. Die Mitteltemperatur des Monats war in Centraleuropa überall zu
niedrig — von Spanien bis zur Ostsee und von Island bis Siebenbürgen und
wohl auch noch weiter nach Osten hin; besonders kalt war die Mitte des Monats,
aber in Paris stand das Thermometer im ganzen Monat an keinem Morgen, aufser
dem 23., über dem Normalwerthe. Dagegen waren Skandinavien und Schottland
auf der einen, Italien und die Türkei auf der anderen Seite wärmer als gewöhnlich.
Nordamerika war östlich vom Mississippi kälter, westlich davon wärmer als normal.
Die Monatsisobaren des April 1887 zeigen uns ein Mittelding zwischen
dem Bilde von Karte XV und XVI und sind vorwiegend ein Ausdruck für die
Verhältnisse zwischen dem 10, und dem 26. April, Nur-in dem niedrigen
Monatsmittel im nördlichen Norwegen spricht sich der Einfluß der ersten Dekade
des Monats aus. Verglichen mit den Normalwerthen des April war der Luftdruck
auch in diesem Monat über Grönland zu hoch (um 5 bis 6 mm), südlich von Neu-
fundland und am Nordkap zu tief (um 4 mm). Aber der Ueberschufg umfalte
diesmal auch Island und nahm allmählich nach Irland zu ab. Die Abweichungen
der Temperatur vom Normalwerth waren sowohl in Europa als in Nordamerika
ähnlich vertheilt, jedoch geringer als im März.
Im Mai zeigte die mittlere Druckvertheilung die Züge, welche wir auf
unseren Karten XVIII und XIX finden, während der Anfang und das letzte
Drittel des Monats stärker abwichen. Das Maximum der Rofsbreiten war. stärker
entwickelt als gewöhnlich, jedoch nur um ca 2 mm Druck, am Kaspi war der
Druck etwa 4 mm über normal, am Nordkap ca 4 mm zu niedrig. Die Abwei-
chungen der Temperatur von der normalen waren in Europa sehr ähnlich wie
im April, in Nordamerika dagegen war mit Ausnahme von Florida und Südtexas,
Wo sie etwas zu niedrig, und der Küste des Stillen Oceans, wo sie annähernd
normal war, allgemein die Temperatur über der normalen, am meisten in der
Umgebung der Seen und des oberen Mississippi und Missouri (2 bis 3° C.).
Die anhaltende Kälte dieses Frühlings im gröfseren Theile von Mittel-
europa, ganz besonders in Frankreich und Westdeutschland, bildet einen Theil
der merkwürdigen Kälteperiode, welche seit 1885 mit geringen Unterbrechungen
in. diesen Gegenden herrscht und noch heute ihr Ende nicht erreicht zu haben
scheint.
‘Fortsetzung folgt.)