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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

394 Bemerkungen zu Reisen von Schiffen des Hamburger Rheders F. Laeisz. 
aber wieder ein umgekehrtes, denn in ihm verbringen jene 16 Schiffe der Tabelle, 
welche die Linie im nördlichen Sommerhalbjahre überschreiten, einen Tag länger 
als die anderen. Und vergleicht man die Reisen derjenigen Schiffe, welche im 
Dezember und Januar nördliche Breite erreichen, gegen die, welche dasselbe im 
Juli und August thun, so ergiebt sich ein Verhältnis wie 30 zu 36. Die durch- 
schnittliche Reisedauer der Strecke Linie—Lizard beträgt 33 Tage. In kürzester 
Zeit von 22 Tagen legte sie „Palmyra“ im Januar 1891 zurück, Das Mittel, 
gezogen aus der Gesammtzeit, welche für alle Schiffe verflofs, seit sie den Kanal 
verließen und zu demselben zurückkehrten, beträgt 7 Monate und 8 Tage. Die 
kürzeste Rundreise wurde von „Pergamon“ in 5 Monaten und 28 Tagen ausgeführt, 
und nur einige wenige nahmen länger als 8 Monate für dieselbe in Anspruch. 
Es sind dies Erfolge, die sehr wahrscheinlich von Schiffen keiner Nation über- 
troffen werden. 
Tiefseeforschungen im lonischen Meere und an der Nordküste 
von Afrika. 
Zur Ausführung von Tiefseeuntersuchungen im östlichen Theile des Mittel- 
meeres stellte das K. K. österreichische Reichs-Kriegsministerium der Kaiser]. 
österreichischen Akademie der Wissenschaften im Sommer 1890 das österreichische 
Kriegsschiff „Pola“ unter Korv.-Kapt. W. Mörth als Kommandanten zur Ver- 
fügung. Der wissenschaftliche Stab bestand aus Dr. C. Grobben und Dr. E. von 
Marenzeller für biologische Untersuchungen, Professor J. Luksch für die 
physikalischen und Dr. K. Natterer für die chemischen Arbeiten. 
Die Route der „Pola“ ging zunächst nach Korfu, von dort wurden Kreuz- 
touren bis Zante und weiter bis Cerigo und in Entfernungen von 15 bis 40 Sm 
an der afrikanischen Küste entlang bis Ben-Ghdzi gemacht. Auf dem 2616 Sm 
langen zurückgelegten Wege wurden an 48 Haupt- und 24 Nebenstationen Beob- 
achtungen angestellt. 
Die gröfste gelothete Tiefe von 3700 m wurde in 36° 11’ 27“ N-Br und 
19° 9 11“ O-Lg gefunden; 3150 m wurden dicht unter Land, etwa 10 Sm süd- 
westlich von Sapienza, gelothet. Temperaturmessungen wurden 500 angestellt, 
und zwar 70 an der Meeresoberfläche, 300 zwischen 10 und 100m Tiefe und 
130 zwischen 100 und 3700 m. Das specifische Gewicht des Meerwassers wurde 
durch 300 Beobachtungen bestimmt. Das Eindringen des Lichtes in die Meeres- 
tiefe wurde außer durch die gewöhnlichen versenkten Scheiben noch mittelst 
photographischer Apparate gemessen. Die gröfste Tiefe, in welcher eine weiße 
Metallscheibe beobachtet wurde, betrug 43m (um 12% 10” Mittags 15 Sm von 
der afrikanischen Küste entfernt), während Reaktionen der photographischen 
Platten noch in 500 m Tiefe konstatirt wurden. 
Zu Wellenbeobachtungen war nur ein Mal Gelegenheit, wobei die gröfste 
gemessene Höhe der Wellen 45m betrug, die Periode 7 Sekunden. Meteoro- 
logische Beobachtungen wurden fortlaufend angestellt. 
Ausführliche Berichte über die gesammten werthvollen Arbeiten der Ex- 
pedition stehen zu erwarten; zunächst verweisen wir auf den in den „Mittheilungen 
aus dem Gebiete des Seewesens“, 1891, No. III, veröffentlichten vorläufigen 
Bericht, aus welchem auch die obigen Daten entnommen sind. 
Die nachstehende Zusammenstellung der Lothungen giebt die „Hydro- 
graphische Nachricht“ No. 43, Pola 1890.
	        
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