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Bemerkungen über die Tonga-Inseln.
Nach der Karte und den Erfahrungen in der Südsee vermuthet man in
dieser Kirche ein gut hervortretendes weißes Gebäude, womöglich mit Thurm,
thatsächlich ist sie jedoch ein hüttenartiges Haus im Tonga-Stil. Dieselbe ist
gelbbraun angestrichen, steht auf der Höhe zwischen Bäumen und ist nur schlecht
sichtbar. Vor der Kirche steht ein einfaches gelbes Holzkreuz.
Bestimmungsmäfsig sollen für Neiafu Regierungslootsen vorhanden sein,
jedoch ist zur Zeit nach Angabe des Chefs der Deutschen Handels- und Plantagen-
Gesellschaft kein Lootse dort vorhanden. Abgaben für Lootsen werden jedoch
erhoben.
In Neiafu befindet sich eine neue, gute, feste Landungsbrücke (Wharf), an
welcher Schiffe bis zu 4,5 m (15 Fufs) Tiefgang liegen können. Auf dieser Brücke
brannten des Nachts zwei Laternen, die westliche grün, die östliche weiß. Der
regelmäfsig monatlich hier verkehrende Dampfer „Wainui“ (Auckland-Linie) geht
stets längsseit der Brücke.
Lefuka-Hapai sowie Neiafu- Vauvau haben europäische Hafenmeister und
sind Poststationen. Post-, Hafenmeister- und Zollamt sind in einer Hand.
Bemerkungen zu Reisen zwischen Hamburg und Chile,
ausgeführt von Schiffen des Hamburger Rheders F, Laeisz,
während der Jahre 1886 bis 1890.
Von H. Haltermann, Assistent der Seewarte,
Die Ansichten darüber, ob in Zukunft der Dampfer das Segelschiff in der
Frachtfahrt ganz allgemein verdrängen werde, haben sich in den letzten zwei
Jahrzehnten mehrfach geändert. Als in der traurigen Lage, in welcher die
Rhederei sich während des gröfseren Theils der siebenziger Jahre befand, eine
Besserung eintrat und besonders die damals zuerst in gröfserer Zahl erbauten
Frachtdampfer durch die von ihnen erzielten grofsen Gewinne Aufmerksamkeit
erregten, glaubte man, die Zeit der Segelschiffahrt sei für immer dahin. Ziemlich
allgemein war damals der Glaube verbreitet, dafs in nicht ferner Zukunft der
Frachtdampfer den grofsen Frachtverkehr der Welt vermitteln werde. In der
Segelschiffahrt seien kostenersparende Verbesserungen kaum mehr einzuführen,
während neue Erfindungen, welche den Betrieb der Dampfschiffahrt verbilligen,
von Jahr zu Jahr gemacht würden, so folgerte man anscheinend mit voller Be-
rechtigung. Und doch zeigte es sich nach einiger Zeit, dafs diese Annahme
wenigstens jetzt noch verfrüht sei. Als in England, von wo aus seit der Zeit
des nordamerikanischen Bürgerkrieges und der Zunahme eiserner Schiffe fast alle
Neuerungen und Verbesserungen in der Schiffahrt ausgegangen sind, Segelschiffe
von früher ungekannter Gröfse aus Eisen und Stahl, von meist scharfer Bauart,
hergestellt wurden zu billigeren Preisen als die früheren, kostspieliger zu unter-
haltenden und sich rascher abnutzenden, hölzernen Schiffe, als dazu die Preise
der Kohlen und der Lohn der Dampferbesatzungen höhere wurden, die nach
mancher Richtung hin so folgenschwere Thatsache eintrat, dafs die Frachtraten
sich ganz allgemein auf früher kaum bekannte Sätze dauernd erniedrigten, zeigte
es sich, dafs das in langer Fahrt in der Führung von Massengütern beschäftigte
Segelschiff noch recht gut fähig sei, mit Bezug auf Rentabilität die Konkurrenz
des Frachtdampfers auszuhalten.
Um an einem hervorragenden Beispiele zu zeigen, welche Erfolge in bestem
Zustande befindliche neuere Segelschiffe unter tüchtiger Führung erzielen können,
und damit zu beweisen, wie schwer es dem Frachtdampfer werden wird, Schiffe
dieser Art aus der langen Fahrt zu verdrängen, sind die folgenden Angaben über
Reisen von Schiffen des Hamburger Rheders Laeisz zusammengestellt worden.
Diese mit wenigen Ausnahmen ziemlich scharf gebauten, schnell segelnden Schiffe
werden in der Fahrt zwischen Hamburg und Chile in der Weise beschäftigt, dafs