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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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Di 
Versuche über das Glätten der See durch Oel. 
Was die Anbringungsart der Säcke anbetrifft, so berichtet S. M. 8. 
„Kaiser“, dafs sich das Aufhängen zwischen Wind und Wasser, so dals der Sack 
von den Kämmen der Wellen oder von den Brechern berührt wird, am besten 
bewährt hat (vgl. Rottok, „Die Beruhigung der Wellen durch Oel“, Seite 26). 
In dem Bericht S. M. Av. „Pfeil“ ist über die Anbringungsart der Oelsäcke 
nichts erwähnt, doch darf angenommen werden, dafs die Säcke auch über der 
Wasseroberfläche aufgehängt waren, weil diese Art in der für die Versuche 
yegebenen Anweisung als die nach den bisherigen Berichten zweckmälsigere 
bezeichnet war. 
Von 8. M. S. „Kaiser“ wurde aufser Oelsäcken und dem Kloset auch der 
Ausgufs zum Ausgieflßsen des Oels benutzt, und zwar mit bestem Erfolg, so dafs 
die Benutzung desselben, besonders beim Lenzen, von dem Schiffskommando 
vesonders empfohlen wird. 
Beim Dampfen gegen See und Wind liefs sich bei einer Fahrt von 10 Sm 
and gegen Windstärke 6 (Versuch V S. M. S. „Kaiser“) gar keine Wirkung 
konstatiren. „Die bei der schnellen Fahrt sich stets erneuernden Brecher“, be- 
richtet der Kommandant S. M. S. „Kaiser“, „lielsen sich keine Oeloberfläche 
von namhafter Ausdehnung bilden, so daß nicht einmal für den Hintermann des 
in Kiellinie fahrenden Geschwaders eine Wirkung zu konstatiren war.“ 
Ein aus dem Torpedobugrohr abgegebener Schufs mit 20 Liter Oel hatte 
zu der Menge des dabei verbrauchten Oels ebenfalls eine minimale Wirkung; es 
bildete sich nur eine Oeloberfläche von ca 2m Durchmesser. 
Ein recht guter Erfolg konnte beim Heifsen von Booten von dem Gebrauch 
des Oels erzielt werden. Auf der Rhede von Alexandrien mulste von S. M. 8. 
„Kaiser“ bei ziemlich schwerer, kabbeliger See einmal die Dampfbarkasse ein- 
gesetzt und ein anderes Mal ein Kutter geheifst werden. In beiden Fällen wurde 
von der Backspier aus je 5 Liter Wogenbesänftigungsöl nach und nach aus einer 
Kanne ausgegossen. „Sobald die Oelfläche das Boot, das vorher sehr stark 
arbeitete, erreicht hatte, lag es beinahe ruhig, so daß man in demselben bequem 
arbeiten konnte.“ „Die Anwendung von Oel beim Heilsen von Booten in See- 
yang hat sich daher als bequem ausführbar und von grofsem Nutzen gezeigt“, 
30 schliefst der Kommandant S. M. S. „Kaiser“ seinen Bericht. 
Bemerkungen über die Tonga-Inseln. 
Aus dem Reisebericht S. M. Kr.-Korv. „Sophie“, Kommandant Korv.-Kapt. Herbing. 
Rhede von Nukualofa,!) Insel Tongatdbu. Die östliche Einfahrt nach der 
Rhede von Nukualofa bietet bis zur Maka-haa-Insel keinerlei Schwierigkeiten. 
Der auf der Insel stationirte Regierungslootse (ein Eingeborener) kam erst spät 
an Bord, jedenfalls erst zu einer Zeit, nachdem die unsicherste Stelle des Fahr- 
wassers — Südende des in der Nordpassage gelegenen Pau Rocks — passirt war. 
Der Lootse hat Kriegsschiffe kostenfrei zu lootsen, jedoch ist es üblich, demselben 
eine Gratifikation von 1 Lstrl. zu geben. 
Die Anbordnahme eines Lootsen ist besonders am Nachmittage, der un- 
günstigen Beleuchtung des Fahrwassers wegen, zu empfehlen, aufserdem ist der- 
selbe am besten im Stande, für die Wahl des Ankerplatzes die nöthigen Angaben 
zu machen. 
Die für das Ansteuern des Ankerplatzes auf dem Monu-Riff errichtete 
gemauerte Bake (vgl. No. 77 d. „Nachr. f. Seef.“ 1890) ist bei dem letzten 
grofsen Sturm im Frühjahr dieses Jahres zerstört und noch nicht wieder errichtet 
worden. Zur Zeit liegt nur noch ein niedriges Gerüst einer eisernen Bake auf 
dem Riff. Zur selben Zeit ist auch die südlich vom Riffe liegende Tonne (vgl. 
No. 264 d. „Nachr. f. Seef.“ 1888) vertrieben und noch nicht wieder ausgelegt 
worden. 
„Pacific Islands“. Vol. II. 1885. Seite 11.
	        
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