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Versuche über das Glätten der See durch Oel.
Was die Anbringungsart der Säcke anbetrifft, so berichtet S. M. 8.
„Kaiser“, dafs sich das Aufhängen zwischen Wind und Wasser, so dals der Sack
von den Kämmen der Wellen oder von den Brechern berührt wird, am besten
bewährt hat (vgl. Rottok, „Die Beruhigung der Wellen durch Oel“, Seite 26).
In dem Bericht S. M. Av. „Pfeil“ ist über die Anbringungsart der Oelsäcke
nichts erwähnt, doch darf angenommen werden, dafs die Säcke auch über der
Wasseroberfläche aufgehängt waren, weil diese Art in der für die Versuche
yegebenen Anweisung als die nach den bisherigen Berichten zweckmälsigere
bezeichnet war.
Von 8. M. S. „Kaiser“ wurde aufser Oelsäcken und dem Kloset auch der
Ausgufs zum Ausgieflßsen des Oels benutzt, und zwar mit bestem Erfolg, so dafs
die Benutzung desselben, besonders beim Lenzen, von dem Schiffskommando
vesonders empfohlen wird.
Beim Dampfen gegen See und Wind liefs sich bei einer Fahrt von 10 Sm
and gegen Windstärke 6 (Versuch V S. M. S. „Kaiser“) gar keine Wirkung
konstatiren. „Die bei der schnellen Fahrt sich stets erneuernden Brecher“, be-
richtet der Kommandant S. M. S. „Kaiser“, „lielsen sich keine Oeloberfläche
von namhafter Ausdehnung bilden, so daß nicht einmal für den Hintermann des
in Kiellinie fahrenden Geschwaders eine Wirkung zu konstatiren war.“
Ein aus dem Torpedobugrohr abgegebener Schufs mit 20 Liter Oel hatte
zu der Menge des dabei verbrauchten Oels ebenfalls eine minimale Wirkung; es
bildete sich nur eine Oeloberfläche von ca 2m Durchmesser.
Ein recht guter Erfolg konnte beim Heifsen von Booten von dem Gebrauch
des Oels erzielt werden. Auf der Rhede von Alexandrien mulste von S. M. 8.
„Kaiser“ bei ziemlich schwerer, kabbeliger See einmal die Dampfbarkasse ein-
gesetzt und ein anderes Mal ein Kutter geheifst werden. In beiden Fällen wurde
von der Backspier aus je 5 Liter Wogenbesänftigungsöl nach und nach aus einer
Kanne ausgegossen. „Sobald die Oelfläche das Boot, das vorher sehr stark
arbeitete, erreicht hatte, lag es beinahe ruhig, so daß man in demselben bequem
arbeiten konnte.“ „Die Anwendung von Oel beim Heilsen von Booten in See-
yang hat sich daher als bequem ausführbar und von grofsem Nutzen gezeigt“,
30 schliefst der Kommandant S. M. S. „Kaiser“ seinen Bericht.
Bemerkungen über die Tonga-Inseln.
Aus dem Reisebericht S. M. Kr.-Korv. „Sophie“, Kommandant Korv.-Kapt. Herbing.
Rhede von Nukualofa,!) Insel Tongatdbu. Die östliche Einfahrt nach der
Rhede von Nukualofa bietet bis zur Maka-haa-Insel keinerlei Schwierigkeiten.
Der auf der Insel stationirte Regierungslootse (ein Eingeborener) kam erst spät
an Bord, jedenfalls erst zu einer Zeit, nachdem die unsicherste Stelle des Fahr-
wassers — Südende des in der Nordpassage gelegenen Pau Rocks — passirt war.
Der Lootse hat Kriegsschiffe kostenfrei zu lootsen, jedoch ist es üblich, demselben
eine Gratifikation von 1 Lstrl. zu geben.
Die Anbordnahme eines Lootsen ist besonders am Nachmittage, der un-
günstigen Beleuchtung des Fahrwassers wegen, zu empfehlen, aufserdem ist der-
selbe am besten im Stande, für die Wahl des Ankerplatzes die nöthigen Angaben
zu machen.
Die für das Ansteuern des Ankerplatzes auf dem Monu-Riff errichtete
gemauerte Bake (vgl. No. 77 d. „Nachr. f. Seef.“ 1890) ist bei dem letzten
grofsen Sturm im Frühjahr dieses Jahres zerstört und noch nicht wieder errichtet
worden. Zur Zeit liegt nur noch ein niedriges Gerüst einer eisernen Bake auf
dem Riff. Zur selben Zeit ist auch die südlich vom Riffe liegende Tonne (vgl.
No. 264 d. „Nachr. f. Seef.“ 1888) vertrieben und noch nicht wieder ausgelegt
worden.
„Pacific Islands“. Vol. II. 1885. Seite 11.