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Kleine Notizen.
schwer angelothet werden können. Wenn man auf die Aufsentonne mit einem
Westkurse zusteuert, so findet man über 5,5m Wasser. An beiden Seiten des
Fahrwassers stehen mehrere Pegel, von welchen einige für die daselbst bekannt
seienden als Landmarke benutzt werden.
Für kleine von Osten kommende oder auslaufend nach Osten steuernde
Fahrzeuge ist es nicht nothwendig, das betonnte Fahrwasser streng einzuhalten;
dieselben können in der Peilung „Leuchtthurm in WSW“ über die Bänke bei
Hochwasser ihren Kurs nehmen und finden daselbst nur 0,6 m weniger Wasser
als im Fahrwasser bei der schwarzen Tonne 7 ist.
Bei der ersten Biegung des Flusses, von wo derselbe eine südwestliche
Richtung einnimmt, erstreckt sich von dem westlichen Ufer eine breite, trocken
fallende Schlammbank. Man mufs hier das nördliche Ufer halten, und nördlich des
ersten Nebenflusses am südlichen Ufer mufs- man nach der andern Flufsseite
steuern und sich längs dieser halten. Die beiden dann westwärts in der Mitte
des Flusses liegenden, mit Bäumen bestandenen Inseln muls man stromaufwärts
gehend, an St-B. behalten. Weiter stromaufwärts, wo der Flufs sehr viele und
scharfe Biegungen macht, mufß man sich stets an der äufseren Seite der Biegung
halten, nur bei der letzten Biegung vor Tandjoeng Poera mul man, sobald man
auf der Höhe der daselbst befindlichen Kaserne sich befindet, das Mittefahrwasser
halten. Die Breite des Fahrwassers beträgt hier vielfach nur 40 m, und ist es
deshalb den Dampfern anzuempfehlen, bei den scharfen Biegungen des Flusses
von Zeit zu Zeit ein Signal mit der Dampfpfeife zu machen. Wird ein solches
Signal von ecinem entgegenkommenden Dampfer beantwortet, so mufßs das strom-
aufwärts gehende Schiff eine höhere Stelle wählen, um den stromabwärts kom-
menden Dampfer passiren zu lassen.
In den Langkat ergiefst sich eine größere Anzahl Nebenarme, und beträgt
die Stromgeschwindigkeit während der Ebbe bis 2'/. Sm die Stunde. Bei Tand-
joeng Poera ist das Wasser während der Ebbe frei von Salzgehalt.
Tandjoeng Poera oder Kelambir ist der Hauptort des Distrikts. Langkat
and der Sitz des Zollamts. Eine militärische Besatzung befindet sich daselbst,
auch ist ein Post- und Telegraphen-Nebenamt vorhanden. Die Einwohner be-
stehen gröfstentheils aus Eingeborenen, aber es sind auch einige Europäer und
viele Chinesen daselbst.
Einige Dampfer unterhalten einen regelmäfsigen Verkehr mit Pinang und
einige kleine Dampfer mit den zunächst gelegenen Küstenplätzen. Aufserdem
läuft regelmäfsig alle 14 Tage der von Deli kommende Regierungsdampfer diesen
Ort an. Der Verkehr mit dem Binnenlande findet auf den gut erhaltenen Strafen
und mit Booten statt.
6. Ansegelung des Hafens Makung. Pescadores-Inseln. China.
Nach einem Bericht des Kommandanten 5. M. Knbt. „Wolf“, Korv.-Kapt. Hell-
hof, ist die Bake auf der Insel Flat (vgl. „Ann. d. Hydr.“ etc. 1883, Seite 259)
nicht mehr vorhanden.
Die im Segelhandbuch „China Sea Directory‘, Vol. III, 1884, Seite 242
angegebenen Anweisungen genügen vollkommen, um mit Sicherheit in den Hafen
einlaufen zu können.
Berichtigung, Im vorigen Jahrgange dieser Annalen Seite 379 ist ein
Bericht des Kapitäns H. Dreyer, Führer des Dreimastschoners „Neptun“, ver-
öffentlicht worden, nach welchem der genannte Kapitän ostnordöstlich von der
Insel Sunday im Südlichen Stillen Ocean eine neue Inselgruppe gesehen haben
wollte. Nach den weiteren Untersuchungen hat sich herausgestellt, dafs diese
Inselgruppe identisch ist mit den Herald-Inseln.
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