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Kleine Notizen.
Aehnliche Bemerkungen über den Mifserfolg des Oelens bei schwerem
Lenzen wurden von verschiedenen Kapitänen gemacht. So schreibt P. Reitzen-
stein vom Schiffe „Freiburg“ in seinem Journal der Reise von La Paz nach
Hamburg unter dem 22. September 1890 auf 46,6° S-Br und 949° W-Lg:
„Schwerer Sturm aus SW, sehr schwere Böen; müssen noch mehr abhalten, um
lenzen zu können. Trotz des Gebrauchs der Oelsäcke viel Wasser an Deck;
mehrere Stücke aus der Verschanzung schlugen weg; durch eine überbrechende
See wurden zwei grofse Boote stark beschädigt.“
Ferner unter dem 11. Oktober auf 38,8° S-Br und 29,8° W-Lg: „Um
2 Uhr Nachts, als der schwere Sturm von NNW nach W umlief, hielten wir ab
auf NOzN-Kurs und setzten so rasch wie möglich Segel. Die See lief noch sehr
hoch» trotzdem wir Oelsäcke aushängen hatten, wurde das Deck von der See
beständig überschwemmt.“
Desgleichen berichtet Kapt. J. Hammer vom Schiffe „Urania“: „Auf
der Reise von Port Adelaide nach Falmouth am 6. Februar 1891 auf 46,7° S-Br
und 46,5° W-Lg. Lenzten bei sehr schwerem Sturm (11) von SzW vor dem
Winde. Trotzdem Oel gebraucht wurde, lief zweimal eine See von achtern
übers Heck.“
Da auch gegentheilige Berichte in erheblicher Menge vorliegen, so ist die
Annahme berechtigt, daß in den erwähnten Fällen der Mifserfolg vielleicht durch
eine nicht ganz zweckentsprechende Anbringung der Oelsäcke oder durch die
Verwendung einer nicht entsprechenden Oelsorte verursacht wurde. Es würde
zur Förderung der wichtigen Sache sehr erwünscht sein, wenn die Kapitäne in
ihren Berichten über die Anwendung von Oel zur Beruhigung der See über die
erwähnten Punkte stets genaue Mittheilung machen wollten,
2. Bemerkung über die Ansteuerung des Ankerplatzes auf der
Rhede von Leith. Nach einem Berichte des Kommandanten S. M. S. „Stosch“,
Kapt. z. See Diederichsen, ist die in den Karten und in dem Segelhandbuch
„North Sea Pilot“, Theil II 1885, Seite 234 angegebene Leitmarke für die 9 m-
(5 Fad.-) Rinne auf der Rhede, seit dem Bau der Firth-Brücke durch eine
bessere ersetzt.
Die kleine Insel Inch Garvie (alte Leitmarke) fällt jetzt mit dem Mittel-
pfeiler der Brücke zusammen und ist kaum auszumachen.
Der Mittelpfeiler der Brücke an die Spitze Hount (Hochwassergrenze)
gebracht kennzeichnet dagegen deutlich die Richtung der tiefen Rinne.
8. (D. S.) Shehr und Makalleh an der Südküste von Arabien.
Kapitän E. Elson, d. Z. Führer des Dampfers des Sultans von Zanzibar „Barawa“,
der die genannten Plätze im Februar 1889 besuchte, macht über dieselben
folgende Bemerkungen: „Shehr oder Shehah auf 14° 43,8‘ N-Br und 49° 34,5’
O-Lg ist eine offene Seerhede ohne jegliche Einbuchtung der Küste und ohne
Schutz durch vorliegende Riffs, Der Ankerplatz ist sehr bequem anzulothen, indem
von 15 Fad. an die Tiefe ganz regelmäfsig abnimmt. Es sind zwei vorzügliche
Ansegelungsmarken vorhanden: westlich der Stadt der Tafelberg Jebel Dheb’ah;
derselbe ist so flach wie ein Teller obne jede Erhöhung und liegt 2 Sm vom
Strande entfernt; östlich der Stadt befindet sich der Berg Jebel Yukalıf oder
Dhubdhub von wallartigem Aussehen und oben mit Zacken und Spitzen versehen.
Während der 8 Tage unseres Hierseins (im Februar) wehte Morgens stets leichte
Landbriese aus NW bis N, so dafs Segelschiffe mit Leichtigkeit die Rhede ver-
lassen konnten. Gegen 9 Uhr Vormittags setzte die Seebriese aus SE ein,
Anfangs flau, Nachmittags als mäfsige Briese wehend. Nachts war es windstill.
In Shehr befindet sich ein Zollhaus und mufs Hafengeld (10 Rupien) bezahlt
werden. Trinkwasser ist schlecht. Es herrscht grofse Armuth; die Bevölkerung
Jebt fast ausschliefslich von Fischen, die hier in unglaublichen Mengen vorhanden
sind. Eine Ziege kauft man für höchstens 3 bis 6 Rupien.
Makalleh (Mikallah), ungefähr 30 Sm westlich von Shehr, in 14° 31,3 N-Br
und 49° 7,0‘ O-Lg gelegen, ist der Haupthandelsplatz an der Küste Süd-Arabiens.
Es liegt auf einer felsigen Landspitze, die sich an den Jebel Gharrah anlehnt.
Dieser Berg von ungefähr 1300 engl. Fuß Höhe ist gegen 40 Sm weit sichtbar
und erscheint schon in der Ferne von glänzender Weile, daher rührend, dafs
die obere Hälfte desselben aus weilsem Marmor besteht. Man liegt hier sehr
ruhig in einer Bai. Morgens herrscht leichte Landbriese, Nachts Windstille.