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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Blitzschäden an Bord von Schiffen auf See. 
Datum 
1884 Juni 11 
1884 Dez. 10 
1885 Dez. 14 
1886 Mai 25 
1886 Okt. 31 
1887 Okt. 28 
1888 März 12 
Schiffsort 
Name des Schiffes 
und des Führers 
43,4° S-Br und 
81,7° O-Leg. 
Eiserne Bark 
„Emil Julius*, 
Kapt. J. Hansen 
Journ. S. 2267. 
In den höheren 
Breiten des 
Indischen Oceans. 
39,6° N-Br und Hölzerne Bark 
58,3° W-Lg. „Felix Mendelssohn“ 
‚Kapt. Fr.Wähmanr 
Im Nordetlenttechen] Journ. S. 2250. 
Ocean, im Golfstrom. 
34,9° N-Br und 
33,8° W-Le. 
Hölzerne Bark 
„Paula“, Kapt. 
B. Haverkamp 
Journ. S. 2444. 
Im Nordatlantischen 
Ocean, südwestlich 
von den Azoren, 
37,7° N-Br und 
711° W-Lg. 
Hölzernes Schiff 
„Hedwig“, 
Kapt. Th. Minssen. 
Journ. S, 2561. 
Unweit der atlanti- 
schen Küste Nord: 
amerikas, im Golf 
strom. 
10,9° N-Br und 
24,9° W-Lg. 
Hölzernes Schiff 
„J. W. Gildemeister“. 
Kapt. A. Lehmann, 
Journ. S. 2741. 
im Nordatlantischen 
Ocean, unweit der 
äquatorialen Grenze 
des Nordostpassat- 
gebietes. 
1,3° S-Br und 
119,3° O-Lg. 
Hölzerne Bark 
„Pacific“, 
Kapt. C. Oltmann 
Journ. S. 2961. 
Ostasiatischer 
Archipel, in der 
Makassar-Strafse. 
5,2° N-Br und 
99° O-Lg. 
Eiserne Bark 
„Birma“, 
Kapt. Fr.Hullmanı 
Journ. S. 3073. 
Indischer Ocean, in 
der Malacca-Strafse. 
Bericht 
Zunehmender Wind aus NW, mit Böen 
und leichtem Regen, bei fallendem Baro- 
meter. Um 4h 30m p, m. heftige Gewitter- 
böe mit starkem Hagel. Der Blitz schlug 
in die Vorbramstänge und zündete, Gleich- 
zeitig niedrigster Barometerstand 747,3 mm. 
Wind umlaufend nach WzS, Sturm, fort- 
während schwere Böen mit Hagel, Blitzen. 
Nachts heftige Gewitter mit Hagel und 
Regen. Wind steif, südlich krimpend. 
Gegen 51/2 Uhr Morgens schlug der Blitz 
in den Vortopp und zertrümmerte die 
Oberbramstänge. Bald darauf Wind aus- 
schiefsend von S nach W 9. 
Sturm aus NW. Um 8% p.m. eine 
sehr heftige Böe mit starkem Hagel und 
Regen. Aus der Wolke dieser Böe blitzte 
28 nur zwei Mal, und traf der eine Blitz- 
schlag unsern Vortopp, ohne jedoch be- 
zonderen Schaden anzurichten. Er hatte 
nur Merkzeichen im Topp, an Deck und 
am Vordersteven zurückgelassen. Es ist 
merkwürdig und mir unerklärlich, dafs 
wir keinen gröfseren Schaden erlitten. 
Wind WSW5. Morgens schweres 
Gewitter recht über uns. Ein Blitz zer- 
splitterte die Voroberbramstänge, das 
zweite Mal in zwei Jahren. Der Blitz 
war vom Stag abgesprungen, wobei er 
das Schiemannsgarn zerrissen hatte. Kin 
Mann auf der Back wurde betäubt und 
ohne Besinnung vorgefunden. 
Um 5 Uhr Morgens sehr schweres Ge- 
witter. Der Blitz spaltet den Grofsflaggen- 
topp; läuft an beiden Seiten die Oberbram- 
pardunen hinunter und an den Rüsteisen, 
den Kupferbeschlag zerreifsend, ins Wasser. 
Den ausführlichen Bericht s, diese Annalen 
Jahrgang 1888 Seite 104. 
Um 61/ah p. m. entlud sich gerade über 
uns ein furchtbares Gewitter. Gerade, als 
ich das Vorbramsegel niederfieren liefs, 
fuhr ein Blitzschlag in den Vortopp. Die 
Leute, welche beim Bramgut beschäftigt 
waren, kamen erschrocken nach hinten 
gelaufen und sagten, es habe vorne ein- 
geschlagen. Sie waren alle wie betäubt 
zewesen. Später fanden wir aber weiter 
keine Beschädigung, als dafs die kupferne 
Stange auf dem Topp, woran die Wind- 
fahne sals, stumpf abgeschlagen war. Wind 
während des Gewitters sehr leicht, mallend 
zwischen NW und SE; wolkenbruchartiger 
Regen, 
Von 5h bis 6h a. m. schweres Gewitter, 
von O nach W ziehend; ununterbrochener 
Regen, Um 5* 30% a. m. schlug der Blitz 
durch das Gaffeltoppsegel, in welches er 
ein Loch von 60cm Länge rifßs, that je- 
doch weiter keinen Schaden. 
In den 11 Jahren von 1879 bis 1889 waren es demnach 14 Fälle, dafs 
Segelschiffe, auf welchen das Journal der Seewarte geführt wird, vom Blitze 
getroffen wurden. Da während derselben Zeit durchschnittlich im Jahre 180 ver- 
schiedene Schiffe Journale einlieferten, so ergiebt sich, dafs im Mittel im Laufe
	        
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