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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Aus dem Reiseberichte des deutschen Vollschiffes „Freiburg“. 
4 Uhr gingen wir mit leichtem südlichem Winde, nach Hamburg bestimmt, 
unter Segel. 
Aufserhalb des Kap San Lukas trafen wir westlichen Wind, der beim 
Fortschreiten nach Süden allmählich durch NW auf NE holte. In 15° N-Br 
und 114° W-Lg begann der SW-Monsun, welcher in 5° N-Br und 105° W-Lg 
in den SE-Passat überging, mit dem am 25. August der Aequator in 113° W-Lg 
geschnitten wurde. Im SE-Passat kamen wir leidlich gut voran, im Süden von 
demselben ging es uns aber um so schlechter, denn um von 20° nach 30° S-Br 
zu gelangen, benöthigten wir 9 Tage. Am 29. August wurde 10° S-Br in 
119° W-Lg, am 2. September 20° S-Br in 120,5° W-Lg, am 11. September 
30° S-Br in 118° W-Lg und am 18. September 40° S-Br in 110° W-Lg ge- 
schnitten. Am 22, September hatten wir in 46° S-Br und 95° W-Lg einen 
ziemlich schweren SW-Sturm durchzumachen, bei dem namentlich die See sehr 
hoch war. Am 25. September wurde die Fahrt in 49° S-Br und 87° W-Lg für 
einige Wachen durch Windstille unterbrochen. Hierauf kam NE-Wind durch, 
der am 27. September für kurze Zeit stürmisch auftrat. Die Umsegelung von 
Kap Horn wurde mit nördlichen Winden vollendet, was zur Folge hatte, dafs 
die Temperatur der Luft während dieser Zeit nicht unter 4,5° C. sank. Der 
Meridian des Kaps wurde am 30. September überschritten. 
Im Südatlantischen Ocean steuerten wir fast ganz den uns von der See- 
warte anempfohlenen Kurs und fanden dabei eine recht gute Gelegenheit, In 
39° S-Br und 30° W-Lg hatten wir am 10. Oktober einen Sturm zu bestehen, 
welcher aus NzE begann und in welchem der Wind durch NW nach W drehte, 
and am 17. Oktober mufsten wir in 26° S-Br und 25° W-Lg noch einmal wegen 
stürmischen Windes für kurze Zeit beidrehen. Der hierauf folgende SE-Wind 
brachte uns dann direkt in den SE-Passat, welcher in seinem weiteren Verlauf 
meist immer eine ostnordöstliche Richtung hatte, so dal es gut für uns war, 
etwas Länge zusetzen zu können. Am 31. Oktober um 1 Uhr Morgens gingen 
wir in 286° W-Lg von der südlichen zur nördlichen Halbkugel über. Die 
Schnittpunkte von Kap Horn bis hierher waren 50° S-Br in 48° W-Lg am 
4. Oktober, 40° 8-Br in 32° W-Lg am 9. Oktober, 30° S-Br in 24° W-Lg am 
15, Oktober, 20° S-Br in 25° W-Lg am 22. Oktober und 10° S-Br in 28° W-Lg 
am 27. Oktober. 
Der SE-Passat geleitete das Schiff am 2, November nach 5° N-Br in 
29° W-Lg. Am 7. November kam in 10° N-Br und 27,3° W-Lgy der NE- 
Passat durch, der das Schiff am 15. November nach seiner polaren Grenze auf 
26,2° N-Br in 322° W-Lg brachte. Auf leichte bis frische südliche Winde in 
den ersten Tagen folgten bis zum 26. November anhaltende östliche, meistens 
leichte Winde, bis in 43,2° N-Br und 28,8° W-Lg wieder Winde aus dem west- 
lichen Halbkreise die Oberhand gewannen, mit denen das Schiff am 1. Dezember 
47,3° N-Br und 15,9° W-Lg erreichte. ‚Von hier aus war die Gelegenheit wieder 
eine schlechte, An den beiden ersten Tagen wehten leichte bis steife nördliche 
bis nordöstliche Winde; am 3. Dezember war ein voller Sturm aus Nord zu be- 
stehen, und dann waren Winde von NE bis SE vorherrschend, die meistens 
mäfig, zuweilen aber auch steif und stürmisch auftraten. Unter diesen Umständen 
konnte erst am 11. Dezember 1890 Start Point nach einer Reise von 130 Tagen 
Dauer passirt werden. 
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