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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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Segelanweisungen für einige regelmäfsige Reiserouten S. M. Schiffe, 
Wird angenommen, dafs die ganze Rundfahrt, einschliefslich des Aufenthalts 
an den verschiedenen Plätzen, etwa fünf Monate in Anspruch nimmt, dafs also, 
den Aufenthalt in Sydney hinzugerechnet, jährlich zwei Rundreisen gemacht 
werden können, so dürfte sich die Reise, in Anbetracht der vorher dargelegten 
Verhältnisse, am zweckmäfsigsten, wie folgt, einrichten lassen: 
Erste Abfahrt von Sydney nach Apia im April. Man halte sich, um die 
östlichen Winde in der Nähe des Passatgebiets zu vermeiden, zunächst gut süd- 
lich und schneide, da der Passat für die Fahrt nordwärts nach Apta oft sehr 
schral ist, den Parallel von 30° Süd erst in der Nähe von 170° We. Von 
Apia nach Jaluit folge man nahezu dem kürzesten Wege, desgleichen von Jaluit 
nach Matupt. Von Finschhafen nach Sydney gehend, suche man zunächst‘ eine 
gut östliche Stellung zu gewinnen. Ankunft in Sydney gegen Ende August oder 
im September. 
Zweite Abfahrt von Sydney im Oktober. Auf der Reise nach Apta ver- 
fahre man, wie oben angegeben. Auf der Weiterfahrt nach Jaluit empfiehlt es 
sich, wenigstens wenn zu leichte oder ungünstige Winde angetroffen werden, vom 
kürzesten Wege abzuweichen und möglichst rasch Nordbreite aufzusuchen, weil 
hier der Passat in der betreffenden Jahreszeit durchweg frischer und beständiger 
zu wehen pflegt. Ebenso sollte man auf der Fahrt von Jaluit nach Finschhafen, 
welcher Platz jetzt am besten vor Matupi angelaufen wird, in nördlicher Breite 
bleiben, bis die Länge des Bestimmungsortes erreicht ist. Von Matupi aus suche 
man zunächst wieder Ost zu gewinnen, was jetzt durch die herrschenden west- 
lichen Winde erleichtert wird. 
Es ist noch zu bemerken, dafs man auf diese Weise der Orkangefahr 
nach Möglichkeit aus dem Wege geht, indem man die Zeit, wenn diese Stürme 
auftreten, zum Theil nördlich des Aequators, zum Theil im australischen Küsten- 
meer, wo das Vorkommen, wie erwähnt, ein sehr viel seltneres zu sein scheint, 
und in Sydney zubringt. 
Soll die Rundreise in entgegengesetzter Richtung gemacht werden, so 
dürfte es sich empfehlen, die erste Abfahrt von Sydney in den Januar und die 
zweite in den Juli zu legen. Die Fahrt von Finschhafen ostwärts über Jaluit 
nach Apta sollte man dann auf der ersten Reise vornehmlich in Süd-, auf der 
zweiten aber in Nordbreite bewerkstelligen, wo man im Sommer und Herbst der 
Nordhemisphäre oft eine östliche Strömung antrifft. Sie findet sich im Kalmen- 
gürtel zwischen Nordost- und Südostpassat. Auch bei dieser Anordnung wird 
man die Orkangefahr nach Möglichkeit vermeiden. 
Die Wahl eines Hafens in Neu-Seeland anstatt Sydneys als Abfahrtsort 
dürfte, wenn man die allgemeinen Windverhältnisse in Betracht zieht, hinsicht- 
lich der Dauer der Rundreise in keiner Jahreszeit einen Vortheil versprechen. 
Bericht des Kapt. P. Reitzenstein von dem deutschen 
Vollschiffe „Freiburg‘ über seine Reise von Cardiff nach Santa 
Rosalia, ) Guaymas, Raza-Insel und Pichilingue (Golf von Kali- 
fornien) und zurück nach Hamburg. 
(Mittheilunge von der Deutschen Seewarte.) 
Am 4. Oktober 1889 verlielßsen wir bei frischem Westwinde mit der Be- 
stimmung nach Santa Rosalia den Hafen von Cardiff. Meine Vermuthung, dafs 
der Wind nördlich holen würde, bestätigte sich nicht, vielmehr hatten wir bis 
zum 11. Oktober gegen westsüdwestlichen, oft stürmischen Wind zu kreuzen, 
wobei fast gar nichts gewonnen wurde und wir eben so gut diese Zeit hätten in 
Cardiff bleiben können. Nachdem sechs Tage auf See verflossen waren, befanden 
u Siehe auch diese Annalen Jahrgang 1890, Seite 341 ff.
	        
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