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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Segelanweisungen für einige regelmäfsige Reiserouten S. M. Schiffe, 
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südlichen Tropenzone herrscht alsdann gewöhnlich ruhiges, beständiges Wetter, 
bei: frischer Briese und mit verhältnifsmäfsig seltenen Regenfällen. 
Von Dezember bis März ist dagegen der Passat auf einem grofsen Theile 
seines Gebietes gestört. In der östlichen Umgebung von Neu-Guinea, in einem 
Meeresraum, der zur Zeit der gröfsten Entwickelung ostwärts bis ungefähr 
160° O-Lg und südwärts bis etwa 13° S-Br sich erstreckt, treten an seine Stelle 
ziemlich beständig aus demselben Viertel wehende Nordwestwinde, der sogenannte 
Nordwestmonsun.. In weiterer Ausdehnung dieses Gebietes nach Osten und Süd- 
osten herrschen veränderliche Winde, vorwiegend aus Nordost und Nordwest, 
und der Passat tritt nur in zeitweiligen Unterbrechungen auf. Beständig weht 
derselbe nur südlich von 20° bis 15° S-Br. Südwärts erstreckt sich sein Gebiet 
zu dieser Zeit aber bis über 30° S-Br hinaus, und selbst bis 35* S-Br sind öst- 
liche Winde sehr vorwiegend. Die.Nordgrenze des stetigen Südostpassats hat 
in dem Meeresstriche zwischen Australien und Neu-Kaledonien und den Neu- 
Hebriden gewöhnlich eine nördlichere Lage, als weiter östlich, wo das Gebiet 
des gestörten Passats noch die Samoa-, Tonga- und Fiji-Inseln umfafst. In 
nördlicher Breite erstreckt sich jetzt das Gebiet des gewöhnlich frisch wehenden 
Nordostpassats bis nahezu an den Aequator. 
Die genannten vier Monate sind für die südliche Tropenzone die Jahres- 
zeit der häufigsten und stärksten Regenfälle und des unbeständigen Wetters. Der 
Wind weht zwar meistens leicht, oft aber auch stark, besonders in Böen, und 
mitunter wächst er zu orkanartigen Stürmen an. Das Verbreitungsgebiet der 
letzteren liegt südlich von 10° S-Br, hauptsächlich in der Umgebung der Tonga-, 
Fi - und Samoa-Inseln, doch kommen sie, wenn auch anscheinend viel seltener, 
auch in dem ostaustralischen Küstenmeere vor. Die Zugrichtung der sie be- 
gleitenden Luftdruckminima ist bis ungefähr 20° S-Br vorwiegend westlich, 
weiterhin östlich von Süd. Die Monate des häufigsten Auftretens sind März und 
Februar, 
In den Uebergangsmonaten April und November herrschen in dem Gebiete, 
wo der Passat von Dezember bis März gestört ist, viele Stillen und leichte 
Winde, besonders im ersteren Monat.‘ Selbst im Mai pflegt der Passat, wenigstens 
auf dem östlichen Theile jenes Gebietes noch nicht völlig wieder eingesetzt 
zu sein. 
Unter den obwaltenden Windverhältnissen ist die Rundreise über die in 
Frage stehenden Plätze in keiner Reihenfolge gänzlich mit günstigem Winde zu 
machen. In der Folge Sydney, Apia, Jaluit, Finschhafen, Matupi, Sydney ist es 
die Strecke Matupi— Sydney, wo die Winde am hinderlichsten sind, während in 
entgegengesetzter Richtung die Strecken Finschhafen—Jaluit und Jaluit— Apta 
die meisten Schwierigkeiten bieten. Es kann deshalb fraglich erscheinen, welche 
Reihenfolge die meisten Vortheile verspricht; da jedoch auf dem Wege Sydney, 
Matupi u. s. w. eine sehr viel längere Strecke unter widrigen Verhältnissen 
zurückgelegt werden mufs, als auf dem Wege in entgegengesetzter Richtung, so 
dürfte im Ganzen genommen doch der letztere vorzuziehen sein, 
Für die. Fahrt von Sydney nach Apia liegen die Verhältnisse am 
günstigsten von Mai bis November mit umlaufenden Winden von NNE bis NW 
durch W nach SW und S, die bis August oder September länger von der Süd-, 
später aber länger von der Nordseite anzuhalten pflegen. Von Dezember bis 
März wehen. oft östliche Gegenwinde. Wenn möglich, sollten deshalb ‚diese 
Monate für die Fahrt nach Osten vermieden werden. . 
Auf der Strecke Matupi—Sydney scheinen die Monate März bis Juli, wegen 
des Vorherrschens‘ südlicher, und zwar in den Breiten nördlich von 25° Süd und 
in den ersteren Monaten vornehmlich südöstlicher, in südlicheren Breiten und in 
der späteren Jahreszeit vornehmlich südwestlicher Winde, die ungünstigsten zu 
sein, Während der übrigen Monate scheint der Wind bei den aufserhalb des 
Passatgebietes auftretenden Umläufen länger aus dem nördlichen Halbkreise zu 
kommen, oder auch — was in den Monaten November bis Januar der Fall — 
der Passat im südlichen Theile seines Gebietes eine mehr östliche und selbst 
nordöstliche Richtung anzunehmen. Es kommt noch hinzu, dafs in den Monaten 
Dezember bis Februar der östlich von Neu-Guinea herrschende Nordwestmonsun 
die Gelegenheit bietet, zunächst etwas Ostlänge und damit eine günstigere 
Stellung für die Durchsegelung des Passatgebietes zu gewinnen.‘ 
Ann. d, Hyär, etc., 1891, Heft IX.
	        
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