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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

358 Segelanweisungen für einige regelmäfsige Reiserouten S. M. Schiffe.

Gelegenheit zu erhalten, natürlich keinen Erfolg erwarten; vielmehr hat man alsdann
 den nächsten Westwind im Norden von sich zu suchen. Nach dem hier
Gesagten ist auch einzusehen, weshalb es für ein Schiff, welches in höheren
Breiten von einer Depression überholt wird, bei schralem Nordnordostwinde und
fallenden Barometer oft von gröfserem Vortheile sein kann, beizudrehen und die
Aenderung des Windes nach einer günstigen Richtung abzuwarten, als vollweg
nach Süden zu halten.
Derartige, einer verhältnifsmäfsig nördlich gelegenen Depression angehörige
Östwinde werden am häufigsten im Winter, besonders im Juni, und auf der östlich
 von 100° O-Lg gelegenen Wegstrecke angetroffen. In derselben Jahreszeit
herrschen in den australischen Gewässern und vor der Bass-Strafse sehr viele
nördliche Winde, und kann deshalb ein Abweichen von der Route nach Norden
unter den erwähnten Umständen, auch in Anbetracht des späteren Verlaufes der
Reise nur als vortheilhaft erscheinen.
Das Vorherrschen nördlicher und nordwestlicher Winde in den australischen
 Gewässern dauert etwa von Mai bis September. Während dieser Monate
ist es rathsam, das Schiff schon frühzeitig in 135° O-Lg oder westlicher in die
Breite des nördlichen Einganges der Bass-Strafse zu bringen und die letztere
auf Ostkurs anzusteuern. Dagegen sind von November bis März und besonders
im Januar und Februar südliche uud östliche Winde vorwiegend, weshalb in
dieser Jahreszeit ein nordöstlicher Kurs nach der Strafßse mehr Vortheil verspricht.

P Im Uebrigen darf in Bezug auf die Fahrt nach Osten in den höheren südlichen
 Breiten auf das Segelhandbuch der Seewarte für den Atlantischen Ocean
Seite 435 ff. verwiesen werden.
Zur Kennzeichnung der Windverhältnisse am westlichen KEingange der
Bass-Strafßse folgt hier noch eine Zusammenstellung der diesbezüglichen vierjährigen
 Beobachtungen (1859 bis 1862) von Portland, Victoria, welche sich in
den „Results of the Meteorological Observations taken in the Colony of Victoria“
des Flagstaff Observatory in Melbourne veröffentlicht finden.

Procentische Häufigkeit der Winde in Portland, Victoria, nach den Beobachtungen
 der Jahre 1859 bis 1862,

Monat

Januar
Februar .
März . .
April. .
Mai . .
Juni
Juli .» .
August .
September
Oktober .
November
Dezember

ala al x Saw lew

13
12
32
10
5

26
23
20
10
' 3
ö
{1
n
8 10
15 | 13
15 | 15
26 | 10

2 a
2 7
4 10
1 23
5 15 7
8 49 *1
7 16 0
10 23 If
8| 9 24
2] 9115
3| 7 2
1: 5710

10
17
2.
io
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16
11
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4
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7
11
7
11
12

19
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20
26
23
21

1

13

Vorherrschende Winde

SW durch S bis E; zumeist E und SE.
SE und E.
SE—E und W.
NW—W und SE veränderlich,
N—SW, am meisten NW—W,
N bis W.
N bis W, veränderlicher als im Mai und Juni.
N bis SW, veränderlich.
NW bis W, veränderlich.
NW bis SW und SE bis E., .
W bis SW und SE bis E.
W durch S bis SE.

6. Rundreise im südwestlichen Theile des Stillen Oeceans.
Nach dem bisher von der Seewarte zusammengestellten, hauptsächlich den
meteorologischen Journalen S. M. Schiffe entnommenen, ziemlich spärlichen
Beobachtungsmaterial lassen sich in Bezug auf die Windverhältnisse im südwestlichen
 "Theile des Stillen Oceans zwei Jahreszeiten unterscheiden. Die erste,
längere, umfalst die Monate Mai bis Oktober, die zweite, kürzere, die Mohate
Dezember bis März; April und November sind Uebergangsmonate.
Die Monate Mai bis Oktober bilden die Jahreszeit des durchstehenden
Südostpassats. Es ist zugleich die Zeit, wenn das Passatgebiet am weitesten
nordwärts verschoben liegt, indem seine mittlere Südgrenze in 25° bis 20° S-Br,
seine mittlere Nordgrenze aber nördlich des Aequators sich befindet. In der
            
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