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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Segelanweisungen für einige regelmäfsige Reiserouten S. M. Schiffe. 
v4), 
Segelanweisungen für einige regelmäfsige Reiserouten 
S. M. Schiffe. 
Die nachstehend aufgeführten Segelanweisungen sind von der Seewarte für 
die regelmäfsigen oder sich häufig wiederholenden Reisen S. M. Schiffe aufgestellt 
worden, um den betreffenden Schiffen als Anhalt für ihre Reisen zu dienen. 
Von den Kap Verdeschen Inseln nach Bahia im Oktober unter Segel. ') 
Im Oktober erstreckt sich das Gebiet des beständigen Nordostpassats im 
Atlantischen Ocean bis ungefähr 10° N-Br, während der Südostpassat bis etwa 
4° N-Br stetig durchsteht. In dem zwischen diesen Parallelen liegenden Gebiete 
der Aequatorkalmen kommen die veränderlichen und meistens leichten Winde bis 
etwa 8° N-Br noch vorwiegend aus dem nordöstlichen, weiterhin aber mehr aus 
dem südöstlichen und südwestlichen Viertel. 
Die Richtung des Nordostpassats ist auf der Mitte des Oceans durchweg 
einige Striche östlicher, als in gröfserer Nähe der afrikanischen Küste; auch 
weht er dort duxchschnittlich frischer wie hier. ; 
Als mittlere Windrichtung ‚(siehe Tafel 25 des Atlas)”) und Windstärke 
ergeben sich aus den Karten des Meteorological Office zu London für die Breiten 
18° bis 10° Nord zwischen 30° und 25° W-Lg NEzE 4,2, zwischen 25° und 
20° W-Lg dagegen NEzN 3,6. Dieser Einflufs des afrikanischen Kontinents macht 
sich auch auf den Südostpassat geltend, indem die unbeständigen Winde, die 
nördlich der Grenze des eigentlichen Passats angetroffen werden, im Westen 
von 25° W-Lg mehr nach SE, im Osten dagegen mehr nach SW neigen. Der 
Südostpassat setzt gewöhnlich sehr schral aus SSE oder S ein; erst südlich der 
Linie wird seine Durchschnittsrichtung SE und östlicher, letzteres zumeist auf 
der Westseite des Atlantischen Oceans. Von 8° oder 10° S-Br an weht er meistens 
80 raum, dafs ein südwärts bestimmtes Segelschiff bei dem Winde S oder östlich 
von S vorliegen kann. Die vorherrschenden Strömungen. ergeben sich in Richtung 
und Stärke etwa wie folgt: 
bis 10° N-Br: 
von 10° N-Br bis 5° N-Br: 
„ 5° N-Br bis 2° S-Br: 
„ 2° SBr „ 4° S-Br: 
„ 4° S-Br „ 10° S-Bri °0.00.0000004 7 4 
westlich von 30° W-Lg: WzN, 17 Sm im Etmal, 
östlich „ 30° W-Lg: SWzW, 19 Sm im. Etmal, 
südlich „ 10° S-Br längs der Küste: SW-lich, 
Wie überall, so sind auch hier Richtung und Stärke der Strömung grofsen 
Schwankungen unterworfen, die hauptsächlich durch das Verhalten des Windes 
bedingt werden. Insbesondere gilt dies für die Grenzzonen der Passate und für 
die brasilianischen Küstengewässer zwischen 6° und 10° S-Br, wo der Strom 
fast ebenso oft südwestlich als nordwestlich setzt. Im Ganzen ist die Strömung 
im Oktober, sowohl die östliche als die westliche, bedeutend schwächer als in 
den vorhergehenden Monaten; namentlich kommen starke Versetzungen im 
Aequatorialstrom von 40 Sm und mehr im Oktober nur selten vor. 
In Anbetracht der vorherrschenden Wind- und Strömungsverhältnisse dürfte 
sich für eine Reise unter Segel von den Kapverden nach Bahia im Oktober als 
die zweckmäfsigste folgende Route empfehlen. _ 
Von St. Vincent aus steuere man, um den abschwächenden Einflufs der 
hohen Inseln auf die Frische des Windes zu vermeiden, zunächst auf etwa 
SW-Kurs vom Lande ab bis ungefähr 25° 30‘ W-Lg und in dieser Länge nach 
1) Es ist über diese Ronte das Segelhandbuch für den Atlantischen Ocean nachzulesen, und 
zwar Seite 411 u. ff., ferner Seite 413 und 414, ferner auch Pilote I, Erster Theil, Seite 32 u, ff. 
und Pilote II, Seite 4 bis 12. 
2) Zum Segelhandbuch des Atlantischen Oceans,
	        
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