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Bemerkungen über Suva auf Viti-Levu (Fidji-Inseln).
Bemerkungen über Suva auf Viti-Levu (Fidji-Inseln).
Die Angaben des in diesen Annalen 1888 Seite 163 u. f. veröffentlichten
Berichtes S. M. Kr. „Adler“ über Suva wurden von S. M. S. „Alezandrine“ bei
dem Besuche des Fidji-Archipels im Dezember v. J. zum gröfsten Theil als
noch zutreffend gefunden. Der Kommandant des letzteren Schiffes, Korv.-Kapt.
Schneider, giebt folgende Ergänzungen zu jenem Bericht:
Die ungefähr in der Mitte der nördlichen Küste der Bucht etwas östlich
der Einfahrt in den Hafen hineinragende flache Spitze ist auf ihrem Ende, wie
auch in den bezüglichen Karten angegeben, durch eine schwarze Tonne gekenn-
zeichnet (Annalen 1888, Seite 163, Absatz 3).
Bezüglich der Postverbindungen wird der in den Annalen 1888, Seite 164
sub bl aufgeführte Verkehr zur Zeit durch den Dampfer „Taupo“ (766 Tons),
der sub b2 durch die Dampfer „ Waroonga“ (2513 Fons) und „Rockton“ (1791 Tons)
bewirkt. Letztere laufen auf ihrer Reise Numea (Neu Caledonien) und die Neuen
Hebriden an. Auf der sub b3 erwähnten Route läuft der Dampfer „Taviuni“
(1500 Tons), während die Verbindung zwischen den Fidji-Inseln durch den
Dampfer „Maori“ (174 Tons) ebenfalls von der Union Steam Ships Company of
New-Zealand und eine unregelmäfsige Verbindung zwischen Auckland, Samoa,
Tonga und Fidj durch den Dampfer „Wainui“ aufrecht erhalten wird.
Die auf Seite 164 erwähnte Firma für Proviant und Material, Mc Ewan
& Co., ist durch Kauf in die Hände von Henry Marks & Co. übergegangen,
und ist letztere zur Zeit wie früher Me Ewans die einzige Kohlenfirma in Suva.
Beim Eintreffen S. M. S. „Alezandrine“ lagerten in einem alten Kohlenhulk,
welcher, nicht wie auf der Karte verzeichnet, vor Anker schwingt, sondern in
Richtung der Nord-Süd-Ladebrücke ungefähr 75 m von dieser parallel der Küste
vorn und achtern mit Ketten fest ist, ungefähr 400 Tons Newcastle (N. S. W.)-
und 100 Tons Schmiedekohlen, und wird dieser Vorrath in Höhe bis zu 500 Tons
gehalten. Der jetzige Hulk soll im Frühjahr gegen einen neuen größeren aus-
getauscht werden.
Abgegeben wurden die Kohlen zum Preise von 45 sh. per Ton, und
wurde zum Kohlen der Hulk von seinen Ketten los gemacht und längsseit der
„Alezandrine“ geholt. Uebergenommen wurden die Kohlen mit der eigenen
Besatzung und zwar 100 Tons, davon 30 Tons an Deck gestaut, in 6’/2 Stunden,
da die Dampfwinde an Bord des Hulk, alt und ausgefahren wie sie war, häufig
versagte, und somit die Arbeit verlangsamt wurde.
In der auf Seite 167 aufgeführten, mit dem Hospital verbundenen Arznei-
schule für Fidjianer befinden sich zur Zeit 11 eingeborene Fidjianer in der Aus-
bildung, während bereits 8 aus dieser Anstalt hervorgegangene Fidjianer auf den
verschiedenen Fidji-Inseln als Aerzte in Praxis sind. Wie schon in dem Bericht
S. M. Kr. „Adler“ erwähnt, ist die Ausbildung dieser sogenannten Aerzte jedoch
nur eine solche, die ihre Verwendbarkeit annähernd mit der der Lazarethgehülfen
auf eine Stufe stellt. Neben dem in ebendemselben Bericht erwähnten, jetzt die
Stelle des Chief Medical Officer of Fidji-Island innehabenden Dr. Bolton Corney
befindet sich zur Zeit wieder ein zweiter, speciell für das Hospital und die
Quarantäne-Angelegenheiten der Schiffe bestimmter Arzt am Ort. Die Quarantäne-
Vorschriften werden sehr genau befolgt, und sah sich der erwähnte Quarantäne-
Arzt trotz des Gesundheitspasses, der nur zehntägigen Reise und des Kranken-
bestandes von nur 4 Mann jeden Kranken an, ehe die Erlaubnifs zur Kommuni-
kation mit dem Lande gegeben wurde.