Bemerkungen über Spalato.
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für 100 kg oder 4 Gulden für die Tonne erhoben, während für umfan greiche,
wenn uach leichtere Kolli die doppelten Frachtkosten zu entrichten sind.
Die nur einige Hundert Mann starke Garnison von Spalato wird mit
Proviant von verschiedenen kontraktlich verpflichteten Lieferanten versorgt, das
Brot jedoch aus der staatlichen Garnisonbäckerei entnommen.
Oesterreichische Kriegsschiffe, die Spalato nur selten und für kurze Zeit
anlaufen, entnehmen ihren Proviantbedarf von den für die Garnison verpflichteten
Lieferanten.
Da Spalato in engsten Handelsbeziehungen zu Triest steht, so bildet es
auch den Transitpunkt für die Waaren von und nach Bosnien und derHerzegowina,
Der Handel Spalatos selbst beschränkt sich fast nur auf die Ausfuhr von Wein
und Olivenöl für die gröfsten Firmen. Alle ein- und ausgehenden Waaren unter-
liegen Zollabgaben, die in einzelnen Fällen nicht unerheblich hoch bemessen sind.
Den überseeischen Handels- und Postverkehr vermitteln die im Reichs-
kursbuch unter No. 420 angegebenen Dampferlinien, nämlich der österreichisch-
ungarische Lloyd, die der Gebrüder Rismondi und die von Sverljuga & Co,,
von Triest einkommend wöchentlich 6 Mal, ausgehend 5 Mal, von Fiume ein-
kommend 2 Mal wöchentlich, ausgehend gleichfalls 2 Mal wöchentlich. Dem
Vernehmen nach beabsichtigt die ungarische Gesellschaft Arcia, von Fiume eine
direkte Linie nach Brindisi einzurichten, die von Fiume nach Spalato sodann
Anschluß finden würde.
. Die Eisenbahn fährt bis Kunz und ist hauptsächlich für den Transport
der Steinkohlen von Sivericz gebaut. Das in Spalato umlaufende Geld ist der
österreichische Gulden in Papier und Silber, die beide pari stehen, man nimmt
auch jede andere Valuta in Zahlung, jedoch weil nicht marktgängig, nur mit
Kursverlust, dessen Höhe sich nach Nachfrage und Angebot regelt. Der Kurs
des deutschen und englischen Geldes, welches hier neben der Landesmünze das
marktgängige ist, ändert sich fast täglich und wird an der Börse nach dem
Tageskurs von Wien festgesetzt.
In Spalato sind drei Banken, nämlich die Filiale der österreichisch-unga-
rischen Bank zu Wzen, hauptsächlich für Wechselgeschäfte, die Banca commerciale
für Wechsel- und Umwechselgeschäfte und die Banca popolare, vorzugsweise für
Spar- und Leihkassengeschäfte.
Eine eigentliche Industrie hat Spalato nicht, vorhanden sind an großen
Fabriken, aufser verschiedenen Liqueurfabriken, nur eine Seifenfabrik, die. ihre
Erzeugnisse hauptsächlich nach dem Innern versendet, und eine Cement- und
Thonwaarenfabrik, die ihre Waaren bis zur Levante versendet.
Mehrere kleine Wassermühlen befinden sich in Salona, für diese mufs das
Getreide erst eingeführt werden.
Die Verpflegungskosten für ‘die im Krankenhaus Aufnahme Findenden
werden monatlich festgesetzt und betragen ca 75 Kreuzer für den Tag und Kopf.
Ausbesserungen an Maschinen u. s. w. können in Spalato nur in der
Reparaturwerkstatt der K. K. Eisenbahn mit Bewilligung der Bahnverwaltung
ausgeführt werden.
In der Werkstatt befinden sich eine Kopfbank von 60 bis 70cm Spitzen-
höhe und vier andere Drehbänke, deren gröfste 35 cm Spitzenhöhe und 3m
Länge hat; ferner eine Stofsmaschine, eine gröfsere Bohrmaschine, eine Gewinde-
schneidebank, eine Hobelmaschine von 1,5 cm Hub und eine hydraulische Presse,
Zu dieser Anstalt gehören noch eine Kesselschmiede mit einem Dampfhammer
von 500 kg, eine Gieferei für Gufsstücke von 15 bis 20 kg Gewicht und eine
Tischlerei mit Hobelmaschine und Kreissäge,
Englische Kohlen sind nicht vorräthig, die Bahnverwaltung bedient sich
der einheimischen Kohle, die jedoch harzig und sehr schwefelhaltig und für
Marinezwecke unbrauchbar ist.
Mineralöl ist nicht vorhanden, doch kann dasselbe von Triest bezogen
werden, Olivenöl wurde von der Firma Dorino Savo zu 0,44 Gulden für 1 kg
geliefert.