‚Bemerkungen über Spalato,
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Der Anlegeplatz für Boote .ist im Hafen von Paludi am geeignetsten. Es
ist hier eine steinerne Mole, ca 80 bis 100 m Länge, angebaut, und können Boote
an dieser bequem anlegen. Sie liegt geschützt, und ist von hier aus die Ver-
bindung mit Spalato sehr günstig; man kann die Stadt in ca 15 Minuten erreichen.
Die Strecke Val Saldon bis Spalato wird von zwei Hauptströmungen durch-
zogen; beide treten ziemlich regelmäfsig hervor, Ebbe und Fluth beeinflussen sie
wenig. Die stärkere und länger andauernde der beiden Strömungen zieht aus
dem Kanal von Brazza an Spalato vorbei in die Canale Castelli-Bucht hinein und
zieht sich hier längs der Insel Bu@ durch die Enge von Zrau nach der Bucht
Val Saldon und verläfst diese dann wieder in südwestlicher Richtung.. Die Dauer
dieser Strömung ist unter gewöhnlichen Umständen 16 bis 18 Stunden und zwar
von ca 7 Uhr p. m. bis zum nächsten Mittag. Die mittlere Geschwindigkeit der
Strömung beträgt 1 Sm per Stunde.
Die zweite Strömung kommt aus dem Kanal di Zirona (meist bei NW),
dieselbe zieht durch die nördliche Hälfte der Val Saldon-Bucht und dann längs
der Küste durch die. Enge von Zrau. Von hier ab hält sie sich Anfangs in der
Mitte des Zrau-Kanals, biegt dann aber gegen die Küste und zieht längs dieser
bis Castel Susurac, von wo sie in südwestlicher Richtung, Paludi passirend, bis
zur Spitze St. Giorgio läuft und sich längs der Küste an Spalato vorbei in den
Kanal von Brazza in ostsüdöstlicher Richtung weiter zieht. Die Dauer dieses
Stromes ist nur auf ungefähr sieben Stunden am Tage beschränkt; er tritt
zwischen Mittag und Sonnenuntergang auf. Die mittlere Geschwindigkeit des
Stromes beträgt '/a bis '/a Sm. Von den auftretenden Winden pflegt nur der
Sirocco Richtung und Geschwindigkeit der beschriebenen Strömungen zu beein-
Aussen, und zwar wird durch diesen Wind die Geschwindigkeit des stärkeren
Stromes erhöht und der schwächere ganz aufgehoben.
3, Klima. .
Die Temperatur soll im Sommer von Juni bis September 22°.bis 30° R.
im Schatten betragen, die Nächte dagegen werden als kühl bezeichnet. Bis
Ende November ist eine milde Temperatur vorherrschend. Der Winter soll sehr
gemälsigt sein, nur zur Borazeit ist es kalt, und kann die Temperatur dann
4° bis 5° R, unter Null fallen. ; .
Die vorherrschenden Winde nach Richtung und Stärke in den verschiedenen
Jahreszeiten sind: .
Im Frühjahr: NNE, 4—6, und NW, 2—4, dabei heiteres Wetter.
Im Sommer: Windstillen vorherrschend; die vorkommenden Winde, NW,
ENE und ESE sind flau; Gewitter kommen selten vor, treten sie aber auf, so
sind sie von böenartigen. Winden aus dem 2. und 3. Quadranten begleitet,
Im Herbst sind die Winde sehr veränderlich, Ost- und SE-Winde sind
überwiegend, NW-Winde selten.
Im Winter ruft der NE-Wind bei einer Stärke von 6—9 heftigen See-
gang hervor, auch bei ENE-Wind macht sich der Seegang sehr fühlbar. SE-Wind
erzeugt wenig Seegang, SW-Wind erzengt immer Seegang, NW-Wind dagegen
nur leichten Seegang.
Aus nachstehender Zusammenstellung ergiebt sich der während des Auf-
enthaltes des Uebungsgeschwaders herrschende Wind in Procenten ausgedrückt
wie folgt:
4b a. m, Nord NNE NE ENE Ost ESE SE SSE Sid SSW SW WSW West WNW NW NNW
4ha m. — 10 10 10 30 — m — Stille 40
8bam — — 20 20 10 — — — 4 Stille 50
ham — — 6 20 — — — 0 — Stille 34
ihp.m. — — 20 20 — — — — 20 Stille 40
8hp.m. — 10 5 5 80 — — 10 — Stille 40
12h p.m. 10 — 30 10 10 10 10 Stille 20
' Als Tagesmittel ergiebt sich hieraus:
Nord NNE NE ENE Ost ESE SE SSE Sid SSW SW WSW West NNW NW NNW Stille
17 33 152 14,2 13,3 17 33 3:8 33. — 14 1 ss; 37,3
Am 21. und 22, Februar Morgens hatte der Wind eine Stärke von 4—7
und am 4. März Morgens eine Stärke von 3—7. Während der übrigen Zeit
betrug die Windstärke 1—3.