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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

‚Bemerkungen über Spalato, 
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Der Anlegeplatz für Boote .ist im Hafen von Paludi am geeignetsten. Es 
ist hier eine steinerne Mole, ca 80 bis 100 m Länge, angebaut, und können Boote 
an dieser bequem anlegen. Sie liegt geschützt, und ist von hier aus die Ver- 
bindung mit Spalato sehr günstig; man kann die Stadt in ca 15 Minuten erreichen. 
Die Strecke Val Saldon bis Spalato wird von zwei Hauptströmungen durch- 
zogen; beide treten ziemlich regelmäfsig hervor, Ebbe und Fluth beeinflussen sie 
wenig. Die stärkere und länger andauernde der beiden Strömungen zieht aus 
dem Kanal von Brazza an Spalato vorbei in die Canale Castelli-Bucht hinein und 
zieht sich hier längs der Insel Bu@ durch die Enge von Zrau nach der Bucht 
Val Saldon und verläfst diese dann wieder in südwestlicher Richtung.. Die Dauer 
dieser Strömung ist unter gewöhnlichen Umständen 16 bis 18 Stunden und zwar 
von ca 7 Uhr p. m. bis zum nächsten Mittag. Die mittlere Geschwindigkeit der 
Strömung beträgt 1 Sm per Stunde. 
Die zweite Strömung kommt aus dem Kanal di Zirona (meist bei NW), 
dieselbe zieht durch die nördliche Hälfte der Val Saldon-Bucht und dann längs 
der Küste durch die. Enge von Zrau. Von hier ab hält sie sich Anfangs in der 
Mitte des Zrau-Kanals, biegt dann aber gegen die Küste und zieht längs dieser 
bis Castel Susurac, von wo sie in südwestlicher Richtung, Paludi passirend, bis 
zur Spitze St. Giorgio läuft und sich längs der Küste an Spalato vorbei in den 
Kanal von Brazza in ostsüdöstlicher Richtung weiter zieht. Die Dauer dieses 
Stromes ist nur auf ungefähr sieben Stunden am Tage beschränkt; er tritt 
zwischen Mittag und Sonnenuntergang auf. Die mittlere Geschwindigkeit des 
Stromes beträgt '/a bis '/a Sm. Von den auftretenden Winden pflegt nur der 
Sirocco Richtung und Geschwindigkeit der beschriebenen Strömungen zu beein- 
Aussen, und zwar wird durch diesen Wind die Geschwindigkeit des stärkeren 
Stromes erhöht und der schwächere ganz aufgehoben. 
3, Klima. . 
Die Temperatur soll im Sommer von Juni bis September 22°.bis 30° R. 
im Schatten betragen, die Nächte dagegen werden als kühl bezeichnet. Bis 
Ende November ist eine milde Temperatur vorherrschend. Der Winter soll sehr 
gemälsigt sein, nur zur Borazeit ist es kalt, und kann die Temperatur dann 
4° bis 5° R, unter Null fallen. ; . 
Die vorherrschenden Winde nach Richtung und Stärke in den verschiedenen 
Jahreszeiten sind: . 
Im Frühjahr: NNE, 4—6, und NW, 2—4, dabei heiteres Wetter. 
Im Sommer: Windstillen vorherrschend; die vorkommenden Winde, NW, 
ENE und ESE sind flau; Gewitter kommen selten vor, treten sie aber auf, so 
sind sie von böenartigen. Winden aus dem 2. und 3. Quadranten begleitet, 
Im Herbst sind die Winde sehr veränderlich, Ost- und SE-Winde sind 
überwiegend, NW-Winde selten. 
Im Winter ruft der NE-Wind bei einer Stärke von 6—9 heftigen See- 
gang hervor, auch bei ENE-Wind macht sich der Seegang sehr fühlbar. SE-Wind 
erzeugt wenig Seegang, SW-Wind erzengt immer Seegang, NW-Wind dagegen 
nur leichten Seegang. 
Aus nachstehender Zusammenstellung ergiebt sich der während des Auf- 
enthaltes des Uebungsgeschwaders herrschende Wind in Procenten ausgedrückt 
wie folgt: 
4b a. m, Nord NNE NE ENE Ost ESE SE SSE Sid SSW SW WSW West WNW NW NNW 
4ha m. — 10 10 10 30 — m — Stille 40 
8bam — — 20 20 10 — — — 4 Stille 50 
ham — — 6 20 — — — 0 — Stille 34 
ihp.m. — — 20 20 — — — — 20 Stille 40 
8hp.m. — 10 5 5 80 — — 10 — Stille 40 
12h p.m. 10 — 30 10 10 10 10 Stille 20 
' Als Tagesmittel ergiebt sich hieraus: 
Nord NNE NE ENE Ost ESE SE SSE Sid SSW SW WSW West NNW NW NNW Stille 
17 33 152 14,2 13,3 17 33 3:8 33. — 14 1 ss; 37,3 
Am 21. und 22, Februar Morgens hatte der Wind eine Stärke von 4—7 
und am 4. März Morgens eine Stärke von 3—7. Während der übrigen Zeit 
betrug die Windstärke 1—3.
	        
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