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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Kleine Notizen. 
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Kleine Notizen. ) 
ı. Ueber den Gebrauch von Oel zur Beruhigung der See enthält 
die „Pilot Chart of the North Atlantic Ocean“ pro Juni 1891 nachstehende 
Schiffsberichte: . . 
a) Bericht des amerikanischen Schiffes „St, David“: 
Dezember 22, 1890 — 42° 7 S-Br und 42° 7 O-Lg. Segelten mit Mars- 
segel und Vorsegel bei starkem Sturm mit harten Böen und fürchterlicher See. 
Nahmen drei Säcke und füllten jeden mit ca 1'/2 Gallonen 'Thran. Diese wurden 
an beide Kattdavids und einer St-B. achtern aufgehangen. Sofort war eine 
Wirkung des Oels bemerkbar, denn während vor dem Gebrauch schwere Seen 
überkamen, brach sich jetzt keine See mehr in unserer Nähe, und es kam kein 
Wasser mehr an Bord. 
Dezember 23 — 40° 56‘ S-Br und 47° 12‘ O-Lg. Der Sturm hielt an, 
sehr schwere See mit Brechern. Fuhren fort im Gebrauch des Thrans. Die 
Säcke am Kattdavid hinderten die See am Brechen längsseit und beruhigten 
vereint mit dem Sack am Achterschiff die Wellen. Die Säcke hingen gerade 
frei vom Wasser, und wir konnten den Tag über eine gute Fahrt machen, ohne 
durch Schöpfen von Wasser Schaden zu nehmen, obgleich das Schiff tief geladen 
war. Ich betrachte den Gebrauch von Oel als ein gutes Mittel bei jeder schweren 
See und werde zu diesem Zweck stets ein Quantum Fischöl, welches ich für das 
beste halte, an Bord haben. 
b) Das amerikanische Schiff „MHenrietta“ berichtet: 
Januar 5, 1891 — 38° 20‘ S-Br und 53° 29 W-Lg. Während eines SW- 
Sturmes von Stärke 9 mit Böen und stürmischer See hingen wir Oelsäcke über 
Bord und fanden, dafs sie grofsen Nutzen brachten. 
c) Das V. St. S. „Omaha“, Kapt. Cromwell, berichtet: 
März 10 bis 16, 1891. Zwischen 35° N-Br und 141° O-Lg und 36° N-Br 
und 160° O-Lg hatten wir NW- und nördlichen Sturm von Stärke 10 mit langer, 
sehr schwerer und hoher See. Während dieser Stürme brauchten ‚wir mit vor- 
züglichem Erfolg Oel zur Beruhigung der See. Das Oel war in mit Werg ge- 
[üllten Säcken. In den Boden der Säcke wurden kleine Löcher gemacht, die 
Säcke wurden vor dem Winde in die vorderen Klosets gelegt, beim Beiliegen 
an der Luvseite befestigt. ; 
d) Das britische Schiff „Avonmore“ berichtet: 
April 3, 1891. Hatten einen Sturm in 39° 40' N-Br und 62° 30‘ O-Lg. 
Um 6" a. m. wehte ein starker SSE-Sturm. Um 11" wehte es fürchterlich, die 
See ging bergeshoch und brach mit grofser Gewalt über das Schiff. Die Maschine 
ging langsam, und das Schiff wurde gegen die See gelegt. Wir nahmen jedoch 
noch so viel Wasser über, dal ein anderer Kurs gesteuert werden mufste, sonst 
hätten die Luken nicht Widerstand geleistet. Wir hingen vier Segeltuchsäcke 
mit Oel über die Bordwand und hielten das Schiff bei langsam gehender Maschine 
vor dem Wind. So lange der Wind achterlich war, kam kaum ein Brecher 
über Bord. 
2. (D. S.) Sehr tiefer Barometerstand bei Kap Horn. Nach den 
Aufzeichnungen im meteorologischen Journal des Bremer Schiffes „Nereus“, Kapt. 
Schulte, auf der Reise von New-Castle nach Antofagasta, Chile, erreichte das 
Barometer am 13. April 1890 um 4 Uhr Morgens in 58,7° S-Br und 68,6° W-Leg, 
als der Wind, der vorher mit der Stärke 9 aus NW. bis N geweht hatte, für 
einige Stunden nach ENE drehte, den äufserst tiefen Stand von 698,4 mm (red.). 
Das Schiff befand sich damals in einem ausgedehnten und seinen Ort nur wenig 
verändernden Gebiete niedrigen Luftdrucks. In den 12 Tagen vom 8. bis zum 
20. Anril, während das Schiff in westlicher Richtung von 65° nach 76° W-Lg 
fortschritt, stieg das Barometer nur zweimal für kurze Zeit und auch nur un- 
erheblich über 745 mm; am 18, April ging sein Stand nochmals sehr tief, bis 
auf 716,3 mm hinab. Dabei war das Wetter unruhig, trübe, regnerisch und böig, 
aber nicht eigentlich stürmisch. Nur während neun Wachen in dieser Zeit wehte 
der Wind mit der Stärke 8 und mehr. Gewöhnlich setzte der Sturm plötzlich 
1% Die mit (D. 8.) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet.
	        
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