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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

336 Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Winter 1886—87. 
Kanal bestimmt. In nördlicher Breite machte sich beim Veberschreiten des 
Stillengürtels der Umstand, dafs zwei der Mitsegler, „Apollo“ und „Kepler“, 
aiserne Schiffe mit unreinem Boden waren, gleich sehr bemerkbar. Während die 
hölzernen Schiffe den Stillengürtel, ohne nennenswerthe Schwierigkeiten zu finden, 
durchquerten, wurden die eisernen in demselben bedeutend länger aufgehalten. 
Auch beim Durchsegeln des Passatgebietes zeigte sich die geschwächte Segel- 
ähigkeit der eisernen Schiffe. „Apollo“ und „Saturnus‘“ wurden aufserdem auch 
aoch unweit von 20° N-Br in 38° W-Lg an mehreren Tagen durch leichte nörd- 
liche Mallung zurückgehalten. Dieselbe war wahrscheinlich hervorgerufen durch 
jenes in Karte IV verzeichnete, durch seine ungewöhnliche Bahn auffallende 
Tiefdruckgebiet, dessen Mittelpunkt am 28. Dezember bei 31° N-Br und 30° W-Lg 
zu liegen schien. Eine durch ähnliche Ursache bewirkte Störung des sonst 
aufserordentlich kräftig angetroffenen Passats beobachtete auch „Astrea“, als dies 
Schiff sich am 5. Januar bei 20° N-Br in 65° W-Lg befand. Das hier in Frage 
kommende Tiefdruckgebiet lag damals mit seinem Mittelpunkte in geringer Ent- 
fernung von 29° N-Br und 64° W-Lg. Die polare Passatgrenze wurde erreicht 
von „Apollo“ in 31° N-Br und 44° W-Lg, wie anscheinend von „Saturnus“ in 
37° N-Br und 43,5° W-Lg am 6. Januar, von „Astrea“ in 25,5° N-Br und 
68,5° W-Lg und von „Kepler“ in 29,5° N-Br und 40,7° W-Lg am 8. Januar und 
von „Caroline Behn“ in 284° N-Br und 42° W-Ly am 9. Januar. Auf dem 
weiteren Theile ihrer Reisen waren bei allen Schiffen, und zwar vorwiegend bei 
„Astrea‘“, westliche und südliche Winde vorherrschend. Die nach Kuropa be- 
stimmten Schiffe wurden jedoch auch noch wiederholt durch östliche Winde auf- 
yehalten. Bei „Kepler“ und „Caroline Behn‘“ wehte am 17. Januar ein mäßiger 
Südweststurm, der in Verbindung stand mit dem Tiefdruckgebiete der Karte VI, 
dessen Mittelpunkt an diesem Tage in etwa 45° N-Br und 40° W-Lg lag. Der 
Kanal wurde erreicht von „Apollo“ wie von „Caroline Behn‘“ am 25, Januar und 
vom „Kepler“ am 27. Januar. „„Saturnus“ gelangte zur Mündung des Tajo am 
23. Januar und „Astrea“ zur Boston-Bai am 20. Januar. Bei dem Nordwestwinde, 
durch welchen dieses letztere Schiff die letzten Tage der Reise in der Nähe der 
nordamerikanischen Küste zurückgehalten worden war, sank die Luftwärme bis 
auf neun Grad unterm Gefrierpunkte. 
Einen recht langsamen Verlauf nahmen auch die Reisen der zwei eisernen 
Schiffe, welche in der Liste auf die vorher erwähnte Gruppe folgen. Es waren 
dies „Ceres“ und „Peter Godeffroy“, welche beide am Neujahrstage den Aequator 
überschritten. Dieselben geriethen schon unweit von 1° N-Br in den Stillen- 
zürtel und gebrauchten dann etwa drei Tage, um denselben zu überschreiten, 
Der bis nach 20° N-Br hin ganz frisch und beständig wehende Passat trat nörd- 
lich von dieser Breite vorherrschend schwach auf und endete bei „Ceres“ in 
30° N-Br und 47° W-Lg wie bei „Peter Godeffroy“ in 30° N-Br und 49° W-Lg 
am 25. Januar. Die Mitsegler befanden sich dort nahe der Mitte des westlichen 
Hochdruckgebietes der Karte VII und beobachteten aus dem Grunde für längere 
Zeit Mallung und Stille. Auf diese folgte später noch wieder ein mehrere Tage 
anhaltender heftiger Nordostwind, der davon herrührte, dafs sich das Hochdruck- 
gebiet inzwischen nach Norden verschoben und die Schiffe dadurch wieder dem 
südlichen Rande der Erscheinung nahe gekommen waren. MKrst nördlich von 
36° N-Br wurde das Gebiet durchstehender Westwinde erreicht. Bei der zum 
Kanal bestimmten „Ceres‘“, die damals bedeutend nördlicher als „Peter Godeffroy“ 
stand, nahm der Westwind am 7. und 8. Februar bis zum Sturme zu, Bewirkt 
wurde dies durch jenes Tiefdruckgebiet der Karte IX, dessen Mittelpunkt sich 
für den 8. Februar als bei 50° N-Br in 34° W-Lg liegend verzeichnet findet. 
In geringer Entfernung von ihren Zielen wurden beide Schiffe noch für längere 
Zeit durch heftige Gegenwinde zurückgehalten, welche mit jenen Hochdruck- 
verhältnissen zusammenhingen, die sich in den Karten IX und X verzeichnet 
finden. „Ceres‘“ gelangte in Sicht von Lizard am 22. Februar und „Peter GodefFroy“ 
zur Rhede von Lissabon am 20. Februar. 
Die noch übrigen Schiffe der Liste, welche ihre Reisen von der Linie 
noch im Januar antraten, können in einer Gruppe zusammengefafst behandelt 
werden. Es waren dies die vier hölzernen Schiffe: „Adolph“, „Comet“, „Inca“ 
and „Freya“. Ihre Reisen nahmen, im Vergleich zu ihrer recht guten Segel- 
fähigkeit, nur einen langsamen Verlauf. Schuld waren daran die lange anhalten-
	        
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