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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Winter 1886—87, 335 
„Magnat“, der damals erst den Kanal verließ, wurde zünächst auch mehrere Tage 
durch Gegenwinde aufgehalten, fand unweit von 41° N-Br in 23,5° W-Lg aber 
schon Ostwind, aus dem sich später ohne vorhergehende Störung der frisch 
wehende Passat entwickelte. „Schiller“ betrat das Passatgebiet am 13. Februar 
in etwa 30° N-Br und 21,5° W-Lg, dagegen war „Fürst Bismarck“ schon von 
37° N-Br in 135° W-Lg an von Nordostwind, aus dem später der Passat ent- 
stand, begünstigt worden. Als derselbe schliefslich endete, befand sich: „Schiller“ 
in 25° N-Br und 24,6° W-Lg, „Fürst Bismarck“ in 3,9° N-Br und 24,4° W-Lg 
und „Magnat“ in 3° N-Br und 26° W-Lg. Auch „Fürst Bismarck“ hatte bis in 
südliche Breiten mit Mallung und Stille zu kämpfen. 
4. Reisen von Süd nach Nord. 
Von den 15 Schiffen, die während des Winters 1886 auf 1887 Reisen im 
Nordatlantischen Ocean vom Aequator nordwärts ausführten, waren 11 zum 
Kanal, zwei nach nördlichen Häfen der Union und zwei nach Lissabon bestimmt. 
Die mittlere Reisedauer der ersteren Gruppe betrug 39 Tage, die der beiden 
nach Nordamerika segelnden Schiffe war 28 Tage, und Lissabun wurde nach 
einer Fahrt von je 35 und 50 Tagen erreicht. 
Das einzige von den in der Liste angeführten, nach dem Kanal steuernden 
Schiffen, welches noch im November die Linie verliels, war die „Paula“. Nach- 
dem: dieselbe am 26. November, zwei Tage nach dem Ueberschreiten der Linie, 
in 3° N-Br und 25,7° W-Lg den Südostpassat verloren hatte, gelang es ihr, vier 
Tage später den unweit 5,8° N-Br in 26,3° W-Lg einsetzenden Nordostpassat zu 
erreichen. Dieser zwischen 12° und 22° N-Br in gröfster Stärke wehende Wind 
dehnte sein Gebiet bis nach 30° N-Br in 34° W-Lg aus. Hier befand sich 
„Paula“ am 11, Dezember nicht weit von der Mitte des auf Karte II dargestellten 
Hochdruckgebietes, in welchem leichte Winde und Stille vorherrschten. Nachdem 
man dabei in langsamer Fahrt bis nach 33,5° N-Br vorgerückt war, hatte sich 
inzwischen in der bis dahin herrschenden günstigen Wetterlage der Karte 1I eine 
Aenderung vollzogen. Das Hochdruckgebiet hatte eine gänzlich veränderte Ge- 
stalt, wie solche in Karte III verzeichnet ist, angenommen, und nach einigen 
Tagen zeigten sich auch die ungünstigen Folgen des in derselben Karte ein- 
getragenen, mit seinem Mittelpunkte am 19. Dezember unweit von 36° N-Br in 
16° W-Lg liegenden Tiefdruckgebietes. Dieses letztere bewirkte, dafs „Paula“ 
vier Tage hindurch gegen stürmische Nordostwinde zu kämpfen hatte. Auch 
jenes andere Tiefdruckgebiet der Karte IV, dessen Bahn in ähnlicher Weise wie 
die des eben erwähnten verlief, brachte für „Paula“ Sturm aus Nordosten, Das 
Schiff war seinem Ziele schon ziemlich nahe gekommen, bevor sich längere Zeit 
anhaltende südliche Winde einstellten, bei denen der letzte Reiseabschnitt fast 
ganz zurückgelegt werden konnte. Auf den Aufsengründen vor dem Kanal über- 
stand „Paula“ am 3. Januar noch einen heftigen Sturm, in dem der Wind sich 
von Südwest nach Nord veränderte. Derselbe wurde geschaffen durch das Tief- 
druckgebiet der Karte V, dessen Mittelnunkt am 3. Januar bei 56° N-Br in 
14° W-Lg zu liegen schien. 
„Alma“, das andere Schiff der Tabelle, welches im November von süd- 
licher in nördliche Breite überging, war nach New-York bestimmt. Bei demselben 
vollzog sich der Uebergang des Südost- in den Nordostpassat ohne alle Störung. 
Der letztere, später in befriedigender Stärke angetroffene Wind begleitete das 
Schiff doch nicht weiter, als bis nach 22,5° N-Br in 66° W-Lg. Der Grund 
dafür lag in der ungewöhnlichen Gestaltung des zweiten Hochdruckgebietes der 
Karte III. Als nach wenigen Tagen die Lage und Gestalt dieser Erscheinung 
wieder eine andere, wie sie Karte IV darstellt, geworden war, drehte der Wind 
durch Süd und Ost nach Nordost zurück. Da östliche Winde auf dem letzten 
Reiseabschnitte überhaupt noch verhältnifsmäfsig oft angetroffen wurden, konnte 
derselbe in ganz befriedigender Weise zurückgelegt werden. Die Reise endete, 
indem „Alma“ am 28. Dezember den Hafen von New-York erreichte. 
Im Dezember gingen von den im Verzeichnisse angegeben Schiffen fünf 
von der südlichen zur nördlichen Halbkugel über. Es waren dies: „Apollo“, 
„Saturnus‘“, „Kepler“, „Astrea“ und „Caroline Behn‘“. Von denselben war 
„Saturnus‘“ nach Lissabon, „Astrea“ nach Boston und die anderen drei zum
	        
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