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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

334 Vierteljah rs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Winter 1886—87, 
und als bei „Germania“ am 12. Januar unweit von 34° N-Br in 16° W-Lg jener 
kräftige Nordostwind einsetzte, aus dem sich später ohne vorhergehende Störung 
der Passat entwickelte, war „Levukas“ Schiffsort noch 44° N-Br in 15° W-Lg. 
Die Fahrten von „Frisch“ und „Levuka‘“ wurden später auch noch dadurch be- 
nachtheiligt, dafs auf ihnen die polare Passatgrenze so weit nach Süden ver- 
schoben war. Das erstere Schiff erreichte dieselbe erst am 24, Januar in 21,5° N-Br 
und 25° W-Lg und das letztere am 26, Januar in 21,3° N-Br und 245° W-Lg. 
Den Grund für dieses ungünstige Verhältnifs gab die ungewöhnliche Lage zweier 
Hochdruckgebiete und das Erscheinen von sich nach Süden fortpflanzenden Tief- 
druckgebieten in der jene Gebiete trennenden Furche, wie es Karte VII darstellt. 
Auch hier wieder waren „Dorothea“ und „Germania‘ von den ungünstigen Ver- 
hältnissen ganz verschont geblieben, sie waren im Gegentheil zur selben Zeit 
von besonders gutem Passate begünstigt worden, Nur die Ueberschreitung des 
Stillengürtels erwies sich für diese letzteren beiden Schiffe schwieriger, als für 
„Frisch“ und „Levuka“, 
Nie Reisen der beiden Schiffe „Auguste“ und „Sebastian Bach“ geben in 
ähnlicher Weise, wie die Reisen der beiden vorerwähnten Mitseglerpaare, ein 
lehrreiches Beispiel dafür, wie in vielen Fällen ein durch größere Schnelligkeit 
des einen Schiffes erzielter verhältnifsmäfßig nicht grofser Vorsprung genügt, um 
dasselbe in den Bereich ganz anderer günstigerer Verhältnisse zu bringen, als 
diejenigen sind, welche bei den langsamer segelnden Mitseglern herrschen. In 
diesem Falle rückte „Auguste“ bei den gleich zu Anfang der Reise angetroffenen 
veränderlichen, der Richtung nach jedoch meist nicht ungünstigen Winden 
so viel rascher als „Sebastian Bach‘“ nach Süden vor, dafs sie am 23. Januar 
Mittags sich schon bei 43,5° N-Br in 14° W-Lg befand, während der gleichzeitige 
Schiffsort des „Sebastian Bach“ 48° N-Br und 11,3° W-Lg war. Während der 
folgenden Tage wurde dies Schiff dann wieder durch zeitweise stürmisch wehende 
Südwinde, die im Zusammenhange standen mit jenem, schon an anderer Stelle 
erwähnten Tiefdruckgebiete der Karte VII, dessen Mittelpunkt am 25. Januar 
bei 47° N-Br in 24° W-Lg zu liegen schien, in solcher Weise zurückgehalten, 
dafs es bis zum 29. Januar nur nach 46,4° N-Br in 15,6° W-Lg vorrücken konnte, 
Zur gleichen Zeit befand sich „Auguste“ aber schon in 35,4° N-Br und 17,6° W-Lg. 
Die polare Passatgrenze erreichte dies Schiff am 1. Februar in 34,4° N-Br und 
184° W-Lg, „Sebastian Bach“ dagegen erst am 13. Februar in 30° N-Br und 
21° W-Lg. Südlich vom Passatgebiete wurden beide Mitsegler verhältnifsmäfsig 
Jange durch den, wie im Februar und März nicht selten, sich bis in südliche 
Breite hinüber erstreckenden Stillengürtel aufgehalten. Zusammenfallend mit dem 
letzten Theile der eben erwähnten Reisen, ist ein Reiseabschnitt des von New- 
York zur Linie bestimmten „J. H. Nicolai‘. Dieses, am 23. Januar in See ge- 
gangene Schiff war anfänglich von westlichen Winden begünstigt, die am 27. Januar 
zum heftigen Sturme zunahmen. Derselbe hing zusammen mit jenem Tiefdruck- 
gebiete der Karte VII, dessen Mittelpunkt an jenem Tage unweit von 46° N-Br 
in 55° W-Lg zu liegen schien. Später herrschten veränderliche, meist östliche 
Winde vor, und da, wie Karte IX zeigt, in der zweiten Woche des Februar die 
Verhältnisse des Hochdruckgebietes, wie das ungewöhnliche Auftreten jenes 
Tiefdruckgebietes derselben Karte, dessen Mittelpunkt für den 14. Februar bei 
15° N-Br in 24° W-Lg niedergelegt ist, dem Herrschen des Passats ganz un- 
günstige waren, mußte „J. H. Nicolai“ bis nach 17° N-Br in 34° W-Lg vor- 
rücken, bevor es gelang, den Nordostpassat aufzufinden. Auch das Ueberschreiten 
des sich bis südlich vom Aequator ausdehnenden Stillengürtels erwies sich 
schliefslich für den „J. H. Nicolat“ noch schwierig. 
Von den letzten drei in der Tabelle verzeichneten Schiffen, dem „Schiller“, 
„Fürst Bismarck“ und „Magnat“, traten die beiden ersteren im letzten Drittel 
des Januar, das letztere am 2. Februar ihre Fahrten an. Alle drei fanden auf 
dem ersten Reiseabschnitte ungünstige Verhältnisse, ganz besonders war dieses 
beim „Schiller“ der Fall. Veranlafst durch die Lage des in Karte VII an- 
gegebenen östlichen Hochdruckgebietes, wehten damals vor dem Kanal und längs 
der Küste von Portugal südliche und westliche Winde, die das Vorrücken der 
Schiffe nach Süden sehr erschwerten. Im Februar, als die Wetterlage jene in 
den Karien IX und X dargestellte geworden war, wurden die Winde für die, 
inzwischen doch eine ziemliche Strecke nach Süden vorgerückten Schiffe günstiger.
	        
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