welcher unweit der Banken sehr viele Eisberge gesehen hatte, am 25. März und
„Heinrich & Tonio“ erst am 12. April. „George Washington‘ passirte Kap Hen-
‚open am 3. April und „Maryland“ Kap Henry am 27. März,
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Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Winter 1886—87,
2. Reisen von West nach Ost.
Unter den 18 Reisen der Tabelle, welche während des Winters 1886 auf
1887 nach östlicher Richtung hin über den Ocean ausgeführt wurden, befinden
sich 13, die von New-York, Philadelphia oder Baltimore aus ihren Anfang nahmen,
Zwei der angeführten Schiffe hatten Savannah als Abgangshafen, während drei
von Westindien oder von dem Golf von Mexiko kamen. Die durchschuittliche
Dauer jener 13 Reisen betrug 26 Tage. Die kürzeste von allen legte „Magdalene“
zurück, welche 16 Tage später, als New-York verlassen worden war, den Kanal
arreichte. Für dieselbe Strecke gebrauchte dagegen „Ariadne“ 39 Tage.
Noch im November traten: „Deutschland“, „Ariadne“, „Wilhelm“ und
„George Washington“ ihre Reisen von nördlichen Häfen aus an. Von ihnen
wurde „Deutschland“ während der Reise über den Ocean durch die dort an-
yetroffenen Winde am meisten begünstigt. Der frische Westwind, bei dem dies
Schiff die offene See erreichte, hielt mit geringen Unterbrechungen während der
ganzen Fahrt an. Nicht selten nahm derselbe bis zum Sturme zu, und als das
Schiff sich am 8. Dezember den Aufsengründen näherte, wehte es so schwer aus
Westen, dafs beigedreht werden mufste. Dieser Sturm war ein Begleiter jenes
Tiefdruckgebietes der Karte II, welches am 8. Dezember mit seinem Mittelpunkte
nahe an der nordöstlichen Küste Irlands zu liegen schien. Nachdem die Stärke
dieses sich nur langsam mäfsigenden Sturmes eine geringere geworden war, legte
„Deutschland“ bei ihm den letzten Theil der Reise zurück. Am 11. Dezember,
nach 22tägiger Fahrt, wurde Lizard passirt. Als die anderen Mitsegler ihre
Reisen antraten, hatten sich die Verhältnisse in den wenigen verflossenen Tagen
bedeutend verschlechtert. Die von ihnen während der Ueberfahrt beobachteten
Winde waren zwar auch vorherrschend westliche, doch trafen sie auch nicht
selten östliche Winde an. Besonders war dies bei „Ariadne“ der Fall. Nachdem
dieselbe schon bei 67° W-Lgy mehrere Tage durch leichten Ostwind aufgehalten
worden war, fand sie auf dem letzten Reiseabschnitt bei 25° W-Lg einen, vier
Tage lang anhaltenden stürmischen Ostwind, der jeden Fortschritt unmöglich
machte. Derselbe trat in Begleitung des Tiefdruckgebietes der Karte III auf,
welches sich damals zwischen Portugal und den Azoren nach Süden und Osten
bewegte. Wilhelm“ und „George Washington“ wurden ebenfalls von diesem
Sturme zurückgehalten, doch befand „Wilhelm“ sich dann schon auf den Aufsen-
gründen vor dem Kanal, wo der Ostwind weit mäfsiger als bei „Ariadne“ auftrat.
Am 2. Dezember Mittags hatte sich ‚ Wilhelm“ in 41° N-Br und 61,8° W-Lg
und „Ariadne‘“ in 40,9° N-Br und 61,9° W-Lg wahrscheinlich in Sicht von
einander befunden. Es zeigte sich dann, wie sehr „Wilhelm“ dem Mitsegler an
Schnelligkeit überlegen war. Denn während „Wilhelm“ an diesem und dem
vorhergehenden Tage zusammen 309 Sm gut machte, legte gleichzeitig „Ariadne“
deren nur 170 zurück. Die längere Reise des letzteren Schiffes wird durch
diesen Unterschied in der Segelfähigkeit hinreichend erklärt. Als „Wilhelm“
am 21. Dezember die Kanalmündung erreichte, befand sich „Ariadne“ noch in
43° N-Br und 27° W-Lg. Dies Schiff gelangte nach Lizard am 2. Januar 1887,
und „George Washington“ hatte dies Kap am 24, Dezember gesichtet.
Unter nicht sehr günstigen Verhältnissen infolge stürmischer, besonders
auf der westlichen Reisehälfte angetroffener Winde wie auch Gegenwinde ver-
liefen die Reisen der beiden Mitsegler „Hermann“ und „Hedwig“. Gleich am
5. und 6. Dezember hatten diese Schiffe einen heftigen Sturm aus Südost zu
überstehen, bei dem der Luftdruck indessen nur verhältnilsmäfsig wenig abnahm.
Verursacht wurde derselbe durch jenes schwache Tiefdruckgebiet der Karte I,
dessen Bahn längs der Küste der Union nach Nordosten verläuft. Am 15. und
16. Dezember beobachteten beide Mitsegler einen Sturm, in welchem sich beim
Schwächerwerden desselben der Wind von West durch Nord nach Ost veränderte,
um sich dann mehrere Tage in letzterer Richtung zu halten. Dieser Sturm trat
in Begleitung des Tiefdruckgebietes der Karte III auf, dessen Mittelpunkt am
15. Dezember in der Nähe von 47° N-Br und 45° W-Lg zu liegen schien. Im