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mirador: mirador

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Winter 1886—87, 3927 
das Schiff schließlich die Mündung des Delaware. Der Mitsegler „Ariadne“, 
welcher schon bald nach dem Verlassen des Kanals südlichere Breiten aufgesucht, 
aber, obgleich er nach 26° N-Br hinunter steuerte, das Gebiet beständigen Passats 
kaum berührt hatte, wurde gegen „Hedwig“ doch in solcher Weise begünstigt, 
daß er 60° W-Lg .18 Tage früher als „Hedwig“ erreichen konnte. Nachdem 
„Ariadne“ am 10. März nach 26,5° N-Br in 65° W-Lg gelangt war, begannen 
aber auch bei ihr stürmische Gegenwinde zu wehen, die jeden Fortgang derartig 
hinderten, dafs das Schiff sich am 21. März noch in 28° N-Br und 65,4° W-Lg 
befand. Am 4. April erreichte „Ariadne‘“ den Hafen von New-York. ‚Western 
Chief“, welcher, wie schon erwähnt, bei kräftigem Ostwinde vom Kanal aus 8o- 
gleich nach Süden steuerte, lief, ohne Störung irgend einer Art zu spüren, in 
den Passat und segelte bis zum 10. März nach 25,5° N-Br in 68° W-Lg, fast 
ohne bis dahin westlichen Wind oder stürmisches Wetter angetroffen zu haben. 
Die Zurücklegung des letzten Reiseabschnittes erwies sich schliefslich aber auch 
hei diesem Schiffe als außerordentlich schwierig. Stürmische Gegenwinde wirkten 
dort in solcher Weise hindernd, dafs, um von 26,8° N-Br in 70,3° W-Lg nach 
30,7° N-Br in 70,9° W-Lg vorzurücken, nicht weniger als 9 Tage erforderlich 
waren. Auch dieses Schiff erreichte New-York am 4. April. 
Von den übrigen sechs Schiffen, welche am 10. und 11. Februar den Kanal 
verliefsen, folgten „Hugo“, „Shakspere‘“, „Dakota“ und „Heinrich & Tonio“ der 
direkten Route, während „George Washington“ und „Maryland“ einen zum Passat 
führenden Kurs steuerten. Wie beim „Western Chief‘, zeigte es sich auch in 
diesem Falle, dafs die sich gleich vom Kanale aus südlicher haltenden Schiffe 
länger vom Ostwinde begünstigt blieben, als die nördlicher stehenden Mitsegler. 
Am 10. und 11. Februar wehten vor der Kanalmündung noch die dort seit 
mehreren Tagen herrschenden, durch die Lage des Hochdruckgebietes der Karte IX 
hervorgerufenen frischen Ostwinde, welche schon bei den vorher besprochenen 
Reisen erwähnt worden sind. Als sich jenes Gebiet dann aber weiter nach Süden 
hin verlegte und die in Karte X verzeichnete Lage annahm, stellten sich bei den 
die direkte Route verfolgenden, jetzt nahe an den Nordrand. des Hochdruck- 
gebietes gerathenen Schiffen Westwinde ein, während bei den südlicher stehenden 
Mitseglern der Ostwind noch längere Zeit anhielt. Bevor diese letzteren den 
Passat erreichten, überstanden auch sie indessen, ebenso wie die anderen Schiffe, 
jenen orkanartigen, am 24. und 25. Februar herrschenden Sturm, der schon bei 
„Hedwigs“ Reise erwähnt worden ist. Wie die betreffende synoptische Karte des 
Nordatlantischen Oceans für 8 Uhr Morgens des 24. Februar zeigt, befand sich 
damals „Hedwig“ in 42° N-Br und 40° W-Lg, nahe am Mittelpunkte dieses in 
Karte X eingezeichneten Tiefdruckgebietes. „Hedwig“ beobachtete Nordostwind, 
Stärke 10, gleichzeitig wehte bei „Maryland“ in 82,5° N-Br und 40,5° W-Lg der 
Wind in Stärke 10 aus Südwest, bei dem sich unweit von 44° N-Br in 36° W-Lg 
befindenden „Hugo“ Südostwind, Stärke 8, und bei „Wilhelm“ in 39,5° N-Br und 
51° W-Lg Nordwestwind, Stärke 10. Bei dem noch weiter östlich stehenden 
„Heinrich & Tonio“ trat die volle Kraft dieses Sturmes erst am 25. Februar ein. 
Um 8 Uhr Morgens des 24. Februar herrschte bei diesem, sich in etwa 48° N-Br 
und 28° W-Lg befindenden Schiffe Stille, während der letzten beiden Wachen des 
Tages jedoch schon ein orkanartiger Sturm aus Südsüdost, der auch während des 
ganzen nächsten Tages anhielt. Da dies Schiff im ferneren. Verlaufe der Reise 
noch mehr gegen die Mitsegler zurückblieb, gebrauchte es zur Vollendung seiner 
Reise eine ungewöhnlich lange Zeit, „George Washington“ und „Maryland“ 
fanden, obgleich 25° N-Br überschreitend, doch keinen regelmäfsigen Passat, und 
als dieselben später einen nordwestlichen Kurs einschlugen, hatten sie im März 
gegen dieselben ungünstigen Verhältnisse zu kämpfen, welche in den Reise- 
berichten der Mitsegler schon erwähnt worden sind. Dasselbe war auch bei den 
die nördlichere Route verfolgenden Schiffen der Fall, obgleich diese doch noch 
in einigermafsen befriedigender Weise nach Westen vorrücken konnten. Bezeich- 
nend für den stürmischen Charakter des im März beobachteten Wetters war die 
Häufigkeit der Fälle, in denen das Elmsfeuer beobachtet wurde. Als „Dakota“ 
am 24. März nach 41tägiger Fahrt die Chesapeake-Bai erreichte, machte Kapt. 
Schäffer in seinem Tagebuche die Bemerkung, dafs er seit 13 in der Nord- 
amerikafahrt zugebrachten Jahren keine ähnlich stürmische Reise wie diese ge- 
macht habe. Zum Hafen von New-York gelangten: „Hugo“ am 24., „Shakspere‘“
	        
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