Staubfälle im Passatgebiete des Nordatlantischen Oceans,
315
Diese Bemerkung folgt ununterbrochen bis zum 3. Februar 8" p.m.,
als das Schiff in 23,5° N-Br und 20,2° W-Lg angekommen war. Es folgt
dann zweimal die Bemerkung: Luft etwas abklarend; und am 4. Februar
in 25,1°. N-Br und 18,5° W-Lg: Luft klar, Wind war stetig ENE 2—3.
Journal D. 1616. Dampfer „Paranagua‘“, Kapt. J. Kröger.
1891 Februar 3 in 6,4° N-Br und 27,3° W-Lg: Schmierige diesige Luft; Nieder-
schlag von Flugsand. Wind NEzN bis NEzE 2—3.
Diese Bemerkung folgt alle vier Stunden bis zum 5. Februar in
12,5° N-Br und 24,1° W-Lg, wo das Folgende an die Stelle tritt: An-
haltend trübe diesige Luft, sowie Niederschlag von Sandstaub. Es folgt
diese Bemerkung jede Wache bis 8 Uhr Morgens am 7. Februar; der
Wind war stets nordöstlich und etwas frischer geworden. Am 7. Februar
Mittags in 18,8° N-Br und 20,1° W-Lg folgt die Notiz: Luft abklarend!
Am 8. Februar 4* a. m. in 20,8° N-Br und 19,4° W-Lg: Luft sehr klar.
Journal D. 1630. Dampfer „Lissabon‘“, Kapt. P. C. Holm.
{891 Februar 24 in 31,8° N-Br und 13,8° W-Lg: Vormittags heftige Böen von
NNW mit Hagel. Regen. Nachmittags war der Regen stark vermischt
mit gelbem Staubsand. Wind NW 7, variabel Südl. 6.
Februar 25 in 33,8° N-Br und 138,0° W-Lg: Bemerkten mit Tagwerden
viel rothgelben Wüstensand an Deck. Wind SE, höig, bis zur Stärke 7.
Im Jahrgange 1886 dieser Annalen wurde seitens der Seewarte eine
größere Abhandlung!) über Passatstaubfälle veröffentlicht, in welcher die meteoro-
logischen Bedingungen, die geographischen und jahreszeitlichen Verhältnisse
dieser Erscheinung einer eingehenden Untersuchung unterzogen wurden. Der-
selben waren neben englischem, vom Meteorological Office veröffentlichtem Ma-
terial die diesbezüglichen deutschen Schiffsberichte zu Grunde gelegt, welche bis
Anfang 1885 bei der Seewarte eingegangen waren. Da seit dieser Zeit bereits
sechs Jahre verflossen und inzwischen eine erhebliche Anzahl weiterer Berichte
über Staubfälle eingegangen sind, erscheint es angezeigt, auf Grund der letzteren
die Richtigkeit der vorher gefundenen Resultate einer Nachprüfung zu unter-
ziehen. Wir geben zunächst eine chronologische Uebersicht derselben. Die aus-
führlichen Berichte, soweit sie nicht im Vorstehenden gegeben sind, finden sich
in diesen Annalen Jahrgang 1888 Seite 145 und 1889 Saite 450.
Berichte deutscher Schiffe über Passatstaubfälle in den Jahren 1885 bis 1891.
Chronologische Uebersicht,
18,2° W-Lg: dick von gelbem Sandstaub,
22,9° „starker Staubfall,
26,3° „ staubige Luft.
19,5° „ röthlicher Staub,
18,0° braun gefärbter starker Passatstaub.
26,0° röthlicher Staub.
32,0° rother Flugsand.
35,6° Staubmasse von gräulicher Farbe.
33,6° rother Staub,
31,0° W üstenstaub.
32,8° feiner gelber Sand.
25,6° rother Staub.
32,0° Passatstaub.
34,0° röthliche Staubschicht.
23,6° hellgrauer Wüstenstaub.
18,0° rothbrauner Mud.
20,0° gelber Sand.
38,2° „gelber Staub.
36,6° „ Wüstensand.
25,5° „gelber Sand.
‘4
‘) „Die Staubfälle im Passatgebiete des Nordatlantischen Oceans“.
„Ann. d. Hydr. etc.“ 1886 Seite 69 und 113 ff,
Von L. E., Dinklage.
Ann, d. Hydr. ete., 1891, Heft VIII.