310 Die Gezeitenströmungen auf der Terschelling-, Schouwen- und Nordhinder-Bank.
Auf der Terschelling-Bank drehte der Fluthstrom während Stille und
leichter Winde gewöhnlich von Ost über SO und Süd nach West, zuweilen aber
auch über Nord nach West und Süd. Der Ebbestrom lief bei leichten Winden
meistentheils durch Nord nach Ost herum, zuweilen aber auch durch Süd. Das
Schwaien des Feuerschiffes vollzog sich manchmal in einer Minute, zu Zeiten aber
verflofs eine Stunde, ehe das Schiff in die der vorhergehenden entgegengesetzte
Richtung zu liegen kam.
Auf der Schowwen-Bank drehte der westliche Strom in den meisten Fällen
über Süd und SO nach Ost, Traten aber Stromkabbelungen aus östlicher
Richtung kommend auf, so kenterte der Oberflächenstrom durch West, NW und
Nord nach Ost, während der untere Strom in der vorhin angegebenen Richtung
umlief. Das Schiff schwaite stets mit dem Oberflächenstrom.
Auf der Nordhinder-Bank drehte der südsüdwestlich laufende Strom durch
Süd, SO und Ost nach NO, der nordöstlich setzende durch Nord, NW, West
und SW.
Aus den die Zeiten des Kenterns der Gezeitenströme darstellenden
Diagrammen ergiebt sich die vorstehende Tabelle.
Berechnung der Temperatur-Ko&fficienten der
während der 13. (1889—90) und 14. (1890—91) Chronometer-
Konkurrenz-Prüfung in Abtheilung IV der Deutschen Seewarte
untersuchten Chronometer.
Von Dr. C, Stechert, Assistent der Seewarte.
Die Berechnung der Gangformeln für die wärend der 13. und 14. Chrono-
meter-Konkurrenz-Prüfung untersuchten Instrumente wurde nach einem Schema
ausgeführt, welches dem von Herrn Admiralitätsrath Prof. Dr. Börgen im
Jahrgange 1883 dieser Annalen mitgetheilten ähnlich ist. Unter Benutzung der
bekannten Form der Gangformel
E= go, Ha0+b6?
erhält man, wenn man den mittleren täglichen Gang während der ganzen Unter-
zuchungszeit mit y bezeichnet, für die sechs zur Anwendung gebrachten Temperatur-
stufen die folgenden Bedingungsgleichungen:
8 = 8) + a0, +6]
BY = Bo YA a0, + b63
By = Bo Y— a0, +b63.
Hier bedeutet überall © „Beobachtete Temperatur minus 15°C.“ Bezeichnet
man ferner die Anzahl der Bedingungsgleichungen mit A und setzt die Summen-
glieder
{6] = B [9] =D
198?) = C [91] = E,
30 ergeben sich die folgenden Normalgleichungen:
M = Alg,—-Y+Ba+Cbh = [g— 7]
N = Bgo— ))+Ca+Db = [( — y)9]
P = Cgo-N+Da-+Eb = [(g — 7 09?).
Wie aus der Definition der Gröfßse y hervorgeht, ist M = [g—y] = 0. Es
soll indessen, um die symmetrische Form der folgenden Formeln hervortreten zu
lassen, von dieser Beziehung einstweilen kein Gebrauch gemacht werden,