306 Bemerkungen ete, zu den Segelanweisungen für die ostasiatische Küste.
in der russischen Karte angegebenen 3m- (10 Fufs-) Stelle. Die beiden zuletzt
angeführten Seezeichen sind auf der russischen Karte nicht verzeichnet.
11. Flying Fish-Channel.!) Der in der Br. Adm.-Karte 1258
(Tit. XI: 108) angegebene 80 m (262 Ful) hohe Clump, auf der Insel Jacquinot,
ist nicht auszumachen, dagegen empfiehlt sich als gutes Peilobjekt ein Hügel mit
einem einzeln darauf stehenden Baum an der Nordspitze der Insel Richy.
12. Newchwang.”) Die Barre und die Bänke vor der Mündung des
Liau-Ho, sowie der letztere selbst, haben sich derart geändert, dafs die Br. Adm.-
Karte 2894/85 (Tit, XI: 101) vom Feuerschiff aus bis zum Ankerplatz durchaus
unbrauchbar geworden ist. Auf Grund der letzten Vermessung (vgl. No. 1686
der „Nachr. f. Seef.“ 1889) ist jetzt jedoch eine neue Karte aufgenommen
worden.
Da aber die häufig vorkommenden Aenderungen im Fahrwasser stets die
Annahme eines Lootsen erfordern — sämmtliche Dampfer, auch wenn sie noch
so häufig nach Newchwang kommen, bedienen sich eines solchen — so kommt
das Vorhandensein einer richtigen Karte nicht allzusehr in Betracht.
13. Leu-kung-tau-Insel und Wei-Hai-Wei-Hafen.®) An der SW-
Seite der Insel Leu-kung-tau hat sich das Land nach SW vorgeschoben, so dafs
es ungefähr nach der Br. Adm.-Karte 2823 (Tit. XI: 88) bis dahin reicht, wo
auf derselben die Tiefenzahlen aufhören. Es befindet sich dort ein ummauerter
Exerzirplatz, an welchen sich östlich ein Exerzirschuppen, Kohlenlager, Reparatur-
werkstätten und Privatwohnungen anschliefsen. Von derselben Ecke aus ist eine
starke Mole südlich in den Hafen hineingebaut, an welcher die chinesischen
Kriegsschiffe gröfsten Tiefgangs direkt Kohlen nehmen können.
Die Stadt Wei-Hai-Wei ist von einem Wall umgeben und ziemlich
häuserleer, die gröfsere Anzahl der Wohnungen liegt ca %4 Sm nordöstlich
der Stadt, .
Observatory-1. ist mit der Insel Leu- kung -taw durch einen Damm
verbunden.
Der Bau eines Wellenbrechers zwischen der Insel Channel’ und Leu-kung-
tau ist für spätere Zeit in Aussicht genommen. Zur Zeit kann bei östlichen
Winden kaum ein Verkehr zwischen der Insel Leu-kung-tau und dem westlichen
Festlande stattfinden, ebenso ist das Anlegen der Schiffe an die Mole unter diesen
Umständen unmöglich.
Die Gezeitenströmungen auf der Terschelling-, Schouwen-
und Nordhinder-Bank.
Von den auf genannten Bänken liegenden Feuerschiffen sind seit einer
Reihe von Jahren regelmäfsige Beobachtungen des Windes, sowie der Gezeiten-
strömungen und der PPemperatur des Wassers angestellt und theilweise in der
vom holländischen meteorologischen Institut herausgegebenen Broschüre „De
Stroomen op de nederlandsche Kust“, Utrecht 1890, veröffentlicht worden. Die
mittleren Richtungen und Geschwindigkeiten der Gezeitenströme, gruppirt nach
den auf das Kentern derselben folgenden Stunden sind durch Diagramme dar-
gestellt, aus welchen die weiter unten folgenden Tabellen abgeleitet wurden.
Es differirt die Tabelle für die Nordhinder-Bank mit den in den diesjährigen
„Annalen der Hydrographie“, Seite 74 ff. mitgetheilten Angaben, weil letztere
auf die Zeit des Hochwassers von Vlissingen bezogen sind.
Aufser den Strömungen sind in der oben bezeichneten Broschüre auch
die Temperaturbeobachtungen des Wassers und der Luft, sowie die Gewitter-
!) Supplement 1889 zum „China Sea Directory“ Vol. IV, 1884, Seite 35.
2) „China Sea Directory“ Vol. III, 1884, Seite 671.
3) „China Sea Directory“ Vol. III, 1884, Seite 564,