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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Bemerkungen etc. zu den Segelanweisungen für die ostasiatische Küste. 305: 
den Williwaws in der Magellanstrafse ähnlich sind. Als Ansteuerungspunkt für 
den inneren Hafen von Ofunato empfiehlt sich, nachdem die Insel Sango an B-B. 
gelassen, der im Norden der Bucht liegende 287m (943 Fulfs) hohe unbenannte 
Berg. Die drei auf diesem Berg in der Karte angegebenen Bäume heben sich 
scharf ab. Sakari, ungefähr 1 Sm nördlich landeinwärts der Bucht, ist nur eine 
andere Bezeichnung für Ofunato und bildet den gröfseren Theil dieses Orts mit 
etwa 200 Häusern. 
In Ofunato waren nur Kartoffeln und Gemüse in kleinen Mengen, in 
Kamaishi, Odzuchi und Yamada aber auch lebendes Rindvieh zu haben. In 
allen vier Orten befinden sich Postämter; Telegramme in japanischen Schriftzeichen 
können in Kamaishi und Odzuchi aufgegeben werden. 
7. Der Hafen von Sinmororan oder Endermo.*) Dieser Hafen ist 
in jeder Beziehung ein vorzüglicher zu nennen; derselbe ist leicht anzusteuern 
und bietet bei genügender Wassertiefe guten Ankergrund für die schwersten 
Schiffe. Es ist hier frischer Proviant und lebendes Rindvieh zu haben, Dampfer- 
verbindung mit Hakodate besteht an jedem fünften Tage und Telegramme können 
nach allen Richtungen hin aufgegeben werden. 
Das in der Segelanweisung erwähnte und in der Karte verzeichnete Feuer 
brannte nicht, auch der Thurm, in welchem dasselbe brennen soll, war nicht zu 
sehen; Näheres hierüber konnte jedoch nicht in Erfahrung gebracht werden. 
Im nächsten Winter soll mit dem Bau einer Eisenbahn begonnen werden, 
welche Sinmororan mit Sappro, der Hauptstadt Yezos, verbinden soll. 
8. St. Vladimir-Bucht.?) Als Ansteuerungspunkt für den Ankerplatz 
südlich der Spitze Orekhova ist der als 46 m (150 Fuß) hoch bezeichnete Berg 
zu benutzen. Der östlich von dem in der Br. Adm.-Karte 2773 (Tit. XI: 195) 
eingetragenen Anker liegende Stein ist nur auf geringe Entfernung zu erkennen. 
9. Kap Chetyrek.?) Die auf der Br. Adm.-Karte 2511 (Tit. XI: 193) 
südöstlich vom Kap Chetyrek eingetragenen Inseln existiren nicht; die Zeichnung 
der Br. Adm.-Karte 2773 (Tit. XI: 195) ist richtig. 
10. Olga-Bucht.*) Der Maßstab des Planes auf der Br. Adm.-Karte 2511 
(Tit. XI: 193), 1:50000, ist für die Fahrt durch den Brown-Kanal so klein, 
dass die Karte an dieser wichtigsten Stelle kaum benutzbar ist. In Wiadiwostok 
wurde eine russische Karte vom Jahre 1881 im Mafsstabe 1: 4200 angekauft, 
welche den Brown-Kanal und den inneren Hafen enthält. Aus dieser Karte 
ergiebt sich für die Einsteuerung Folgendes: 
Vom äufseren Hafen kommend, bringe man die kleine rothe stumpfe 
Tonne, welche im Brown-Kanal ausliegt, in ON0'4O0 und halte sie in dieser 
Peilung, d. h. in der Mitte der 2!42 Kabllg. ONO'/sO von der Tonne liegenden 
Landspitze, bis man sie eine halbe Kabellänge voraus hat; dann lasse man sie 
dicht an B-B. und drehe unmittelbar nach dem Passiren mit NOzO'/sO auf die 
sich deutlich markirende Kirche. Die Tonne ist dann recht achteraus. Nach 
dem Passiren der vorerwähnten Landspitze kann direkt auf irgend einen Anker- 
platz gedampft werden. Als Peilobjekt für den Ankerplatz ist aulßser der Kirche 
und der Tonne ein rothes Gebäude zu empfehlen; dasselbe ist auf der Br. Adm.- 
Karte 2511 nicht angegeben, liegt aber 3'% Kabllg. WSW*°/sW von der Kirche, 
unweit des Strandes. Kirche in NO, rothes Haus in N’%/4AW giebt einen guten 
Ankerplatz in 8m Tiefe. 
Die auf der Karte angegebenen Berge sind ebenso wenig wie die vor der 
Mündung des Olga-Flusses in der Ostecke des inneren Hafens angegebenen 
Inseln zu Peilungen zu benutzen. Die eingezeichnete Flaggenstange ist schlecht 
zu sehen, da sie nur wenig über das hinter ihr liegende roth gedeckte Gebäude 
hinwegragt. Letzteres ist die Wohnung des Stations-Befehlshabers. Das in der 
Br. Adın.-Karte eingetragene Seezeichen (Besen, schwarz an rTother Stange) 
liegt ungefähr 50m NO0*%/40 von der Tonne und scheint die Westgrenze der 6 m- 
(20 Fufßs-) Linie anzugeben. Ungefähr 10m W'/S von dem Seezeichen mit Besen 
befindet sich ein glattes Stangenseezeichen, dasselbe steht anscheinend auf einer 
5 
) 
Z 
„China Sea Directory“ Vol. IV, 1884, Seite 587. 
„China Sea Directory“ Vol. IV, 1884, Seite 161. 
„China Sea Directory“ Vol, IV, 1884, Seite 161. 
‚China Sea Directory“ Vol. IV, 1884, Seite 158, 159.
	        
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