304 Bemerkungen ete. zu den Segelanweisungen für die ostasiatische Küste.
Kap Galdobin liegenden Untiefe vorüber. Die westlich von letzterem Kap
liegende Tonne liegt hiernach für von Ost und SO kommende Schiffe durchaus
anzweckmälfsig, da man sie nicht dicht passiren darf, sondern etwa 2 Kabllg. an
St-B. lassen mufs.
©) Derjenige Theil des Hafens, in welchem fremde Kriegsschiffe ankern
dürfen, wird wie folgt begrenzt:
Nördlich, durch eine Linie, gezogen vom alten Dock an der Westseite des
Hafens (in der Br. Adm.-Karte 2407 mit „Dock“ bezeichnet) nach einem ungefähr
in der Mitte zwischen Menshuk und Churlein-Spitze liegenden kleinen weilsen
Häuschen. Westlich, durch eine Linie, gezogen vom alten Dock nach einem
Punkte, der etwa 1'/% Kabllg. SW'/S von der Spitze Egerscheld liegt. Südlich,
durch eine Linie von dem vorhin genannten Punkte bis zur Spitze Klett und
östlich, vom Lande zwischen der Spitze Klett und dem zwischen Menshuk und
Churlein-Spitze liegenden weißen Häuschen.
Nördlich an diesen Theil des Hafens schliefst sich der Handelshafen an;
derselbe wird im Osten durch die Linie „Brücke mit den Hafenfeuern — weißes
Häuschen“, begrenzt. Westlich der Linie „Dock“ und dem erwähnten Punkte
südwestlich der Spitze Egerscheld befindet sich der Quarantänehafen.
Nach einer Aeufserung des Kommandanten des Minentransportschiffes
„Aleut“, Kapt. Brandt, sollen jedoch auch die "Tiefenangaben in der neuen
russischen Karte unrichtig sein; erst in nächster Zeit soll eine Karte mit den
im Jahre 1889 genommenen Lothungen erscheinen. Der genannte Kapitän,
welcher häufig Gelegenheit hatte, in resp. aus dem Hafen ein- und auszusegeln,
äufserte aufserdem, dafs er die Bedeutung der eingetragenen Richtungslinie nicht
kenne und sich nicht an die Karte halte.
3. Barracouta-Hafen.!) Die auf der Spitze Pushiashina stehende Bake
besteht aus einer einfachen Stange, welche für von Süd kommende Schiffe erst
sichtbar wird, wenn man sie in SSO, d. h. frei von dem dahinter liegenden
Lande, peilt.
Südlich und südöstlich der Spitze Aicolaz liegen in einem Abstande von
2a 1 Kabllg. Felsen, welche auf der Br. Adm,-Karte 2508 (Tit. XI: 196) nicht
verzeichnet sind.
4. Kheum Wolmi (Roze island).?) Die Unterschiede in den Wasser-
tiefen sind am bedeutendsten bei südöstlichen Winden im Juli und betragen dann
10,7 m (35 Fufs), am geringsten sind sie im Monat Januar mit 5,5 m (18 Fuß).
Im Durchschnitt beträgt der Unterschied 8,5 m (28 Fuls).
5. Chimulpo.°) Die neuen Leitmarken in der Nähe des englischen
Konsulats (vgl. No. 2165 der „Nachr. f. Seef.“ 1890) stehen in der Richtung
NO%N zu einander. Da jedoch stets ein amerikanisches Kanonenboot im Hafen
liegt und in demselben Platz für die Postdampfer bleiben mul, so ist es für ein
anderes Kriegsschiff kaum möglich, in den Hafen zu gelangen. Letzteres wird
noch dadurch erschwert, dafs keine Lootsen zu erhalten sind und die Wasser-
tiefen sich fortwährend ändern. Um Boote vor Festkommen und Trockenfallen
zu sichern, empfiehlt es sich, dieselben einmal hei Niedrigwasser fahren
zu lassen.
6. Küste und Häfen zwischen Kingkasan und der Myako-Bucht.‘)
Für die Navigirung bieten sich an dieser Küstenstrecke keine Schwierigkeiten; die
Küstenlinien, Küstenpunkte und die Wassertiefen wurden stets übereinstimmend
mit den Angaben der Br. Adm.-Karte 806 (Tit. XI: 189) gefunden, so dafs man
bei nicht allzu unsichtigem Wetter bequem nach der Karte fahren kann.
Die vier von $S. M. Knbt. „/tis“ besuchten Häfen Ofunato, Kamaishi,
Odzucht (Odzutsu) und Yamada bieten sämmtlich vorzügliche, gegen jeden Wind
geschützte Ankerplätze und guten Ankergrund.
Der Hafen von Ofunato — in der Segelanweisung gar nicht erwähnt, im
Supplement von 1889 jedoch eingehend beschrieben — ist insofern etwas weniger
bequem, als die bis 580m hohen ihn umgehenden Berge Böen erzeugen, welche
I) „China Sea Directory“ Vol. IV, 1884, Seite 164 und Supplement dazu 1889, Seite 63.
’) „China Sea Directory“ Vol. IV, 1884, Seite 59 und Supplement dazu 1889, Seite 31.
3) Supplement 1889 zum „China Sea Directory“ Vol. IV, 1884, Seite 31.
) „China Sea Directory“ Vol. IV, 1884, Seite 333—335 und Supplement 1889, Seite 80-