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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Seylla und Charybdis, 
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Die von den Messinesen refoli, von den Neapolitanern garofoli genannten 
Wirbelbildungen treten am heftigsten auf, wenn die Strömungen am stärksten 
sind. Mit wirklicher Gefahr verknüpft können sein, jedoch nur in den Tagen 
ihrer vollen Entwickelung: 
1. die Strudel im Norden des Hafens von Messina, besonders zur Zeit 
der Syzygien bei starken Südostwinden, die das Wasser aus dem Ionischen Meere 
in die Strafse treiben; 
2. die Strudel am Dorfe Faro, welche öfters Boote auf den Strand ge- 
schleudert oder von den Ankern los in die Querströmung gerissen haben, die 
sie nach der klippenreichen calabrischen Küste (Torre Cavallo) trieb, bei ein- 
gehendem Strom weiter gegen die Punta del Pezzo, bei ausgehendem gegen Scilla. 
Der Scyllafelsen ist nun aber durchaus nicht die hedenklichste Stelle jener 
Küste; es befindet sich im Gegentheil unweit desselben ein ziemlich guter Anker- 
platz. Die Vermuthung liegt daher nahe, dafs diesem zwar minder gefahrdrohen- 
den, aber am meisten in die Augen fallenden Punkte der unwirthlichen Küste 
in späterer Zeit jener Name beigelegt worden, mit dem man ursprünglich die 
Wirbel- und Strömungserscheinungen belegt hatte, welche die Grundursache dieser 
Gefahr sind. 
Unter Scylla wären demnach die Strudel und Querströmungen 
am Ausgange der Meerenge zu verstehen, unter Charybdis die Strudel 
vor dem Hafen von Messina. 
Zwischen diesen beiden Stellen besitzen die Strömungen ihre größte Ge- 
schwindigkeit und wechseln am häufigsten ihre Richtung. Nur unter kundiger 
Führung kann ein Segelboot die Strafse von Messina sicher passiren, wenn Tiden 
und Winde die Ströme und Strudel mächtig erregen. Für den unkundigen See- 
fahrer gilt dann auch heute noch: „Incidit in Seyllam, qui vult vitare Charybdim“. 
Bemerkungen und Zusätze zu den Segelanweisungen für die 
ostasiatische (chinesische, japanische und russische) Küste. 
Nach den Berichten des Kommandanten S. M, Knbt. „/tis‘‘, Korv.-Kapt. Ascher, 
li. Die Fahrten zwischen Wiadiwostok und dem Tartarischen Meerbusen 
bestätigten die bereits früher gemachten Erfahrungen, welche auch von russischen 
Seeoffizieren und dem Führer des regelmäfsig dort fahrenden Dampfers „Baikal“ 
als richtig anerkannt wurden, dafs die ganze Küste ungenau vermessen ist, 
Schon von der Wrangel-Bai ab ist die Länge unrichtig, und weiter nördlich liegt 
die Küste auf der Karte meist 12 bis 15 Minuten zu weit östlich; noch in er- 
höhtem Mafse aber soll dies an der Ostküste von Sachalin der Fall sein. 
2. Hafen von Wladiwostok.!) Nach den Vermessungen der letzten 
Jahre ist im Jahre 1890 eine neue Karte — mit Bezeichnungen in russischer 
Schrift — erschienen, aus welcher hervorgeht, dafs in der früheren Br. Adın.- 
Karte 2407 (Tit. XI: 192) nicht allein die Lage der Seezeichen und die Tiefen- 
angaben unrichtig sind, sondern dafs auch die Huks nicht richtig eingetragen 
sind. Auch die Lage der Seezeichen (vgl. No. 30 der „Nachr. f. Seef.“ 1890) ist 
wieder theilweise verändert. 
Die wesentlichsten Aenderungen sind: 
a) Der schwarze und weiße Besen, 2 Kabllg. westlich vom Kap Tokarofski, 
ist nicht mehr vorhanden. 
b) Die Leuchtthürme auf der Insel Skryplef stehen in der Richtung 
NW!ZON-—S0128S von einander. Die Deckpeilung dieser Feuer führt direkt auf 
die SSO von der Spitze Egerscheld liegende Tonne und dicht an der im SW vom 
\ „China Sea Directory“ Vol. IV, 1884, Seite 147—149.
	        
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