Bemerkungen über die Azoren und speciell über Ponta Delgada,
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geliefert werden, wie in Horta, billiger wie dort. Die in diesen Annalen 1889,
Seite 61, gemachten Angaben über den unzulänglichen Schutz des Wellenbrechers
bei einem schweren Sturm im Dezember 1887 wurden durch die eingezogenen
Erkundigungen in allen Theilen bestätigt, wenn auch mit dem Hinzufügen, dafs
so außergewöhnlich ‚schweres: Wetter: selten vorkäme. Entsprechend dem Vorschreiten
des Molenbaues — die über Wasser sichtbaren ‘Steinaufschüttungen
sind bereits ein Stück über das nach Nordost umbiegende Knie der Mole hinaus
vörgerückt — hat außerdem der Hafen an Schutz nach Südost hin seit Abfassung
des oben angeführten Berichtes gewonnen.‘ ‘°
„Unter Bezugnahme: auf die Specialkarte von Ponta Delgada Tit. VI, No. 623
(Br. K. 1854) ist zu bemerken: *
” Die in südöstlicher Richtung vom Leuchtthurm eingetragene Mooringstonne
ist nicht mehr vorhanden; dieselbe ist entfernt worden, sobald der Wellenbrecher
Schütz zu bieten begann. — Die Richtung der im Bau begriffenen Mole wird
durch zwei Reiben rother Fafs- oder stumpfer Tonnen bezeichnet, zwischen welchen
der . Unterbau des Wellenbrechers durch Versenken schwerer Felsblöcke gelegt
wird. Diese Tonnen können nur östlich passirt werden. Im inneren Hafen
befinden sich mehrere Verhol-Tonnen, welche den Schiffen das Hinein- und
Herausgehen, das Mooren und Entmooren erleichtern. Im Binnenhafen liegen die
Schiffe mit dem Bug nach Ost, ungefähr parallel der Mole, vorn mit beiden Bugankern
oder: auch einem Buganker und einer Mooringskette, achtern mit zwei
Mooringsketten fest. ;
Der Leuchtthurm auf der Mole ist ein rother eiserner Thurm mit breiterem
Stein-Unterbau (vergl. Leuchtf.-Verzeichnifs 1890, Tit, VI, 3052), derselbe kann
nicht fortbewegt werden. |
Das von See aus am meisten in die Augen fallende Gebäude ist das Gefängnifs,
am östlichen Theile der Stadt gelegen. Im Kasernenstil erbaut, hebt
es sich sowohl durch seine Dimensionen wie auch durch seinen gelben Anstrich
von den umliegenden Häusern ab. . Nach der Seeseite zu hat das Gefängnis in
der Mitte einen weißen Vorbau. In der Karte ist dasselbe mit No. 18 als „Old
Tower“ bezeichnet. - ,
Von Kirchen sind als gute Objekte hervorzuheben:
.- No. 16, Mäe de Deus (Sta. Madre), klein, verwittert, mit grauem
Anstrich, auf einem Hügel im östlichen Theile der Stadt gelegen.
_ No. 14, San Pedro, dicht am Ufer gelegen, ein größeres Gebäude
mit rosa Anstrich.
Im westlichen Theile der Stadt ist No. 3 ein größerer Häuser-Komplex,
welcher aus dem Francisco Convent und dem Lazareth besteht. ; “
& Ein weiteres sehr gutes Objekt ist der Schornstein einer dicht neben dem
Westende des Forts St, Braz belegenen Spiritus - Brennerei.
Die klimatischen Verhältnisse der Insel San Miguel sind angenehm. Die
Temperatur ist eine sehr gleichmäfsige, schroffe Unterschiede sind weder in den
Temperaturen der einzelnen Jahreszeiten, noch in den Tages- und Nachttemperaturen
vorhanden. Die Luft hat beständig einen sehr hohen Feuchtigkeitsgehalt.
Das Trinkwasser wird vom Gebirge her durch Leitung nach der Stadt
gebracht und ist sehr gut. Die Gesundheitsverhältnisse sind sehr gute, Rheumatische
Erkrankungen sollen häufig sein, auch unter dem Proletariat Erkrankungen
an Typhus abdominalis nicht selten vorkommen; ebenso sollen sich Pockenepidemien,
wenn sie vorkommen, fast nur auf dasselbe beschränken. Malaria soll
nicht vorkommen. ; ;
. Impfung ist gesetzlich vorgeschrieben und wird mit aus Lissabon oder
Frankreich bezogener animaler Lymphe ausgeführt. ;
__ Prostitution steht unter polizeilicher Aufsicht. Die Prostituirten werden
wöchentlich einmal untersucht und im Falle von Erkrankungen im großen
städtischen Krankenhause unentgeltlich behandelt. Dieses Hospital ist für 300
Kranke eingerichtet, wird aber nach Beendigung der in Arbeit befindlichen Erweiterungsbauten
500 Patienten aufnehmen können. Zur Unterbringung kranker
Mannschaften unserer Schiffe ist das Hospital: nicht geeignet.