Kleine Notizen.
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Erschütterung oder Erzittern des Schiffes, wie wenn die Schraube in hoher. See
blind schlägt. Es folgten darauf drei bis vier grofse Wellen, die von Süd nach
Nord liefen. Der Wind war zur. Zeit schwach und umlaufend, mit starken
Hagelschauern, Thermometer — 2°, Barometer 747 mm (unred.). Ungefähr 4 bis
5 Minuten später wurde es ganz still; dann erfolgte ein kräftiger Donnerschlag,
worauf zunehmender WSW-Wind einsetzte. In der Stadt Algier hatte man um
dieselbe Zeit, um 4" 10°” a. m.,. ein heftiges Erdbeben. ;
2. Bemerkungen über den Hafen von Catania.!) (Nach einem Be-
richte vom Kommando des Uebungsgeschwaders.) Der neue Hafen von Catania
gestattet in seinem äufsersten. Theile, falls derselbe nicht stark besetzt ist, einem
oder zwei grofsen Schiffen das Ankern; event. können dieselben sich hier auch
mit Erlaubnils des Hafenkapitanats vermooren. Für grofse Panzerschiffe‘ soll
auch der Raum südlich des Hafens, welcher noch theilweise gegen NO geschützt
ist, guten Ankergrund bieten.
In der Regel werden die Dampfschiffe im östlichen und die Segelschiffe
im ‚westlichen inneren Theil des Hafens, vor einem oder zwei Ankern liegend,
mit dem Heck nach der Mole hin vertäut. . Der äufserste Flügel der grofsen
Mole ist jedoch noch nicht mit Pollern oder Ringen versehen, sondern die Heck-
trossen müssen vorläufig noch. an grofsen Lavablöcken befestigt werden. ..-
Das Ein- und Auslaufen bietet keine Schwierigkeit, da die Einfahrt frei
von. Untiefen ist und die Wassertiefe 10 bis 14m beträgt. ; a
Zum Anweisen des Liegeplatzes im Hafen ist die Annahme eines Lootsen
zweckmäfsig; man erhält einen solchen bereits geraume Zeit vor dem Einlaufen
an Bord. Die Lootsen sprechen hinreichend englisch und französisch und scheinen
gewandt und zuverlässig zu sein. Die Lootsengebühren für ein Panzerschiff be-
tragen für das Einbringen tarifmäßig 55 Lire, für das Inseebringen die
Hälfte davon. .
Der Verkehr ist zur Zeit in Catania noch beträchtlich, er soll jedoch im
Abnehmen begriffen sein und sich nach Messina hinziehen.
Der Haupt-Ausfuhrartikel ist Schwefel, zur Einfuhr kommen hauptsächlich
nur Kohlen. *
Mit Deutschland ist wöchentlich direkter Verkehr durch die Dampfer.der
Sloman-Linie und alle 14 Tage durch Dampfer der Hansa-Linie.
Kohlen sind zu jeder Zeit, selbst für Geschwader, in genügender Menge
zu haben. Die Hauptlieferanten sind der englische Konsul R. O0. Frank und
Fratelli Prinei ; . .
Die Kohlenlager befinden sich unmittelbar am Hafen, und es kann nach
besonderer Vereinbarung, event. auch bei Nacht, die Uebernahme von Kohlen
stattfinden.
Sowohl Dauer-, wie Frischproviant ist hier in beliebiger Menge zu haben.
3. Eröffnung der Enge von Sdrelaz. Dalmatien. („Hydrographische
Nachricht: No. 16/94. Pola 1891.) Nach einem Berichte der Kaiserlich König-
lichen Seebehörde zu Zriest ist am 1. März d.J. die Enge von Sdrelaz,?) zwischen
den Inseln Ugliano und Pasman, eröffnet worden. Dieselbe kann von Booten
und Fahrzeugen mit weniger als 1m Tiefgang an Sonn- und Feiertagen von
Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, an Wochentagen eine Stunde vor Sonnen-
aufgang, Mittags von 12 bis 1’/s Uhr und Abends eine Stunde lang nach Sonnen-
untergang benutzt werden. Dem zwischen Zara und Sale verkehrenden Post-
boote ist die Durchfahrt, wenn es die Arbeiten daselbst überhaupt gestatten, zu
jeder Zeit erlaubt. Für etwaigen durch die Boote verursachten Schaden haften
die betreffenden Bootsführer.
4. Strömung an der Westküste von Vorder-Indien. („Hydro-
graphische Nachricht“ No. 17/102. Pola 1891.) Nach einem Berichte des Kom-
mandanten des österreichisch-ungarischen Schiffes „Zriny“, Freg.-Kapt. Wladimir
Khittel, wurde in den Monaten Dezember und Januar zwischen dem Kap
it) „Mediterranean Pilot“, Vol. I, 1885, Seite 335 bis 337.
?) „Mediterranean Pilot“, Vol. III, 1890, Seite 214.