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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

294 Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Winter 1886—87. 
S. 38. In 41° N und 34° W. Um 10p niedrigster Luftdr. = 733,0 mm und Wind WSW 10. 
Heftiges Gewitter. — S. 74. In 40° N und 63° W. Wind um 2a NNW 2, um 6a Windstille, 
ım 108 SE6, um 2p S9, um 6p SW 10 und um 12p W8. Luftdr. um 12a = 761mm und um 
1p = 748 mm. — S. 95. In 44° N und 36° W. Bis 4p sehr unbeständiger Ostwind, sowohl an 
Stärke wie in Richtung. Sehr rasch abnehmender Luftdruck, Blitz und Donner. Um 4p Orkan 
aus Nord. Luftdr. dann = 716,6 mm, um 12 p = 738,4 mm. 
Am 25. Februar. D. 76. Um 0a Luftdr. = 728,3 mm und Wind SW 11. — D. 84. Um 
4a Wind SE 8 und Luftdr. = 724,0 mm; um 8a NW 11 und Luftdr. = 715,7 mm, um 12a Wind 
NW 11 und Luftdr. = 731,7 mm, — S. 107. In 48° N und 35° W. Wind um 2a NE1]1, um 
3a NNW 11, um 4p NW 8, um 10p WSW 4 und um 12p S3. Um 4a Luftdr. = 726,5 mm und 
um 12p = 742,0 mm. 
Am 26. Februar. D. 84. Um 8p Wind WSW 7 und Luftdr, = 738,0 nm, — 5S. 106. 
{n 48° N und 29° W. Wind um 0a WNW 10, um 6a W2, um 8a SSE 10, um 12a SSW 8, 
am 6 p SSW 3 und um 12 p SW 7. Luftdr. um 0 a 749,0 mm, um 4p 738 mm und um 12 p 741,0mm, 
— 8.107. In 47° N und 35° W. Wind um 2a SE5, um 43a SW6, um 12p SW4. Um 4a 
Luftdr. = 732,5 mm. — S. 39. In 839° N und 59° W, Um 12a Wind WNW 12, Luftdr, um 4a 
= 757,1 mm und um 8p = 770,5 mm. — SS. 82. In 39° N und 49° W. Sowohl Morgens früh 
wie Abends spät war das St. Elmsfeuer sichtbar. 
Am 27. Februar, D. 29. Der Wind während des Tages durch S nach WSW umlaufend. 
— D. 6. Beobachteten Niederschlag von rothem Staub. — S. 39. In 38° N und 58° W. Wind 
um 0a NNW 8, um 6a Windstille, um 10a SE 5, um 4p S8 und um 10p SSW 10. Luftdr. um 
3a = 769,4 mm und um 12 v = 757,5 mm. — S. 74. In 41° N und 62° W. Um 4p Wind SW 132. 
Am 28. Februar. S. 101. In 42° N und 50° W. Um 12 a niedrigster Luftdr. = 750,5 mm. 
Wind dann SSW 10, um 4p NNE6, um 8p ENE1 und um 12p SW 1. 
Aus dem Innern von Nordamerika wanderten in diesen Tagen zwei baro- 
metrische Maxima ungewöhnlich lange Bahnen, das erste bis nach Madeira, das 
zweite bis 50° W-Lg. Am 26, Februar waren sie am besten ausgeprägt auf 
30° und 70° W-Lg. 
Ein Rückblick auf das Vierteljahr, unter Benutzung der den synoptischen 
Karten beigelegten Darstellungen der Monatsisobaren, zeigt uns das Folgende. 
Die mittlere Druckvertheilung im Dezember wird im östlichen Theile 
der Karte ganz überwiegend durch die grofsen Phänomene der ersten Hälfte des 
Monats bedingt. Das Minimum des Luftdrucks ist dadurch von seiner normalen 
Lage bei Island ostwärts an die mittlere norwegische Küste (63° N-Br) ver- 
schoben, woselbst das Barometer mit 746mm etwa 8 mm unter dem Normal- 
werthe stand. Dagegen war sein mittlerer Stand am Aralsee mit über 770 mm 
etwas über normal. Die verstärkte südliche Luftströmung bewirkte in Ost- und 
Central-Europa einen Ueberschufs der Luftwärme über die Norm, welcher in 
Russland sehr groß (4° bis 9° C.), im deutschen Binnenlande geringer (ca 2°), 
an der nordwestdeutschen Küste, wo die Wärme im Winter viel eher vom nahen 
Meere, als aus Süden gebracht wird, ganz geringfügig war. Am Ural traten 
während dieses Dezember vier große Wärmewellen sehr ausgesprochen auf, in 
Abständen von 6, 11 und 7 Tagen. 
Im westlichen Theile der Karte dagegen waren die Monatsisobaren des 
Dezember offenbar auch durch die Erscheinungen der zweiten Monatshälfte 
wesentlich mitbestimmt, welche für die bedeutende Ausbildung des zweiten 
Minimums, auf der Davisstrafße (<748 mm), und des zweiten Maximums, zwischen 
Azoren und Bermuden (=> 768 mm), entscheidend waren. Die Temperatur war in 
den nordamerikanischen Vereinigten Staaten östlich von 100° W-Lg höher als 
normal, an der Küste um etwa 2°, im Innern mehr, bis zu 4° und darüber; 
westlich von diesem Meridian dagegen tiefer als normal, um !/ bis 2'%4° C. 
Anders gestalteten sich die Monatsisobaren des Januar. Durch ein von 
Island zur SW-Küste von Grönland sich erstreckendes Gebiet sehr niedrigen 
Luftdruckes — unter 743 nm — und ein Gebiet sehr hohen Druckes — über 
770 nm — südwestlich von den Azoren stellt sich die mittlere Druckvertheilung 
dieses Monats 1887 als eine Verschärfung der normalen Verhältnisse desselben 
dar. Alle drei Dekaden des Monats sind hieran ungefähr gleich betheiligt. Die 
Wirkung dieser Druckvertheilung auf die Temperaturverhältnisse war die, dafs das 
Monatsmittel in Skandinavien und Nordrussland den Normalwerth bedeutend über- 
schritt (in Haparanda sogar um 7'/2° C.), dagegen an der deutschen Küste durch
	        
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