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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

AU

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Winter 1886—87.

Vierteljahrs -Wetter - Rundschau der Deutschen Seewarte
an der Hand der täglichen synoptischen Wetterkarten für den
Nordatlantischen Ocean.

Winter 1886—87.

’Mit 10 Karten, Tafel 12—16.)

ij. Allgemeine Untersuchungen über die Wetterlage
auf dem Nordatlantischen Ocean.

Die dieser Rundschau beiliegenden Karten sind auf Grund der täglichen,
vom Dänischen Meteorologischen Institut und der Deutschen Seewarte gemeinsam
herausgegebenen Wetterkarten nach denselben Grundsätzen entworfen, wie die
bereits erschienenen 116 Karten. Kine Erklärung der angewandten Zeichen
findet man auf jeder derselben. Die dargestellten Momente sind kurz folgende:
1. Die glatt ausgezogenen, hier und da mit Pfeilhäkchen versehenen
Kurven stellen sämmtlich Bahnen der barometrischen Minima (Cyklonen)
dar. Die durchgängig mit Bezeichnung der ungefähren Tiefe angegebenen Morgenpositionen
 beziehen sich für den gröfsten Theil der Karte auf 8" a. m., sel es
nach Lokalzeit (wie namentlich auf dem Ocean), sei es nach der Zeit eines benachbarten
 Meridians; so für Nordamerika nach der Zeit des 75. Meridian W. v. Gr.
Die durch blofsen Punkt angegebenen Positionen zu anderen Tageszeiten sollen
nur die Kontinuität der Erscheinung thunlichst sicherstellen.
2. Die Lage und Ortsveränderung der Hochdruckgebiete (Anticyklonen,
 Maxima) sind für die wandernden durch Schrift längs der Bahn und
gewellten Pfeil, für die stationären durch blofse Ueberdeckung des Schwankungsgebietes
 ihres Mittelpunktes mit der Aufschrift angegeben.
3. Die mittlere Lage der Isobare 765 während der einzelnen, dem
Texte zu Grunde gelegten Zeitabschnitte, unter eventueller Fortlassung der
Uebergangstage, ist durch eine Kurve angegeben, welche auf graphischem Wege
aus den KEinzelkarten abgeleitet ist; die Zacken daran bezeichnen die Seite des
höheren Luftdrucks,
In dem ersten Zeitabschnitt des Vierteljahres, den wir vom 1. bis
6. Dezember rechnen können, finden wir das atlantische Hochdruckgebiet
stationär bei den Azoren, wohin dasselbe während der letzten Dekade des
Novembers langsam von den Bahamas hinübergewandert war. Zwischen Labrador
und Lappland bewegten sich gleichzeitig tiefe Minima, deren Schicksale, aus
Mangel an Material, nicht sicher verfolgt werden können, Wir haben bei der
Darstellung auf Karte I angenommen, daß die langgestreckte Depression am 5.
und 6. sich in zwei Centren mit dem dort dargestellten Verlaufe scheiden lasse.
Will man nur ein einziges Centrum anerkennen, so muß man es wohl am 5. aus
der Verschmelzung der beiden Centren ableiten, die am 4. an den Westküsten
Grönlands und Norwegens lagen, und die Wirbel im Grofsen betrachtet, wird
sich eine solche Verschmelzung auch dann nicht abläugnen lassen, wenn man
das Fortbestehen der beiden Centren anerkennt oder eines von beiden sich auflösen
 läfst.
Der zweite Zeitabschnitt des Vierteljahres, vom 7. bis 13. Dezember
reichend, wird durch den kurzen Lebenslauf eines auf der Höhe seiner Entwickelung
 am 8, und 9. sehr mächtigen Wirbels bezeichnet, der am 7. auf der
Rückseite des eben besprochenen bei Island entstand und dann ganz nach Art
des gewaltigen Wirbels vom 26. bis 27. Januar (vgl. Band I) seinen Weg im
            
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