Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1890—91. 989
zwei Dekaden bedingt worden ist. Es läfst sich erwarten, dafs diese Chrono-
meter nach mehrjähriger Benutzung ein bedeutend günstigeres Resultat liefern
werden, indem die augenblicklich noch vorhandene AÄcceleration sich dann ver-
loren haben dürfte und demnach ein Aufrücken dieser Instrumente in höhere
Klassen erfolgen müfste.
Unmittelbar nach Schlufs der Prüfung wurden, wie in früheren Fällen, die
Chronometer durch eine Kommission in Hamburg- Altona etablirter Chronometer-
Fabrikanten im Beisein der Beamten des Institutes einer Untersuchung auf ihren
gegenwärtigen Zustand unterzogen. Diese Untersuchung sollte insbesondere
feststellen, ob die auf dem Institute angewendete Herstellung der höheren Tem-
peraturen durch kleine Gasbrenner irgend welchen nachtheiligen Einflufs auf die
Instrumente, insbesondere auf die Spirale und Balance, ausgeübt habe und letztere
Ansatzstellen von Rost zeigten. Die Sachverständigen sprachen ihre Ansicht
dahin aus, dafs an den von ihnen untersuchten Chronometern keinerlei Oxydations-
Becken zu bemerken seien, und es wurde noch insbesondere hervorgehoben, dals
die Instrumente, welche von den Sachverständigen selbst zur Prüfung eingeliefert
worden waren, sich noch in genau gleichem Zustande befänden, wie zur Zeit der
Zustellung an die Abtheilung. Nur bei zwei Chronometern zeigte sich eine sehr
geringfügige Trübung in der Färbung des Oeles.
Die sechs für die Konkurrenz-Prüfung ausgesetzten Prämien wurden zu-
erkannt:
Chronometer W. G. Ehrlich No. 531 die erste Prämie von
» No. 530 ‚ zweite ‚,,
W. Bröcking No. 1182 „ dritte
% No. 1180 „ vierte „
W. G. Ehrlich No. 592 ‚, fünfte ‚,,
E. Bröcking No. 120 ‚ sechste „
ÄJ
700 Mark
600
500
400 ,,
300
300
Hamburg, den 13. April 1891.
Professor George Rümker,
Vorstand der Abtheilung IV der Seewarte,
Direktor der Sternwarte.