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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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Taifun vom 22. August 1889 nördlich von Formosa. 
Vorderviertel des Sturmfeldes, was durch das Herumholen des Windes von N 
auf NE angedeutet ist. Durch das Lenzen von 2" bis 3" a. m. und von 4" bis 6" 
a. m. den 22. August gerieth das Schiff indessen wieder auf die linke Seite der 
Bahnlinie des Taifuns, was das Zurückgehen des Windes von NE auf NW be- 
wirkte. Als darauf das Centrum in einem geringen Abstande den Dampfer 
passirte, erfolgte das Herumspringen des Windes von NW12 auf SW12 zwischen 
6b und 7'/® a. m., obwohl der niedrigste Luftdruck — 727,7 ınm — erst um 8* 
a. m. beobachtet wurde. Bis 9% a. m. behielt der Orkan seine volle Kraft, und 
da er sich ungefähr in westnordwestlicher Richtung entfernte und der Dampfer 
seinen Ort wenig änderte, war die Aenderung der Windrichtung an Bord nur 
gering, nämlich von SW bis SSW. Als dann am Nachmittage der Wind und 
die See so weit abgenommen hatten, um dem Dampfer die Wiederaufnahme 
seines Kurses zu gestatten, entfernten sich dieser und der Taifun rasch von- 
einander, was zur Folge hatte, dafs am Abend des 22. August um 6 Uhr nur 
noch ein schwacher bis mäßiger SzW-Wind beobachtet wurde. 
Kleine Notizen. 
i‘. Benutzung von Oel zur Beruhigung der See. Die vom Hydro- 
graphischen Ant zu Washington herausgegebene „Pilot Chart of the North- 
Atlantic“, April 1891, enthält verschiedene Berichte über den erfolgreichen Ge- 
brauch von Oel zur Glättung der See; wir entnehmen denselben die folgenden: 
Kapt. Ellis, Führer des britischen Dampfschiffes „Bidar“, welcher am 
15. März in Philadelphi@ eintraf, brachte am 21. Februar bei einem heftigen 
Sturm aus WNW bis N zur Sicherung des Schiffes, da dasselbe grofse Mengen 
Wasser übernahm, Oel zur Anwendung. Es wurden zu diesem Zwecke an beiden 
Seiten des Buges mit Oel angefüllte Leinwandsäcke über Bord gehängt und die 
beiden vorderen Klosets, nachdem ihr Bassin mit Werg vollgestopft, mit Oel 
gefüllt. Die See kam mit grofser Heftigkeit bis auf ungefähr eine viertel Schiffs- 
länge heran, brach sich dann aber an der Oelschicht und gelangte in Form einer 
hohen Dünung zum Schiffe. — Es wurde Fischöl benutzt, mit welchem das Schiff 
vom Rheder ausgerüstet war. Die Wirkung des Oeles war erstaunlich. 
Der Führer des britischen Barkschiffes „ Vidonia“, Kapt. Wilson, be- 
richtet: Ich habe häufig beim Lenzen und Beiliegen im Nord-Atlantischen Ocean 
Oel benutzt und habe dasselbe unschätzbar gefunden. Bei einer Gelegenheit, als 
die Ladung des Schiffes aus Leberthran vom Kabeljau bestand, schreibe ich die 
Rettung des Schiffes und der Mannschaft nur einer Leckage der Ladung zu. Es 
war dies Ende Januar und in der ersten Hälfte des Februar im Jahre 1890, in 
welcher Zeit heftige westliche Stürme vorherrschend waren. 
Der Führer des britischen Schiffes „Slieve Roe“, Kapt. Rowe, hatte am 
27. Februar an der Küste von New-Jersey einen Sturm aus WNW mit heftigen 
Böen und hoher See zu bestehen. Das Schiff hatte drei Oelsäcke aus und hielt 
sich wundervoll. Später am Tage, als ein starker SSW-Sturm wehte, der von 
schwerer See begleitet war, sollte ein Lootse an Bord genommen werden. Es 
wurde deshalb zur Beruhigung des Wassers, damit das Lootsenboot anlegen 
konnte, Oel über den Bug gegossen. Der Erfolg war grofsartig. 
2. Ankerplatz bei Burj el Kzar (Bordj el Ksar) auf der Kerkenah- 
Insel. Tunis. Nordküste von Afrika. („Avis aux Navigateurs“ No. 68/409, 
Paris 1891.) Nach einem Bericht des französischen Lieutenants Servonnet ist 
für kleine Fahrzeuge und Dampfbarkassen von weniger als 2m Tiefgang Burj 
el Kzar (Bordj el Ksar) auf der Kerkenak-Insel!) der einzige Punkt dieser Insel, 
welcher bei jedem Wasserstande erreicht werden kann. Um dahin zu gelangen, 
1) „The Mediterranean Pilot“, Part I, 1885, Seite 273.
	        
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