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Von Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück.
den Inseln nahm, wozu es die Gelegenheit hatte. Durch Ostwind aufgehalten,
benöthigt es 69 Tage, um 30° S-Br in 104° W-Lg zu erreichen. SE-Passat von
29° S-Br bis 1° N-Br, anfänglich oft nördlich von E. NE-Passat nur in 11° N-Br
bis 13° N-Br einigermalsen frisch, sonst immer flau und mallend, was wieder
viel Aufenthalt verursacht.
3378. „Marseille“, Kapt. R. Blanke, 1889 März 22 von New-
Castle nach Mazatlan, 82 Tage Reise. Macht den vergeblichen Versuch,
durch die Cook-Strafse zu gelangen, und geht dann nördlich von Neu-Seeland
statt gleich südlich herum; hat infolge dessen ebenfalls viel Aufenthalt durch
östlichen Wind, so dafs bis 180° Länge 20 Tage gebraucht werden. SHE-Passat
von 32° S-Br bis 5° N-Br; bis 10° S-Br stets sehr schral, so daß der Kurs
westlich von N geht, auch weiter bis 1° N-Br Windrichtung noch immer nördlich
von E, erst dann raumer; frische Briese. An Stelle der Kalmen allmähliches
Herumholen des Windes von S durch SW nach NW und N, keine Stillen.
NE-Passat von 6° N-Br an, erst schral, später raumer, ziemlich frisch. Das
Schiff wendet zuerst in 29° N-Br und 137° W-Lg und segelt dann, erst kreuzend,
später auf einem Buge der Küste zu, wobei der Wind durch N und NW nach W
holt. Von 26° N-Br und 125° W-Lg an Windrichtung westlich von N. Oestlich
von Kap San Lucas unter der Küste herrscht flauer SE-Wind.
Nach Mazatlan bestimmt, hätte man besser gethan, 30° S-Br sowie die
Linie in etwa 110° W-Lg oder letztere noch etwas östlicher zu schneiden, anstatt,
wie gethan wurde, in 132° W-Lg. Ferner wäre es bei den Windverhältnissen,
die in den mexikanischen Gewässern angetroffen wurden und dort die gewöhn-
lichen der Jahreszeit sind, wohl nicht nothwendig gewesen, über die Breite von
Mazatlan — 23° Nord — hinaus mit dem Passat nach Norden zu gehen.
Strömungen.
Wenngleich die auf dem Wege von Australien nach der Westküste Nord-
amerikas angetroffenen Meeresströmungen für den Verlauf der Reise und die
Wahl der Route nicht von grofser Bedeutung sind, bilden dieselben doch eine
so hervorragende Erscheinung, dafs sie bei einer Schilderung der physikalischen
Verhältnisse des Weges nicht unerwähnt bleiben dürfen.
Wohl in keinem der drei Weltmeere zeigt sich das Strömungssystem der
Passatregion so regelmäfsig ausgebildet, wie im Stillen Ocean. Sowohl der Süd-
und der Nordäquatorialstrom als auch der Aequatorialgegenstrom treten hier
mit grofser Stärke auf, und diese Wasserbewegungen, von denen zwei nach
Westen und eine mittlere, gerade entgegengesetzt, nach Osten gerichtet ist und
die oft eine Geschwindigkeit von 2 Kn und mehr erreichen, erstrecken sich in
ununterbrochenem Lauf über die ganze grofse Längenausdehnung des Weltmeeres,
also über eine Entfernung von rund 9000 Sm.
Die Trift des SE-Passats erreicht als Süd- oder eigentlicher Aequatorial-
strom ihre gröfste Stärke gewöhnlich unter der Linie oder etwas nördlich davon,
also nahe der Nordgrenze des SE-Passatgebiets. Die Richtung des Stromes ist
hier meistens recht West, während sie südlich der Linie vorwiegend Süd von
West ist. Nördlich der Linie setzt die Strömung mehr nach Nordwest und lenkt
so, durch N nach NO drehend, und erst rasch schwächer werdend, dann aber
wieder anwachsend in den östlich setzenden Aequatorialgegenstrom hinein. Das
Bett des Gegenstromes fällt mit dem Gürtel südwestlicher Winde, Mallungen
und Windstillen zwischen SE- und NE-Passat zusammen. Seine Richtung schwankt
zwischen NO und SO, geht aber, wo der Strom mit größter Geschwindigkeit
läuft, meistens recht nach Osten. Zwischen ihm und dem Nordäquatorialstrom
zeigt sich, wenn auch weniger regelmäfsig, ein ähnlicher Uebergang von einer
Strömung in die entgegengesetzte wie die vorerwähnte. Die Trift des NE-Passats
erreicht ihre gröfste Stärke auch wieder nahe der äquatorialen Passatgrenze und
setzt hier wieder nahezu recht nach Westen. Südlich der Grenze . findet man
durchweg schwächere Strömungen nach SW, S und SO, die in den Gegenstrom
hineinsetzen. Der Weststrom des SE-Passats, der eigentliche Aequatorialstrom,
ist gewöhnlich bedeutend stärker als der des NE-Passats und auch als der östliche
Gegenstrom, wennschon der letztere auch mitunter eine Geschwindigkeit von
mehr als 2 Kn erreicht.